Falsche Polizistin zu fast drei Jahren Haft verurteilt
Falsche Polizistin: Unternehmerin bringt Rentner um 150 000 Euro
In Darmstadt ist im Prozess gegen eine Trickbetrügerin das Urteil gefallen. Sie hatte ältere Menschen mit einer dreisten Masche dazu gebracht, ihr Schmuck und Bargeld zu übergeben.

Das Amtsgericht Darmstadt hat eine Trickbetrügerin zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Die geständige 35-Jährige hatte sich nach Überzeugung des Gerichts in drei Fällen gegenüber älteren Damen als Polizistin ausgegeben, damit diese ihr Geld, Münzen und Goldbarren aushändigen.

Die älteren Menschen waren zuvor von angeblichen Polizisten angerufen und überredet worden, ihre Wertsachen zum Schutz vor Einbrecherbanden bei der Autobahnpolizei einzulagern und dafür einer Beamtin zu übergeben. Das Amtsgericht verhängte die Strafe wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Der Anklage zufolge hatte in einem Fall ein Opfer aus Heidesheim bei Mainz sein Bankschließfach geleert und der Frau in einem Einkaufszentrum Goldbarren und Münzen im Wert von rund 152.000 Euro überreicht. Bei einem Betrugsversuch in Darmstadt nahm die echte Polizei die Frau fest.

Darmstadt – Sie hatte genug Kohle, doch die Gier war offenbar größer: Fitnessstudio-Leiterin Christine E. (35) gab sich als Polizistin aus, erbeutete mehr als 150 000 Euro und Gold. Jetzt stand die Mutter zweier Kinder (10/16) vorm Amtsgericht.

E. handelte als Mitglied einer Bande. Die Masche: Über ein Call-Center in Izmir (Türkei) riefen die Betrüger deutsche Rentner an, gaben sich als Polizeibeamte aus. Sie überredeten Senioren, Geld und Wertgegenstände herauszugeben – das sollte bei der Autobahnpolizei sicher verwahrt werden.

Aufgabe der Angeklagten: Geld bei den Rentnern abholen und an Mittelsmänner im Main-Taunus-Zentrum übergeben. Eine Seniorin aus Darmstadt wurde misstrauisch, rief die Polizei. Bei der Geldübergabe kam es zur Festnahme.

Vor Gericht gab E. gestern die Tat zu. Wieso sie sich der Bande anschlossen hatte, wollte sie nicht sagen. Absurd: E. verdiente nach eigener Aussage zwischen 5000 und 7000 Euro netto!

Der Richter: Wenn man hört, was Sie verdient haben – wie können Sie da auf die Idee kommen, sich an so einer Schweinerei zu beteiligen? Völlig grotesk! Urteil: zwei Jahre und elf Monate Knast.

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