Katerstimmung bei den Lilien
Darmstadt 98 rätselt über Gegentore-Flut
Nach der dritten Niederlage in Folge und zehn Gegentoren gab es Gesprächsbedarf beim SV Darmstadt 98. Und deshalb strich Trainer Dirk Schuster (50) nach dem 2:4 in Kiel den freien Sonntag und ließ die Lilien-Profis um 9 Uhr antreten.

Erst gab es 50 Minuten Video-Analyse, dann einen sechs Kilometer-Lauf, bei dem auch das Trainer-Team mitmachte.

Dirk Schuster erklärt: Wir haben in Kiel neun klare Chancen rausgespielt. Das ist gut. Aber wir sind von der Kompaktheit abgerückt, haben das Zweikampfverhalten nicht gut gemacht und billige, einfache Tore kassiert.

Schuster weiter: Ich weiß, dass wir es besser können, das haben wir in den ersten Saisonspielen bewiesen. Der gesamte Mannschaftsverbund muss besser verteidigen.

Vier Spiele nicht gewonnen und Freitag kommt Hamburg. Nochmal Schuster: Der HSV ist gerade der richtige Gegner, weil jedem bewusst ist, dass er uns defensiv maximal fordern wird. Wir müssen sauber nach hinten arbeiten. Natürlich ist die Rollenverteilung bei diesem Duell klar: Hamburg muss unbedingt aufsteigen. Wirtschaftlich vergleicht man hier Äpfel mit Birnen. Aber wir rechnen uns was aus. Wenn Gier, Leidenschaft und Spaß stimmen.

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Es war eine englische Woche zum Vergessen für den SV Darmstadt 98: In drei Spielen verloren die Südhessen dreimal und kassierten dabei zehn Gegentore. Zuvor waren die Lilien in Sachen Defensivarbeit noch der Musterschüler der 2. Bundesliga gewesen, Daniel Heuer Fernandes hatte in fünf Partien nur dreimal hinter sich greifen müssen. Den Torwart trifft die geringste Schuld an der Flut von Gegentreffern. Darüber hinaus rätseln sie am Böllenfalltor aber, woran es liegt.

Trainer Dirk Schuster fehlte beim jüngsten 2:4 in Kiel “die Liebe am Verteidigen”. Die Gegentore habe man “brutal einfach” bekommen. In der Tat verhielten sich etwa Tim Rieder und Slobodan Medojevic vor drei der vier Kieler Tore zu passiv, waren nicht eng und aggressiv an ihren Gegenspielern dran. Von einem “ekligen” Spiel gegen den Ball, das sich die Darmstädter gern auf die Fahnen schreiben, war zu selten etwas zu sehen. Zwei der drei Gelben Karten erhielten die Lilien “nur” für Zupfer, die Kieler Konter bremsten. Alle gingen auf das Konto von Offensivspielern (Tobias Kempe, Serdar Dursun, Marvin Mehlem).

Sandro Sirigu, erstmals seit längerer Zeit wieder in der Startelf, stellte fest, man habe es verpasst, “den Fuß vorzustellen, uns reinzuwerfen und geil darauf zu sein, Tore zu verhindern. In der zweiten Liga werden Fehler bestraft, insbesondere von so einer offensivstarken Mannschaft wie Kiel.” Der Großteil der zehn letzten Gegentore “wäre zu verteidigen gewesen”.

Im Hamburger SV kommt am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) eine Mannschaft nach Darmstadt, die seit drei Spielen nicht mehr getroffen hat. Allerdings: Auswärts haben die Hanseaten auch noch keinen Gegentreffer kassiert. Da der SV 98 nun umso mehr erst einmal auf eine stabile Defensive bedacht sein wird, könnte es eine zähe, torarme Angelegenheit werden. Hoffnung macht den Darmstädtern, dass nach vorn bislang immer mindestens ein Tor gelang – mit einer (Hamburger) Ausnahme: Am zweiten Spieltag verloren die Lilien beim FC St. Pauli mit 0:2. Auch damals kritisierten Spieler und Trainer schon die zu zahme Abwehrarbeit. Dauerhaft optimiert haben sie sie noch nicht.

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