So bleibt Energie drittklassig - rbb|24
Wollitz warnt: Brandgefährliche Situation
Im Schlussspurt der 3. Liga überzeugte Energie Cottbus zuletzt mit zwei Siegen in Folge. Am Samstag könnte der Verein in Braunschweig mit drei Punkten den Klassenerhalt aus eigener Kraft erreichen. Bei Punkteteilung oder Niederlage gilt die Devise: rechnen und hoffen.

Mit einem Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig [rbb-Fernsehen, Samstag live ab 13:20 Uhr] muss kein Cottbus-Fan die Hände zum Gebet falten, zu anderen Fußballplätzen schielen oder gar den Taschenrechner zücken: Mit einem dritten Sieg in Folge würde der FC Energie (Platz 15) auch nächste Saison in der 3. Liga spielen. Bei einem Unentschieden im Eintracht-Stadion verkompliziert sich die Mission Klassenerhalt etwas – denn dann kommt es auf die Tabellennachbarn Carl Zeiss Jena (16.) und Sonnenhof Großaspach (17.) an.

Wie ist die Stimmung vor diesem alles entscheidenden Spiel? Gut, sagt Routinier Tim Kruse und begründet: Die ersten Steine sind vom Herzen gefallen durch den Sieg am Samstag. Jetzt sind wir guten Mutes. Dabei ist die Situation durchaus prekär: Energie muss trotz des hart erkämpften 2:1-Heimsiegs gegen Aalen nun am Samstag in Braunschweig erneut gewinnen, um den Klassenerhalt sicher aus eigener Kraft zu schaffen. Ein einziges Tor fehlt den Lausitzern, dann hätte schon ein Unentschieden bei der Eintracht gereicht. Daniel Bohl bestätigt: Es hat sich für alle am Samstag ein bisschen negativ trotz des Sieges angefühlt. Es ist schon bitter, dass wir mit so einer Ausgangslage nach Braunschweig müssen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass wir es schaffen können.

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Cottbus hätte bei einer Punkteteilung in Niedersachsen 45 Punkte und ein Torverhältnis von Minus Sieben. Wenn Großaspach bei der bereits abgestiegenen Fortuna in Köln nicht gewinnt oder Jena zu Hause gegen 1860 nur einen Punkt holt, könnten weder die Thüringer mit dann 44 Punkten noch die Südwestdeutschen mit 43 Punkten an den Lausitzern vorbeiziehen.

Seine Maßgabe: Einfach Gas geben und dann hoffen, dass es klappt. Im Training am Mittwoch geben die Profis dann tatsächlich Vollgas. Trainer Claus-Dieter Wollitz lässt die Mannschaft im eiskalten Cottbuser Dauerregen mehr als eine Stunde ranklotzen. Die Stimmung ist gut, und durchaus etwas explosiv: Dass sich Ersatzkeeper Kevin Rauhut und Andrej Startsev im Trainingsspiel kurz mal an die Wäsche gehen wollen, ist wohl weniger ein Anzeichen dafür, dass die Nerven flattern. Viel mehr könnte man deuten: Da ist das nötige Feuer drin. Daniel Bohl ahnt: Uns wird am Samstag ein Hexenkessel erwarten, das Spiel ist für beide Seiten brutal eklig.

Der FC Energie Cottbus befindet sich trotz des 2:1-Erfolgs über Tabellenschlusslicht Aalen noch immer mitten im Abstiegskampf. Am Samstag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) kommt es zum Saisonfinale beim direkten Konkurrenten aus Braunschweig. Ein Sieg wäre für beide Seiten gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt.

Sollte es nicht zu einem Dreier reichen, könnten die Klubs dennoch darauf hoffen, dass Jena oder Großaspach nicht gewinnen. Mit einem Sieg wäre man jedoch auf der sicheren Seite. “Wir sind bereit – und werden alles daran setzen, nächsten Samstag mit dem Klassenerhalt zurück in die Lausitz zu kommen”, erklärte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz daher.

Glück auf! Luke Hemmerich kommt am Mittwoch so zum Training bei Energie Cottbus, wie man ihn auch auf dem Spielfeld kennt. Im Vollsprint rast der Cottbuser Neuzugang die Treppen hoch und wirft noch fröhlich den Bergmannsgruß in die Runde. Kein Wunder: Er stammt aus dem Ruhrgebiet, war zuletzt bei Erzgebirge Aue – und hier in der Lausitz gibt es ja auch noch genügend Kohlekumpel.

Bereits am vergangenen Spieltag hätte Energie gerettet sein können, doch die Konkurrenz spielte nicht mit. Wollitz zog aus dem Sieg gegen Aalen positive Schlüsse für die entscheidende Begegnung beim BTSV: “Ich glaube, dass die Mannschaft wieder eindrucksvoll gezeigt hat, dass sie zu der Disziplin, die man braucht, auch den nötigen Charakter und die Mentalität hat.”

Eine Nachmittagseinheit beim FCE vor einem ganz normalen Spiel, wie Fabio Viteritti weismachen will. Der 25-Jährige gibt dann aber zu, dass die Situation vor dem Abstiegsendspiel bei Eintracht Braunschweig am Samstag (13.30 Uhr/LR-Liveticker) möglicherweise doch etwas spezieller ist: Der Druck ist auf alle Fälle da. Aber wir können damit umgehen, so der Mittelfeldakteur.

Der Gegner am Wochenende präsentierte sich in der Rückrunde eigentlich nicht mehr als Abstiegskandidat. Die Eintracht stand nach der ersten Hälfte der Spielzeit zwar abgeschlagen als Schlusslicht da, konnte sich aber fulminant zurückkämpfen (Vierter in der Rückrundentabelle). Wollitz warnte daher, und auch weil Jena und Großaspach zuletzt fleißig punkteten: “Wir haben es selbst in der Hand, aber die Situation ist brandgefährlich.” Zudem wird mit Jurgen Gjasula (Gelbsperre) ein wichtiger Baustein des Teams fehlen.

Die Frage wird sein: Welches Team kommt damit besser klar? Bei FCE-Youngster Felix Geisler wächst die Vorfreude auf die Atmosphäre mit mehr als 20 000 Zuschauern: Es ist eine geile Kulisse, das Stadion brennt dann natürlich. Da ist man noch ein bisschen mehr angespannt und hat den Fokus auf das Spiel.

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