Borussia Dortmund: Deutliche Kritik von Marco Reus – Trotz Tabellenführung
Bundesliga: Sieg gegen Leverkusen – BVB stürmt auf Platz eins
Nach Bayerns 0:2-Pleite in Berlin lag die Tabellenführung auf dem Silbertablett. Und der BVB hat sie sich am Ende gegriffen. 4:2 in Leverkusen. Neuer Spitzenreiter.

Dabei sieht es lange nach einem Dortmund-Fiasko aus. Weiser (9.) und Tah (39.) treffen vor der Pause für Leverkusen. Die beste BVB-Chance hat Reus per Freistoß (38.) – viel zu wenig in Hälfte eins!

Auch zwei Treffer sollten sich die Hausherren vom Rhein ebenfalls verdienen – mitten drin dabei einmal mehr ein zur Zeit überragender Shooting-Star Havertz (19). Los ging es dabei in der 9. Minute: Nach einer Balleroberung im Mittelfeld von Lars Bender ging es ganz schnell. Zunächst lässt Havertz einen Gegenspieler aussteigen, spielte dann links raus zu Alario. Der Stürmer legte zurück an den Strafraumrand – und von dort schloss Weiser perfekt links unten ein. Nach einer Ecke und etwas Tohuwabohu im BVB-Strafraum – Diallo & Co. konnten einfach den Ball nicht klären – spielte kurz vor der Pause Havertz quer für Tah. Der Innenverteidiger schoss humorlos zur 2:0-Halbzeitführung ein (39.).

Bei Sky sagte er: Es war nicht gut, dass wir am Mittwoch so hoch gewonnen haben. Ich habe es schon vorher geahnt, weil wir kein gutes Aufwärmen gehabt haben. Da war die erste Halbzeit die logische Konsequenz.

Trainer Lucien Favre: Aufwärmen ist sehr wichtig. Vielleicht fehlte ein bisschen die Konzentration.

Selbst die Chancen nicht genutzt, die Quittung kassiert. Ein altes Lied im Fußball – und eines, das sich auch Leverkusen anhören musste: Denn nach Reus-Abschluss aus spitzem Winkel, den nach Hradecky-Parade entweder Joker Paco Alcacer oder Bruun Larsen zum 1:2 über die Linie drückte (65.) und nach einem tollen Doppelpass zwischen Joker Sancho und Reus, an dessen Ende der deutsche Nationalspieler unter die Latte traf (69.), stand es plötzlich 2:2. Der Schock saß tief bei der Werkself, die im Anschluss nicht mehr so recht ins Spiel fand.

85. Minute: Der in der 63. Minute eingewechselte Spanier Paco Alcacer haut den Ball aus sieben Metern mit der Schuhspitze, der Pike, rein. 3:2-Siegtreffer. In der Nachspielzeit trifft Alcacer (ausgeliehen aus Barcelona) noch aufs leere Tor. Hradecky war für die letzte Ecke schon vorne.

Er ist jung, er ist schnell, er ist trickreich – er hat nur ein Problem: Er hat keinen deutschen Pass. Dortmunds Jacob Bruun Larsen.

“Wir wollen auch dort gewinnen”, hatte Favre außerdem im Vorfeld verkündet. Taten ließen seine Schützlinge in der gesamten ersten Hälfte aber nicht folgen – ganz im Gegenteil: Die Schwarz-Gelben kamen gegen eine defensiv überragend stehende Bayer-Hintermannschaft spielerisch gar nicht zum Zug. Bis auf einen Reus-Freistoß kam sogar in 45 Minuten nichts Gefährliches auf das Tor von Hradecky (36.).

Paco ist mit drei Toren Top-Joker der Liga – bei nur vier Schüssen. Teamkollege Sancho steht dazu bei fünf Vorlagen in nur 124 Einsatzminuten! Insgesamt war an elf von 19 BVB-Toren ein Einwechselspieler beteiligt.

Es wäre ein Statement-Sieg gewesen. Wäre! Denn Bayer Leverkusen legte nach holprigem Saisonstart beim Topspiel gegen Borussia Dortmund furios los, führt nach überlegener Vorstellung verdient mit 2:0 – und hätte das 3:0 nachlegen müssen. Am Ende aber stand ein 2:4 zu Buche – und zwar nach einer Leistungssteigerung der Gäste, die nun als neuer Tabellenführer von ganz oben grüßen.

Zuvor brachte Reus die Dortmunder wieder ran: 65. Minute: Hakimi flankt, Reus zimmert aufs Tor. Den Hradecky-Abpraller drückt Bruun Larsen über die Linie. Nur noch 2:1 für Leverkusen. Torwart Lukas Hradecky: Nach dem 2:1 hatten wir Kacke in der Hose. 69. Minute: Reus und Sancho kontern über rechts. Nach Doppelpass kommt Reus zum Schuss – knapp unter der Latte schlägt der Ball ein. 2:2!

Leverkusens Heiko Herrlich hatte mit seinem Team nach holprigem Saisonstart zuletzt mit zwei Ligasiegen in Folge für die ersten Punkte gesorgt. Für das Topspiel gegen den BVB nahm der Trainer im Vergleich zum 2:1 im rheinischen Duell mit Düsseldorf drei Wechsel vor: Weiser, Brandt und Alario rückten für Jedvaj, Bailey und Kiese Thelin (allesamt auf der Bank) rein.

Zum Schluss kommt Pacos Pike. Für Leverkusen wäre der vierte Sieg in Folge ein Riesen-Befreiungsschlag gewesen.

Leverkusen empfängt am Donnerstag (18.55 Uhr) AEK Larnaka in der Europa League – und will mit Sicherheit im Anschluss den dritten Bundesliga-Dreier erreichen, am Sonntag (13.30 Uhr) in Freiburg. Dortmund indes erwartet am Mittwoch (21 Uhr) die AS Monaco in der Champions League – und bekommt es am Samstag (15.30 Uhr) mit Augsburg zu tun.

Aber wie in der Europa League in Rasgrad (3:2), gegen Mainz (1:0) oder in Düsseldorf (2:1) spielt Bayer nicht 90 Minuten durch – BamS-Note 6 für Trainer Heiko Herrlich, der auch mit allen Wechseln daneben lag.

Das war aber auch nur die halbe Wahrheit: Denn das mit mehr Risiko agierende Dortmund öffnete natürlich auch Räume für pfeilschnelle Bayer-Konter. Doch Brandt (starke Bürki-Parade, 50.), Alario (Pfosten, 54.) und Havertz (gute Bürki-Parade, 57.) ließen beste Möglichkeiten liegen.

Hinterher brüllte Sven Bender im Kabinengang: Die zweite Halbzeit spielen wir nicht mehr mit. Ist das eine Sch…!

Aus der Pause kam Dortmund indes mit Dahoud – und mit richtig Offensivdrang: Reus, Pulisic & Co. wirbelten nun deutlich besser vorne, überspielten auch mal die Bayer-Abwehr. Gute Chancen für Reus (48.) oder Bruun Larsen sprangen so heraus (52. und 62.).

Einen kleinen Grund zum Schmunzeln hatte Herrlich dann doch noch. Darauf angesprochen, dass BVB-Trainer Lucien Favre der Mieter seines Hauses in Dortmund ist, versicherte er: Die Miete wird nicht erhöht. Favre grinste vorher schon bei WDR2: Ich kann doch nicht gegen meinen Vermieter verlieren.

Ganz anders indes die Leistung einer sichtlich selbstbewussten Werkself: Weiser, Havertz, Brandt schoben immer wieder frech an, ließen den Ball laufen und schnürten die Gäste sogar hinten ein.

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Für registrierte User Hier jeweils nach Spielende die Bundesliga-Profis benoten Zum TM-Tool Mitchell Weiser (9. Minute) und Nationalspieler Jonathan Tah (39.) hatten die Werkself am Samstag in Führung geschossen. Jacob Bruun Larsen (64.), Marco Reus (69.) und Paco Alcácer (Foto, 85./90.+4) drehten die Partie in Hälfte zwei. Damit liegt der BVB nun einen Punkt vor den Bayern und Hertha BSC an der Spitze. Leverkusen ist nach der vierten Saisonniederlage Zwölfter.

Freudentaumel beim BVB: in der zweiten Halbzeit dreht die Mannschaft das Spiel zu ihren Gunsten (Quelle: Perform/ePlayer)

Borussia Dortmund hat die Tabellenführung in der 1.Bundesliga übernommen. Drei Tage nach dem furiosen 7:0 gegen Nürnberg kamen die Westfalen nach 0:2-Pausenrückstand noch zu einem 4:2-Sieg im West-Duell bei Bayer 04 Leverkusen und verdrängten den FC Bayern München von Platz eins.

Mit einer furiosen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit hat Borussia Dortmund das Spiel gegen Bayer Leverkusen gedreht. Den entscheidenden Treffer erzielte ein prominenter Neuzugang. 

Borussia Dortmund hat die Gunst der Stunde genutzt und zum zweiten Mal in dieser Saison die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Drei Tage nach dem 7:0-Schützenfest gegen den 1. FC Nürnberg gewann das Team von Trainer Lucien Favre dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte 4:2 (0:2) bei Bayer Leverkusen und blieb dadurch in dieser Saison ungeschlagen. Leverkusen kassierte dagegen seine zweite Heimniederlage in dieser Spielzeit und bleibt im unteren Tabellendrittel.

Jacob Bruun Larsen (65.), Marco Reus (69.) und Paco Alcacer (85. und 90.+4) machten Dortmunds ersten Auswärtssieg seit dem vergangenen Februar perfekt. Zuvor hatten Mitchell Weiser (9.) und Jonathan Tah (39.) bis zur Pause für eine komfortable Führung der Gastgeber gesorgt.

BVB-Trainer Lucien Favre sagte bei “Sky”: “Es waren am Ende viele Emotionen. Das war super. Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit aber kontrolliert und gut Fußball gespielt. Die Tabellenführung ist sehr schön. Das ist ein guter Start.”

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich mochte seiner Elf nur bedingt Vorwürfe machen. “Das Abwehrverhalten von dem einen oder anderen Spieler war nicht gut. Da fehlt die Intensität. Insgesamt war es eine gute Leistung, aber in den entscheidenden Situationen waren wir nicht da”, meinte der Ex-Profi. 

Der BVB trat im Gegensatz zum vergangenen Mittwoch zunächst äußerst gehemmt auf und fand gegen die gut organisierte Abwehr der Werkself lange kein Mittel. Vor allem der taktische Schachzug von Bayer-Trainer Herrlich, der von 1995 bis 2004 für Dortmund gespielt hat, seine beiden Offensivkräfte Kevin Volland und Julian Brandt stark in die Defensive einzubinden, machte sich vor der Pause bezahlt.

Dortmunds Diallo (l.) und Volland im Kopfball-Duell: Beide Teams lieferten sich erbitterte Zweikämpfe. (Quelle: Revierfoto/imago)

Auch im Spiel nach vorne boten die Hausherren in den ersten 45 Minuten ihre bislang beste Saisonleistung und setzten die BVB-Defensive durch ein konzentriertes Pressing von Beginn an unter Druck. Neuzugang Weiser sorgte dann mit einem herrlichen Distanzschuss für die verdiente Führung, nachdem die Situation aus Dortmunder Sicht schon geklärt schien.

Den Westfalen, bei denen Mario Götze diesmal infolge einer Erkältung fehlte, fiel in der Folge nicht allzu viel ein. Und bei den wenigen guten Gelegenheiten des BVB war bei Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky Endstation: Der Finne entschärfte zunächst einen Schuss von Christian Pulisic (11.) und war anschließend (36.) bei einem platzierten Freistoß von Dortmunds Reus aus 20 Metern zur Stelle. Drei Minuten später nutzte Tah eine Verwirrung in der BVB-Hintermannschaft, die zuvor den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum befördern konnte.

Nach der Pause entwickelte sich vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Dortmund war vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch mit AS Monaco deutlich aktiver, hatte aber Glück, dass Bayer durch Kevin Volland (54.) nur den Pfosten traf. Zuvor hatten bereits Reus für Dortmund und Brandt für Bayer jeweils eine gute Möglichkeit vergeben.

Der starke Hradecky bewies zudem in der 63. Minute gegen Larsen erneut seine Klasse, ehe er wenig später gegen gegen den BVB-Youngster machtlos war. Reus ebnete anschließend mit seinem vierten Saisontreffer sogar noch den Weg zum Erfolg, den der eingewechselte Paco Alcacer nach einer ersten Großchance (73.) letztlich mit einem “Doppelpack” perfekt machte.

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