Dämlich: Energie nur kurz über dem Strich - Lausitzer Rundschau
Löhmannsröben entreißt Cottbus den Sieg
So fühlt es sich also an, wenn man über dem Strich steht. Als Jürgen Gjasula am Samstagnachmittag den Foulstrafstoß in der 80. Minute verwandelte, hatte Energie Cottbus zumindest für einen Moment die Abstiegsränge der 3. Fußball-Liga verlassen – aber eben nur für einen Moment.

Dieser Moment dauerte bis zur 89. Minute und dem späten Gegentor von Jan Löhmansröben. Statt des so dringend notwendigen Heimsieges musste sich Energie mit einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaisers­lautern begnügen. Das Ergebnis fühlt sich wie eine Niederlage an, fasste José-Junior Matuwila die Gefühlslage zu­sammen. Und Torschütze Jürgen Gjasula meinte: Wir haben jetzt einen Punkt mehr auf dem Konto, aber es fühlt sich schlecht an.

Der VfR Aalen hingegen unterlag zuhause gegen die Sportfreunde Lotte mit 1:2 (0:1). In der 32. Minute war Lotte durch einen Treffer von Paterson Chato in Führung gegangen, ehe Petar Sliskovic in der 59. Spielminute für den Ausgleich sorgte. Den Schlusspunkt setzte Adam Straith für Lotte (83.). Aalen bleibt durch die Niederlage auf dem letzten Tabellenplatz der 3.Liga.

Denn als Tabellen-18. hat Cottbus weiter zwei Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegszone und nur noch fünf Partien Zeit, um diesen Rückstand aufzuholen. Am Ostersonntag bei den Sportfreunden Lotte wartet nun bereits das nächste Abstiegs-Endspiel auf den FCE.

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat mit viel Glück noch einen Punkt bei Energie Cottbus ergattert. Jan Löhmannsröben traf für die Pfälzer am Samstag in der 89. Minute zum 1:1 (0:0). Jürgen Gjasula (80.) hatte die Gastgeber vor 7.667 Zuschauern nach einem Foul von FCK-Keeper Lennart Grill an Lasse Schlüter per Elfmeter in Führung gebracht.

1:1 gegen Kaiserslautern: Späte Enttäuschung für Energie Cottbus

Zumal die Konkurrenz am zurückliegenden Wochenende wichtige Siege einfuhr. Lotte beendete die Serie von sechs Spielen ohne Sieg und gewann mit dem neuen, alten Trainer Ismail Atalan beim VfR Aalen 2:1. Carl Zeiss Jena siegte eine Woche nach dem Erfolg gegen Energie auch bei Hansa Rostock 2:1. Der FSV Zwickau entführte mit dem 1:0 bei der SpVgg Unterhaching ebenfalls drei wichtige Punkte.

Fußball | 3. Liga FCK und Großaspach mit Remis teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf SMS teilen per Mail teilen Der 1. FC Kaiserslautern hat beim Auswärtsspiel in Cottbus 1:1-Unentschieden gespielt. Auch Großaspach musste sich mit einem 1:1 in Braunschweig zufriedengeben. Aalen unterlag zuhause gegen Lotte mit 1:2.

Ein Dreier hätte auch dem FCE am Samstag vor 7667 Zuschauern im Stadion der Freundschaft gutgetan. Gegen die kompakt stehenden Gäste aus der Pfalz hatten es die Lausitzer zwar schwer, sich Torchancen herauszuspielen – aber hin und wieder gelang es dann doch. Zum Beispiel, wenn sich Marcelo de Freitas mit seinen Distanzschüssen versuchte. Und in der Schlussphase nahm diese lange Zeit nach einem 0:0 aussehende Partie dann sogar richtig Fahrt auf. Als Lasse Schlüter in der 80. Minute im Strafraum durch den Lauterer Torhüter Lennart Grill von den Beinen geholt wurde, donnerte Jürgen Gjasula den FCE mit seinem Elfmeter-Tor über den Strich.

Nur kurze Zeit später kehrte die Abstiegsangst aber wieder mit Macht zurück. Es ist saudämlich von uns, dass wir dann noch das 1:1 kassieren. Das darf einfach nicht passieren. Diese Punkte fehlen, ­ärgerte sich Daniel Bohl.

Das Ergebnis ist für uns sehr enttäuschend, befand auch Frank Eulberg als Vertreter des ge­sperrten Cheftrainers Claus-Dieter Wollitz. Neben dem einen Punkt nahm Eulberg immerhin noch diese Erkenntnis mit: Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie alles gibt, um unser großes Ziel zu erreichen.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – B. Kessel, R. Becker, Nkansah, Kijewski – Rütten, Nehrig (76. Pfitzner), Otto – Putaro, P. Hofmann (68. Düker), Bär (65. Feigenspan)

Am Ostersonntag in Lotte wird auch Claus-Dieter Wollitz wie gewohnt wieder an der Seitenlinie mit an Bord sein. Wegen der DFB-Sperre aus dem Zwickau-Spiel durfte er am Samstag nur von der Tribüne aus zuschauen und eine halbe Stunde vor dem Anpfiff sowie bis eine halbe Stunde nach dem Spiel keinen Kontakt mit dem Team haben. Nach der Mannschaftsbesprechung habe er sich unter Tränen verabschiedet, berichte der Coach später. Dass er seine Spieler in dieser wichtigen Partie nicht aktiv begleiten konnte, schmerzte Wollitz: Das war nicht angenehm, das wünsche ich keinem. Ich bin froh, dass es vorbei ist.

Der Kampf um den Klassen­erhalt geht indes weiter und wird wohl ­immer dramatischer. Spätestens am 38. Spieltag am 18. Mai muss der FCE über diesem Strich stehen – dann aber bis zum Schlusspfiff.

Energie Cottbus muss gegen Kaiserslautern ohne den gesperrten Trainer Wollitz auskommen. Zwar nur für ein Spiel, trotzdem ist es die Höchststrafe. Der RUNDSCHAU-Kommentar zur Lage beim FCE.mehr

Energie Cottbus hat am 33. Spieltag einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf verpasst und vor heimischer Kulisse 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern gespielt. In einer insgesamt höhepunktarmen Partie hatten die Lausitzer die besseren Chancen und gingen schließlich in Führung. Doch kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit schlug der FCK zurück.

Sportfr. Lotte: Kroll – Langlitz, Rahn, Straith, Al-Hazaimeh – L. Dietz – Oesterhelweg, Wendel (46. Jovic), Chato (76. Putze) – Wegkamp (67. Reimerink), J. Lindner

Cottbus Coach Claus-Dieter Wollitz, der aufgrund einer Innenraumsperre nicht an der Seitenlinie stand und durch Co-Trainer Frank Eulberg vertreten wurde, veränderte seine Startelf nach dem 1:2 in Jena auf vier Positionen: Spahic im Tor, Schneider, Bohl und Schlüter ersetzten Rauhut (Wadenverletzung), Holthaus, Kruse und Viteritti (alle Bank). Die Hausherren traten damit wie die Gäste in einer 3-5-2-Formation an.

1. FC Kaiserslautern: Grill – Kraus, Sickinger, Gottwalt – D. Schad (90.+1 Hemlein), Löhmannsröben, Fechner, Pick (71. Jonjic) – Albaek – Thiele, Kühlwetter

Kaiserslauterns Trainer Sascha Hildemann tauschte nach dem 0:1 gegen Aalen zweimal Personal aus: Der gesperrte Hainault (5. Gelbe Karte) wurde in der Dreierkette durch Gottwalt ersetzt. Fechner startete außerdem anstelle von Bergmann (Gehirnerschütterung). Dessen Position hinter der Doppelspitze nahm der nach vorne gerückte Albaek ein. Weil mit Sternberg, Hemlein und Zuck drei weitere Akteure verletzt fehlten, saßen die Nachwuchsspieler Morabet (erstmals in Profikader) und Scholz auf der Bank. Außerdem Flügelspieler Jonjic kehrte nach Bänderriss ebenfalls zurück.

Beide Mannschaften neutralisierten sich im ersten Durchgang fast komplett. Die Gäste hatten zwar etwas mehr vom Spiel, kamen aber rund um den Cottbuser Strafraum nicht in Abschlussposition. Vor allem bei Standards offenbarten die Pfälzer Nachlässigkeiten. Die Hausherren hielten defensiv gut dagegen – und hatten die einzigen Chancen im ersten Durchgang: Gottwalt blockte Marcelo Freitas Schuss aus rund 15 Metern (10.), dann versucht Gjasula sein Glück nach einer abgewehrten Freistoß-Hereingabe (29., drüber). Als die Hausherren mal kurzzeitig etwas Druck aufbauten, zwang Marcelo Freitas FCK-Keeper Grill aus der Distanz zu einer Parade (36.). Mit 0:0 ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang setzte sich das Bild des ersten Durchgangs fort, allerdings zog sich Lautern nun etwas weiter zurück und überließ den Lausitzern den Ballbesitz. Albaek prüfte Spahics Aufmerksamkeit von der Strafraumkante – es war der erste FCK-Torschuss (51.), wenig später landete Picks Schlenzer ebenfalls in den Armen des Energie-Schlussmanns (56.). Auch den dritten Lauterer Torschuss, erneut probierte es Albaek aus der Distanz, fing der Keeper ab (67.).

Dazwischen hatte Cottbus die beste Chance, Löhmannsröben ging vor dem eigenen Strafraum nicht entscheidend in den Zweikampf, weshalb Marcelo Freitas trocken abzog – und das Tor nur knapp verfehlte (62.). Mit Anbruch der Schlussphase gingen die Hausherren dann in Führung: Schlüter tauchte nach einem Doppelpass vor Grill auf, der den Cottbuser zu Fall brachte – Elfmeter! Gjasula übernahm die Verantwortung und schoss den Ball souverän zur Führung ins linke Eck (80.). Der FCK hätte beinahe die richtige Antwort gefunden, doch der Kopfball des zuvor eingewechselten Huth wurde von Spahic zur Seite abgewehrt (82.).

Die zuvor bei Standards sehr harmlosen Gäste nutzten kurz vor dem Schlusspfiff ausgerechnet einen Freistoß, um noch zum Ausgleich zu kommen. Thiele verlängerte die Hereingabe von Albaek vor die Füße von Löhmannsröben, dessen Flachschuss im Kasten zum 1:1-Endstand landete (89.).

Energie Cottbus, das den Sprung über den Strich durch einen Sieg verpasst hat, gastiert am Ostersonntag (14 Uhr) bei Lotte. Für Kaiserslautern geht am selben Tag (13 Uhr) gegen Rostock weiter.

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