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Drama in der 3. Liga: Energie Cottbus steigt ab – Eintracht Braunschweig gerettet
Der FC Energie Cottbus hat den Klassenerhalt in der 3. Liga um ein Tor verpasst. Jetzt konzentrieren sich die Lausitzer auf das Landespokalfinale.

Braunschweig (dpa/bb) – Der FC Energie Cottbus hat am letzten Spieltag der 3. Fußball-Liga den Klassenerhalt um ein Tor verfehlt. Nach dem 1:1 (0:1) bei Eintracht Braunschweig fielen die Cottbuser aufgrund der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz gegenüber der Eintracht auf den 17. Platz zurück, da der FC Carl-Zeiss Jena (4:0 gegen 1860 München) sowie die SG Sonnenhof Großaspach (2:0 bei Fortuna Köln) mit ihren Siegen an den Lausitzern und den Niedersachsen in der Tabelle vorbeiziehen konnten.

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"Es ist vor allem Leere da. Aber solche Situationen gehören zum Sport dazu. Wir sind natürlich total enttäuscht. Aber wir hatten 38 Spieltage Zeit, um unsere Ziele zu erreichen. Deshalb sollte man nicht nur auf dieses letzte Spiel schauen und auch nicht auf unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen – es ist vorbei. Wir haben es leider nicht über die Ziellinie gebracht", sagte ein enttäuschter Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Bereits vor dem letzten Spieltag hatte der SV Wehen Wiesbaden seinen Platz in der Relegation zur 2. Bundesliga sicher. Schonung oder Schwung beibehalten lautete also die Frage bei den Hessen vor dem Duell mit Uerdingen – bei acht Wechseln in der Startformation nahm Schonung einen großen Raum ein. Nur Titsch Rivero, Schäffler und Mrowca blieben in der Startelf des SVWW. Dennoch ging die Rehm-Elf dreimal in Führung: Auf die Treffer von Diawusie (6.) und Schäffler (16., Foulelfmeter) hatte der KFC durch Dörfler (14.) und Osawe (70.) noch jeweils eine Antwort. Kyerehs Treffer in der 78. Minute sicherte Wehen dann aber einen 3:2-Auswärtssieg, mit dem es nun in die Vergleiche mit dem 16. der 2. Bundesliga geht: Am 24. und 28. Mai ist der Gegner dann entweder Ingolstadt oder Sandhausen.

Vor 20 000 Zuschauern im Eintracht-Stadion hatte Marc Pfitzner die Gastgeber mit einem umstrittenen Elfmeter nach einer halben Stunde in Führung geschossen. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Fabio Viteritti hatte in der 57. Minute ebenfalls per Strafstoß den Ausgleich erzielt.

Vor dem SVWW gingen Meister Osnabrück und der Karlsruher SC ins Ziel – beide verabschiedeten sich mit Heimniederlagen in die 2. Bundesliga. Die Osnabrücker kassierten vor der offiziellen Meisterehrung im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke eine saftige 1:4-Niederlage gegen Unterhaching. Einige Ausfälle sorgten dafür, dass der Ex-Hachinger Taffertshofer beim VfL in die Innenverteidigung rückte – sein Ballverlust in der 12. Minute ermöglichte SpVgg-Angreifer Schimmer das Führungstor und stellte die Weichen: Krauß (35.), Greger (44.) und erneut Schimmer (49.) erhöhten für die Gäste leicht auf 4:0. Girth gelang für den VfL mit dem 1:4 noch etwas Ergebniskosmetik.

"Wir hatten nach dem Ausgleich noch eine halbe Stunde Zeit, haben aber kein Tor mehr gemacht. Wir müssen uns jetzt alle erst einmal sammeln. Wir haben für den Verein noch ein schwieriges Spiel im Landespokal", so Lasse Schlüter im Hinblick auf das Finale gegen den Regionalligisten Optik Rathenow am kommenden Samstag.

Die SG Sonnenhof Großaspach (45, -1) hievte sich durch einen 2:0-Sieg bei Fortuna Köln im letzten Moment über den ominösen Strich. Pelivan (33.) und ein von Abu Hanna ins eigene Tor gelenkter Martinovic-Schuss (61.) sorgten für klare Verhältnisse im Südstadion. Während die Fortuna Abschied nimmt, feierten die 500 mitgereisten Aspacher Anhänger die späte Rettung unter Trainer Markus Lang (zwei Spiele, zwei Siege) und steuern einer sechsten Drittliga-Saison entgegen. Vor ausverkauftem Haus: Jena macht alles klar

Cottbus hatte eine schwache erste Hälfte gezeigt, sich im zweiten Durchgang aber trotz der Gelb-Roten Karte gegen José Matuwila (86.) gesteigert. Der Braunschweiger Christoph Menz wurde in der Nachspielzeit des Feldes verwiesen, ein Treffer gelang Cottbus aber nicht mehr. "Wir haben diesen Abstieg nicht verdient. Wir haben hintenraus eine klasse Saison gespielt und kriegen es mit so einem Spieltag reingedrückt", so Felix Geisler.

Abstiegskrimi am letzten Spieltag: Die Lausitzer verzweifeln bei den Niedersachsen und müssen den schweren Gang in die Regionalliga antreten – nach einer wilden Partie.

Ohne Sorgen trafen sich im Tabellenmittelfeld Kaiserslautern und Meppen – und sorgten für spektakuläre 30 Minuten: Sechs Tore fielen zwischen der 8. und der 38. Minute, dann war die Luft raus und weitere Treffer gab es nicht mehr. Lautern kam so mit einem 4:2 zu einem versöhnlichen Abschluss, Kühlwetter (8., 16.), Hemlein (23.) und Sickinger (34.) markierten die Tore für die Pfälzer, Proschwitz (11.) und Puttkammer (38.) ließen den mitgereisten SVM-Anhang zwischenzeitlich jubeln.

Energie Cottbus und die Sportfreunde Lotte haben in der 3. Liga den Kampf um den Klassenerhalt verloren und müssen in die Viertklassigkeit absteigen. Am letzten Spieltag der Saison kam Cottbus in einem dramatischen “Endspiel” beim direkten Konkurrenten Eintracht Braunschweig nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, Lotte verlor 1:2 (1:0) gegen die Würzburger Kickers – beide Klubs müssen nun in der Regionalliga einen neuen Anlauf starten.

Die schwierigste Ausgangslage im Tabellenkeller hatten die Sportfreunde Lotte (40). Ein Sieg gegen Würzburg war Pflicht, fremde Hilfe jedoch zwingend erforderlich. Da diese ausblieb, war das Resultat im Frimo-Stadion egal. Die beiden Teams trennten sich nach Toren von Lindner für Lotte und Kaufmann sowie Breitkreuz mit 2:1 für den FWK. Damit gehen die Westfalen nach drei Jahren in der 3. Liga zurück in die Regionalliga.

Umstritten war in Braunschweig vor allem der Treffer zum 1:0. Dem Tor von Marc Pfitzner (30.) war ein unberechtigter Elfmeterpfiff vorangegangen. Fabio Viteritti (57.) glich für Cottbus per Handelfmeter aus. Der Cottbuser Jose Matuwila sah kurz vor Schluss noch Gelb-Rot, der Braunschweiger Christoph Menz (90.+3) in der Nachspielzeit Rot.

Oben war schon alles klar, doch im Abstiegskampf brachte erst der 38. Spieltag die finalen Entscheidungen in der 3. Liga. Eintracht Braunschweig rettete sich durch ein 1:1 gegen Cottbus mit hauchdünnem Vorsprung ins Ziel, der FC Energie muss hingegen wieder absteigen. Ebenso wie Lotte nach dem 1:2 gegen Würzburg. Großaspach und Jena schafften den Ligaverbleib aus eigener Kraft.

Retten konnten sich neben Braunschweig auch Carl Zeiss Jena durch ein 4:0 (2:0) gegen 1860 München und die SG Sonnenhof Großaspach durch ein 2:0 (1:0) bei Fortuna Köln. Großaspach, Braunschweig und Cottbus (alle 45 Punkte) trennte nur die Tordifferenz, in der Cottbus einen Treffer schlechter war als Braunschweig. Bereits vor dem letzten Spieltag standen der VfR Aalen und Fortuna Köln als Absteiger fest.

Knapper war es in Karlsruhe, wo der KSC aber letztlich auch eine 2:3-Heimniederlage gegen den Halleschen FC hinnehmen musste. Die Gästeführung durch Sohm (40.) konnte Fink per Foulelfmeter noch vor der Pause ausgleichen (45.+2). Ein HFC-Doppelschlag durch Manu und Pronichev (71., 80.) sorgte aber für die Entscheidung – Wanitzeks freches Freistoßtor (88.) kam zu spät.

Meister VfL Osnabrück verabschiedete sich mit einer Niederlage aus der 3. Liga. Gegen die SpVgg Unterhaching verlor das Team von Daniel Thioune 1:4 (0:3). Mitaufsteiger Karlsruher SC unterlag dem Vierten Hallescher FC mit 2:3 (1:1).

Mit einem späten Tor und einem Punktgewinn verabschiedete sich der VfR Aalen aus der 3. Liga. Der Absteiger holte dank des Treffers von Sliskovic in der 83. Minute ein 1:1 im Heimspiel gegen Hansa Rostock. Bülow hatte nur sieben Minute zuvor für Hansas Führung gesorgt.

Der SV Wehen Wiesbaden feierte dagegen eine gelungene Generalprobe für die Aufstiegsrelegation zur 2. Liga. Beim KFC Uerdingen kamen die Hessen zu einem 3:2 (2:1). Am 24. und 28. Mai kämpft das Team von Rüdiger Rehm gegen den 16. der 2. Liga um den letzten Platz in der Zweitklassigkeit, mögliche Gegner sind der FC Ingolstadt oder der SV Sandhausen.

Der tief gefallene Traditionsklub 1. FC Kaiserslautern feierte im ersten Spiel nach der Einigung mit dem neuen Investor Flavio Becca einen Sieg. Gegen den SV Meppen gewann die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann 4:2 (4:2). Am Donnerstag war der Einstieg Beccas bekannt gegeben worden, der Luxemburger will den FCK zurück in die Bundesliga führen.

Zudem gewann der FSV Zwickau 2:0 (0:0) gegen Preußen Münster, der Tabellenletzte Aalen trennte sich im letzten Saisonspiel 1:1 (0:0) von Hansa Rostock.

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