Laschet erhält Schrott-Orden \”Pannekopp\”
nSeit mittlerweile 26 Jahren findet in Dortmund der Geierabend statt. Eine karnevalistische Kabarett-Show auf Zeche Zollern. Die Vorstellungen der aktuellen Saison unter dem Motto “Bye Bye Bottrop” begannen am 28. Dezember 2017 und endeten am 13. Februar 2018. Insgesamt wurden 36 ausverkaufte Shows gespielt – vor 15.000 Zuschauern. Wer nicht dabei sein konnte, kann die Folgen ab sofort in voller Länge im Comedy-Portal des WDR anschauen.

Die Vergabe des 16. Pannekopp-Ordens erfolgte in demokratischer Abstimmung. Bei den Shows konnten die Zuschauer entscheiden, wer den karnevalistischen Schrottpreis bekommen soll. Ebenfalls nominiert war die lit.Cologne mit der “Alphabetisierung des Ruhrgebiets”. Dabei sollten im Rahmen des Lieraturfestivals lit.RUHR Autoren ins Ruhrgebiet kommen, die normalerweise woanders vorlesen. Doch die Entscheidung der Zuschauer war klar: In den Vorstellungen und bei der Online-Abstimmung wählten sie eindeutig Laschet zum Sieger des Ordens.

Sollte der Ministerpräsident den Preis akzeptieren, ist das mit knallharten Bedingungen verknüpft. Allen voran steht das stetige Tragen der Siegestrophäe während der gesamten Fastenzeit. 28 Kilo Karnevalsschrott als Halsschmuck – das kann auf Dauer sicher ganz schön schwer werden. Außerdem sollte der Preisträger keine weiteren Verdienste rund ums Ruhrgebiet anstreben. Das würde sich als Ministerpräsident bestimmt schwierig gestalten.

Neben der schrottigen Trophäe, bekommt der Sieger auch eine Prämie von 111,11 Euro. Allerdings nur dann, wenn er den Preis auch annimmt. Falls er es nicht tut, kommt das Geld einem guten Zweck zu Gute. Im vergangenen Jahr verzichtete Frauke Petry auf den Karnevalsorden und sorgte dafür, dass das Geld gespendet wurde.

Der Ministerpräsident will die olympischen Spiele 2028 oder 2032 ins Ruhrgebiet holen und heimste sich für dieses Vorhaben nicht nur den Pannekopp-Orden ein, sondern auch den Titel “Herr der Ringe”. In Anspielung auf die olympischen Ringe, das Symbolbild der sportlichen Spiele schlechthin.

Ungelegen an der Idee, Olympia gerade zu der Zeit in den Pott zu holen, ist die Tatsache, dass die Standorte schon längst vergeben oder verplant sind. 2028 ist Los Angeles Austragungsort der Sommerspiele und 2032 ist Asien dran. Dass Olympia 2036 nach Europa kommt, ist allerdings auch fraglich, da 2024 in Paris gespielt wird.

Doch wie kam Laschet überhaupt auf die Idee, dass das Ruhrgebiet ein geeigneter Austragungsort sein könnte? Ganz einfach mit folgender Behauptung: 80 Prozent der Wettkampfstätten seien bereits vorhanden. Was er allerdings völlig außen vor ließ, ist die Tatsache, dass die Sportstätten in NRW schon jetzt einen Sanierungsstau von neun Milliarden haben. Bis Olympia kommt, dürften die Stadien längst marode sein. “In 20 Jahren könnte man Sportmuseen daraus machen”, sagt der Geierabend dazu.

Kämen die Sommerspiele nach NRW, dann würden viele der Disziplinen im Ruhrgebiet ausgetragen werden. Auch in Dortmund. Hier gibt es den Signal Iduna Park – mit einer Kapazität von rund 81.000 Plätzen das größte Stadion in Deutschland. Beste Voraussetzung für Olympia. Der Plan sehe vor, in Dortmund Sportarten wie Fußball, Schießen, Ringen, Skateboard oder Straßenrad auszufechten. Auch die Westfalenhallen kämen als Austragungsort zum Einsatz.

Weitere Städte wären Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen. Doch auch im Rheinland würden Wettkämpfe ausgetragen werden. Die meisten davon in Düsseldorf und Köln.

Unabhängig von Laschets Krönung zum Pannekopp des Jahres 2018, werden die Pläne für “Rhein Ruhr Olympic City” weiter voran getrieben. Ob es letztendlich auch zur Bewerbung für Olympia kommen wird, hängt noch in der Schwebe. Zuvor waren drei Bewerbungen für Deutschland als olympisches Austragungsland gescheitert: Zweimal in München, einmal in Hamburg. Unter anderem wegen der Bevölkerung. Die entschied sich gegen die Spiele – zu teuer, zu voll, zu sensationell. „Eine vierte Niederlage in Folge können wir uns nicht erlauben“, sagte Walter Schneeloch, Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes bereits im Sommer.

Der Beitrag Weil er Olympia nach Dortmund holen wollte: Schmähpreis für Armin Laschet erschien zuerst auf Dortmund24.de.

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Dortmund (dpa/lnw) – Pech für Armin Laschet: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident hat den Anti-Orden der Ruhrpott-Karnevalisten gewonnen und darf sich “Pannekopp des Jahres” nennen. Die Anarcho-Karnevalisten vom “Geierabend” schanzten Laschet den 28,5 Kilogramm schweren Schrott-Orden für den Plan zu, Olympia ins Ruhrgebiet zu holen. “Der Pott ist von Olympia weiter entfernt als Schalke von der Meisterschaft”, spotteten die Karnevalisten.

Die Behauptung des CDU-Politikers, 80 Prozent der nötigen Wettkampfstätten seien bereits vorhanden, bezeichnete der “Geierabend” als “sportlich”. Bereits jetzt hätten die NRW-Sportstätten einen Sanierungsstau von neun Milliarden Euro. In 20 Jahren könne man sicher Sportmuseen daraus machen, hieß es am Dienstag in Dortmund.

Will der “Herr der Ringe”, wie der “Geierabend” Laschet scherzhaft nennt, den Rost-Orden annehmen, muss er ihn während der Fastenzeit um den Hals tragen.

Gewählt hatten die Comedyfans per Applaus bei 34 Sitzungen und per Online-Abstimmung. Laschet setzte sich klar gegen das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne durch, das für seine angeblichen Bemühungen um die “Alphabetisierung vom Ruhrgebiet” nominiert worden war.

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