Eine schwarze Woche
SVD-Coach Dirk Schuster vermisst die Liebe am Verteidigen
Mit nur einem Sieg in den letzten sechs Partien sind die Kieler in die zweite Tabellenhälfte abgerutscht. Die seit drei Begegnungen sieglosen Darmstädter haben ihre vergangenen beiden Spiele verloren. 

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Der SV Darmstadt 98 unterlag gegen Holstein Kiel mit 2:4 (2:3). Die Treffer für die Gastgeber, die ab der 51. Minute nach Gelb Rot gegen Jannik Dehm in Unterzahl agierten, erzielten Benjamin Girth (12.), Alexander Mühling (23.), Janni Serra (32.) und David Kinsombi (70.). Bei den Lilien traf Tobias Kempe per Doppelpack (29./39.). Die Stimmen zum Spiel.

Die 2:4-Niederlage bei Holstein Kiel war für den SV Darmstadt 98 der Schlusspunkt einer rundum enttäuschenden englischen Woche: Drei Pleiten am Stück, dabei zehn Gegentore kassiert. An der Förde präsentierten sich die Lilien hinten anfällig und ließen vorne in Überzahl die Durchschlagskraft vermissen. Während SVD-Coach Dirk Schuster speziell mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft nicht einverstanden war, hatte Sandro Sirigu einen einfach Rat.

Holstein Kiel schlägt Darmstadt 98 mit 4:2

“Ich denke, wir haben ein intensives Spiel gesehen”, wird Coach Schuster auf der Vereinswebsite der Lilien zitiert. “In der ersten Hälfte war die Partie ausgeglichen, wir hatten durchaus Möglichkeiten – Kiel war jedoch einfach effektiver.” In einem spektakulären ersten Abschnitt zappelte praktisch jeder Schuss der Störche im Netz der Lilien. Benjamin Girth (12.), Alexander Mühling (23.) und Janni Serra (39.) trafen bereits vor der Pause.

Dirk Schuster (Trainer Darmstadt): “Das war eine intensive Partie. Kiel war effektiver, meine Mannschaft hat die Liebe am Verteidigen vermissen lassen. Es waren brutal einfache Gegentore, die wir selbst unterstützt haben. Wer so viele Fehler macht, der hat es nicht verdient, Punkte mitzunehmen.”

“Wir bekommen viel zu leichte Gegentore”, legte Sirigu den Finger in die Wunde. “Da verpassen wir es einfach, den Fuß vorzustellen, uns reinzuwerfen und geil darauf zu sein, Tore zu verhindern”, so der Allrounder weiter, der erstmals seit dem 2. Spieltag wieder in der Startelf gestanden hatte. “In der zweiten Liga werden Fehler bestraft, insbesondere von so einer offensivstarken Mannschaft wie Kiel.”

Tim Walter (Trainer Holstein Kiel): “Meine Mannschaft hat offensiv agiert und nicht nur verteidigt. Wir haben auch in Unterzahl versucht zu kombinieren und hätten noch mehr Tore erzielen können. Man sieht eine Entwicklung, der Sieg war sehr verdient.”

„Wer so viele Fehler macht, hat es auch nicht verdient, hier Punkte mitzunehmen.“SVD-Coach Dirk Schuster

Erster Aufreger in der 2. Spielminute. Nach einem bösen Fehlpass im Spielaufbau von Wahl kam Heller in der gegnerischen Hälfte an den Ball, schloß aber mit einem Heber überhastet ab. Die Störche hatten in den Anfangsminuten mehr Ballbesitz und ließen die Kugel gut durch die eigenen Reihen laufen. In der 12. Spielminute das 1:0 für Holstein Kiel. Ein Eckball von Jae-Sung Lee landete bei Benjamin Girth, der den Ball über die Torlinie drückte. In der 21. Minute startete Alexander Mühling auf der rechten Seite einen sehenswerten Slalomlauf durch die Reihen der Lilien, doch seine Flanke war etwas zu lang für dem mitgelaufenen Lee. Zwei Minuten später hatte Mühling erneut einen genialen Auftritt. Der Mittelfeldmotor verwandelte aus spitzem Winkel per Heber zur 2:0-Führung für die Störche. Erste Chance für Darmstadt in der 27. Minute! Dursun brachte die Kugel links im Strafraum ins Zentrum, wo Wurtz aus kurzer Distanz zum Abschluss kam – der Offensivmann setzte den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Dann doch der Anschlusstreffer in der 29. Minute. Tobias Kempe verwandelte einen Handelfmeter für die Gäste. Passende Antwort der Störche in der 32. Minute. Janni Serra traf per Kopf zum 3:1 nach einer schönen Flanke von Lee. Es ging hin und her. In der 39. Minute der fünfte Treffer des Spiels. Tobias Kempe drückte per Kopf eine Flanke von Heller vorbei an Kennth Kronholm ins Tor der Störche. Zwei Minuten später fast der Ausgleich für die 98er. Serdar Dursun prüfte den weit aufgerückten Kronholm, doch der KSV-Keeper parierte prächtig.

Auch sein Trainer kritisierte vor allem die Arbeit seiner Mannschaft gegen den Ball. “Wir haben etwas die Liebe am Verteidigen vermissen lassen und brutal einfache Gegentore kassiert”, so Schuster. “Von der spielerischen Komponente war das kein schlechtes Spiel, aber wir haben zu viele Gegentore bekommen.” Selbst in Überzahl nach der Ampelkarte für Jannik Dehm (51.) schaffte es Darmstadt nicht, in seine defensive Ordnung zu finden. Und so machten zehn Kieler durch David Kinsombi schließlich den Deckel drauf (70.).

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hat. Janni Serra scheiterte nach einer Flanke von Jannik Dehm knapp mit dem Kopf. Eine Minute später verzog KSV-Kapitän Kinsombi einen Schuss knapp. In der 51. Minute dann die Gelb-Rote Karte für Jannik Dehm, der Fabian Holland kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall brachte. Holstein-Coach Tim Walter reagierte und brachte Patrick Herrmann für Mittelstürmer Benjamin Girth. Darmstadt entwickelte nach dem Platzverweis mächtig Druck, ohne jedoch das Tor von Kenneth Kronholm ernsthaft in Gefahr zu bringen. In der 70. Spielminute dann das 4:2 in Unterzahl. David Kinsombi traf für die Störche.

Der Doppelpack von Tobias Kempe, der seine Mannschaft zweimal wieder herangebracht hatte (29./39.), blieb somit ohne Wert. “Die Tore fallen viel zu einfach”, monierte der 29-Jährige. “So kannst du kein Spiel gewinnen, selbst wenn du zwei Auswärtstore erzielst.” Ähnlich sah es auch Schuster: “Wer so viele Fehler macht, hat es auch nicht verdient, hier Punkte mitzunehmen. Deshalb ist es letztendlich ein verdienter Sieg für Kiel.”

Vor 8527 Zuschauern im Holstein-Stadion schlägt Holstein Kiel am Freitagabend die Lilien aus Darmstadt mit 4:2. Die Treffer für die Störche erzielten Benjamin Girth (12.), Alexander Mühling (23.), Janni Serra (32.) und David Kinsombi (70.). Die Tore für die Lilien besorgte Tobias Kempe (HE, 29.,39.).

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Benjamin Girth, Alexander Mühling, Janni Serra und David Kinsombi treffen für die Störche. Gelb/Rot für Jannik Dehm.