BVB-Höhenflug: Das sind die Gründe
BVB: Reus, Favre, Sancho und Alcacer als BVB-Erfolgsgaranten
Freudentaumel beim BVB: in der zweiten Halbzeit dreht die Mannschaft das Spiel zu ihren Gunsten (Quelle: Perform/ePlayer)

Mit einer furiosen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit hat Borussia Dortmund das Spiel gegen Bayer Leverkusen gedreht. Den entscheidenden Treffer erzielte ein prominenter Neuzugang. 

Und Mario Götze, der erneut und dieses Mal aufgrund einer Erkältung im Kader fehlte, gibt es in der Hinterhand auch noch. Da ist sich Freund Reus sicher, wenngleich er nicht zu viel Druck auf den Weltmeister von 2014 laden will: “Wir sollten echt so langsam damit aufhören, jeden Tag über Mario zu sprechen. Das tut dem Jungen einfach nicht gut. Der Junge will einfach nur Fußball spielen, wir sollten alle Ruhe einkehren lassen. Das bringt nichts. Mario war heute nicht dabei, weil er krank war. Ich bin mir aber sehr sicher, dass Mario zurückkommen wird. Wir glauben an ihn, weil er ein fester Bestandteil und einer der besten Spieler ist, mit dem ich zusammenspiele.”

Borussia Dortmund hat die Gunst der Stunde genutzt und zum zweiten Mal in dieser Saison die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Drei Tage nach dem 7:0-Schützenfest gegen den 1. FC Nürnberg gewann das Team von Trainer Lucien Favre dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte 4:2 (0:2) bei Bayer Leverkusen und blieb dadurch in dieser Saison ungeschlagen. Leverkusen kassierte dagegen seine zweite Heimniederlage in dieser Spielzeit und bleibt im unteren Tabellendrittel.

Kurz nach dem Spiel äußerte sich der Schweizer dann auch sichtlich erfreut – und wählte gegenüber “Sky” emotionalere Worte: “Es gab viel Emotion am Ende. Das war super.” Alles, also die kompletten 90 Minuten dürfte Favre damit nicht gemeint haben. Tat er auch nicht: “Wir haben gut gespielt. Sie (Gastgeber Bayer; Anm.d.Red.) können das 3:0 machen, aber wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit gut kontrolliert und besser gespielt. Die Tore, die wir kriegen, sind total unnötig. Immer daran glauben, du machst ein Tor und du bist wieder da.”

Mit dieser Mentalität ist der BVB schwer zu besiegen

Jacob Bruun Larsen (65.), Marco Reus (69.) und Paco Alcacer (85. und 90.+4) machten Dortmunds ersten Auswärtssieg seit dem vergangenen Februar perfekt. Zuvor hatten Mitchell Weiser (9.) und Jonathan Tah (39.) bis zur Pause für eine komfortable Führung der Gastgeber gesorgt.

BVB-Trainer Lucien Favre sagte bei “Sky”: “Es waren am Ende viele Emotionen. Das war super. Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit aber kontrolliert und gut Fußball gespielt. Die Tabellenführung ist sehr schön. Das ist ein guter Start.”

Dieses verrückte Spiel in der BayArena am Samstagabend riss den Fußball-Fan einfach mit: Nach 2:0-Führung für Gastgeber Leverkusen stand am Ende ein 4:2 für Dortmund zu Buche. Erstmals seit Mai 1982 gewannen die Westfalen so wieder ein Bundesliga-Spiel nach einem 0:2-Pausenrückstand. So kam es auch, dass BVB-Coach Lucien Favre – eigentlich für seine Ruhe und eher stillere Freude bekannt – überschwänglich den Dreier zelebrierte.

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich mochte seiner Elf nur bedingt Vorwürfe machen. “Das Abwehrverhalten von dem einen oder anderen Spieler war nicht gut. Da fehlt die Intensität. Insgesamt war es eine gute Leistung, aber in den entscheidenden Situationen waren wir nicht da”, meinte der Ex-Profi. 

Der BVB trat im Gegensatz zum vergangenen Mittwoch zunächst äußerst gehemmt auf und fand gegen die gut organisierte Abwehr der Werkself lange kein Mittel. Vor allem der taktische Schachzug von Bayer-Trainer Herrlich, der von 1995 bis 2004 für Dortmund gespielt hat, seine beiden Offensivkräfte Kevin Volland und Julian Brandt stark in die Defensive einzubinden, machte sich vor der Pause bezahlt.

Dortmunds Diallo (l.) und Volland im Kopfball-Duell: Beide Teams lieferten sich erbitterte Zweikämpfe. (Quelle: Revierfoto/imago)

Zur Übernahme der Tabellenführung, die die Schwarz-Gelben nun als einziges noch ungeschlagenes Team mit 14 Punkten (vier Siege, zwei Remis) innehaben, ließ sich Favre auch noch etwas entlocken: “Das ist sehr schön, ein guter Start.”

Auch im Spiel nach vorne boten die Hausherren in den ersten 45 Minuten ihre bislang beste Saisonleistung und setzten die BVB-Defensive durch ein konzentriertes Pressing von Beginn an unter Druck. Neuzugang Weiser sorgte dann mit einem herrlichen Distanzschuss für die verdiente Führung, nachdem die Situation aus Dortmunder Sicht schon geklärt schien.

Den Westfalen, bei denen Mario Götze diesmal infolge einer Erkältung fehlte, fiel in der Folge nicht allzu viel ein. Und bei den wenigen guten Gelegenheiten des BVB war bei Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky Endstation: Der Finne entschärfte zunächst einen Schuss von Christian Pulisic (11.) und war anschließend (36.) bei einem platzierten Freistoß von Dortmunds Reus aus 20 Metern zur Stelle. Drei Minuten später nutzte Tah eine Verwirrung in der BVB-Hintermannschaft, die zuvor den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum befördern konnte.

Nach einer Stunde Spielzeit in Leverkusen auf die Schwarzgelben zu setzen, beim Stand von 2:0 für Bayer und den großen Möglichkeiten zum dritten Treffer, das hätten nur wenige gewagt. Aber die Dortmunder Comeback-Kids kamen einmal mehr zurück. Mentalität sei das, erklärte Torschütze Jacob Bruun Larsen, auch Charakter, und natürlich Qualität. Positiv zu bleiben, an den Erfolg zu glauben, das hat Trainer Lucien Favre der Mannschaft in der Pause eingeimpft. Nicht nur in der folgenden Spielhälfte beherzigten seine Spieler die Worte des 60-jährigen Schweizer Fußballlehrers, sie tun es seit Saisonbeginn.

Nach der Pause entwickelte sich vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Dortmund war vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch mit AS Monaco deutlich aktiver, hatte aber Glück, dass Bayer durch Kevin Volland (54.) nur den Pfosten traf. Zuvor hatten bereits Reus für Dortmund und Brandt für Bayer jeweils eine gute Möglichkeit vergeben.

Der starke Hradecky bewies zudem in der 63. Minute gegen Larsen erneut seine Klasse, ehe er wenig später gegen gegen den BVB-Youngster machtlos war. Reus ebnete anschließend mit seinem vierten Saisontreffer sogar noch den Weg zum Erfolg, den der eingewechselte Paco Alcacer nach einer ersten Großchance (73.) letztlich mit einem “Doppelpack” perfekt machte.

Fußball lässt sich wunderbar analysieren mit Daten und Statistiken. Was sich nicht mit Zahlen greifen lässt ist, das ist die neue Siegermentalität des BVB. Jürgen Koers kommentiert.

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Zwar warnt Trainer Lucien Favre vor übertriebener Euphorie: “Das ist ein guter Start, aber mehr auch nicht. Wir denken weiter von Spiel zu Spiel.”

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Doch nach dem spektakulären 4:2 (0:2) des BVB bei Bayer Leverkusen ist auch offensichtlich: Dortmund spielt nicht nur zeitweise Traumfußball, sondern agiert als perfekt funktionierende Einheit, die ein Spiel furios drehen kann.