3. Liga: Energie Cottbus gegen Lotte ohne Marcelo de Freitas - rbb|24
FCE-Plan: Vollgas, ohne durchzudrehen
Energie Cottbus muss im Abstiegskampf der 3. Liga einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Gegen die Sportfreunde Lotte (Sonntag, 14 Uhr) muss Trainer Claus-Dieter Wollitz auf Mittelfeldspieler Marcelo de Freitas Costa verzichten. Dies bestätigte Energie-Pressesprecher Stefan Scharfenberg-Hecht rbb|24 am Samstag.

Die Erkenntnisse aus der Trainingswoche von Energie Cottbus vor dem Auswärtsspiel bei Sportfreunde Lotte am Sonntag (14 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker) haben kein Tempolimit: Luke Hemmerich ist der Wildeste. ­Daniel Bohl eigentlich der Schnellste, wenn er nicht ab und an anecken würde. José-Junior Matuwila hat einen ­Pokal verdient. Und bei Regen ist Dimitar Rangelov unschlagbar.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat sichtliches Vergnügen, wenn er vom gemeinschaftlichen Mannschaftsausflug auf den Lausitzring berichtet. Die Profis absolvierten auf dem Dekra-Gelände einen Fahrsicherheitstest und ließen die Motoren richtig aufheulen. Wollitz erzählt: Das hat richtig Spaß gemacht, manche sind gefahren wie die Verrückten.

Wie passend: Zeitgleich mit dem FCE drehten die Piloten der DTM auf der Rennstrecke ihre Test-Runden. Und Energie hat in diesen Tagen ja fast die gleichen Probleme wie der einstige Formel-1-Fahrer Timo Glock und dessen Kollegen. Auch die Traditionsserie hat nach dem Ausstieg von Mercedes durchaus berechtige Sorgen, in die Niederungen des Rennsports abzusteigen.

Gleichzeitig haben die neuen Motoren seine Tücken. BMW-Pilot Glock berichtete gegenüber der RUNDSCHAU, wie schwer es sei, die 600 PS zu beherrschen. Die Gefahr, dass die Reifen beim Start durchdrehen oder die Fahrzeuge ausbrechen, sei groß. Glock verdeutlichte: Die Kraft auf den Boden zu bekommen, ist das Schwierige daran.

Bei Energie ist es ähnlich. Vor dem Auswärtsspiel in Lotte sagt Trainer Wollitz: Wenn meine Mannschaft ihre Parameter auf den Platz kriegt, ist es schwierig, sie zu verteidigen. Wie viele Pferdestärken sein Team allerdings am Sonntag ans Autobahnkreuz Lotte mitbringt, ist nach dem bisher sehr wechselhaften Verlauf der Rückrunde ungewiss. Zwar hat Energie mit den Nachverpflichtungen in der Winterpause nicht nur ein paar Zündkerzen ausgewechselt, sondern noch einmal ordentlich am Motor geschraubt. Der FCE hat seitdem sicher deutlich mehr PS, doch um es mit Timo Glock zu sagen: Diese Kraft haben die Cottbuser zuletzt nicht mehr richtig auf den Rasen bekommen.

Trainer Wollitz gibt zu: Die zweite Halbzeit in Jena war für den Abstiegskampf zu wenig. Die Intensität und die Körpersprache haben nicht gestimmt. Und auch gegen Kaiserslautern war ich nicht damit zufrieden, was die Mannschaft in gewissen Phasen des Spiels investiert hat. Für das Spiel in Lotte nun sagt er ohne Umschweife: Wir müssen liefern.

Nur Windschattenfahren reicht nicht mehr, auf den Schlussrunden der Saison muss Energie in den höchsten Gang schalten. Wollitz legt fest: Es darf keine Ausreden mehr geben. Die Anreise zu lang, das Wetter zu warm, der Platz zu trocken – das zählt nicht mehr, so der Trainer, der bei der Nominierung der Startelf durchaus mehr als nur ein Feintuning im Sinn haben könnte: Er sagt: Jetzt geht es nicht mehr darum, die Besten der Besten auf dem Platz zu haben, sondern diejenigen, die mit der Situation klarkommen.

Sein Anforderungsprofil für Sonntag klingt dabei nach einer Stellen­ausschreibung für ein DTM-Cockpit: Vollgas, ohne durchzudrehen.

Für RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann ist der Ostersonntag kein Fußballtag. Deswegen sendet er im Wort zum Spieltag vor der Auswärtspartie von Energie Cottbus in Lotte eisige Schauer in Richtung DFB.mehr