Kampf um Klassenerhalt: Cottbus muss \
Fußball: Energie trauert um Aufstiegshelden und Piplica-Entdecker
Im Montagsspiel beim FSV Zwickau geht es für Energie Cottbus weiter gegen den Abstieg. Trainer Wollitz gibt sich kämpferisch, weiß aber auch um die Stärke des Gegners. Nötigen Schwung könnten zwei neue Optionen im Kader bringen. Von Andreas Friebel

Vor Fußball-Drittligist Energie Cottbus liegt jetzt eine entscheidende Saisonphase. Nachdem sich die Lausitzer wieder an die Nichtabstiegsplätze herangekämpft haben – es fehlt nur noch ein Punkt zu Rang 16 – folgen jetzt drei Partien gegen Mannschaften aus der Abstiegszone. Spiel eins gibt es am Montagabend (Anpfiff 19 Uhr) in Zwickau.

Weiter in die Zukunft blicken wollte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bei der Pressekonferenz am Freitagmittag noch nicht. "Ich rede nur über das nächste Spiel. Und das ist am Montag in Zwickau", so der Cottbuser Coach. Und auch auf die Frage, ob dies jetzt ein Endspiel sei, bemerkte Wollitz nur, dass "es für uns Endspiel Nummer 30 ist. Seit dem ersten Spieltag kämpfen wir gegen den Abstieg."

Es scheint fast so, als ob Wollitz ein wenig Druck von der Mannschaft nehmen will. Denn natürlich ist vor diesem Kellerduell beim Tabellen-15. klar, dass Cottbus nicht verlieren darf, sogar gewinnen muss, um punktemäßig mit dem FSV Zwickau gleichzuziehen. "Klar würde uns ein Sieg weiter bringen als ein anderes Ergebnis. Aber der Weg zum Klassenerhalt ist trotzdem noch sehr lang", betont Wollitz.

Dass die Hoffnung auf ein weiteres Jahr in der dritten Liga zuletzt wieder gestiegen ist, zeigt die Punkteausbeute im Monat März: In fünf Spielen wurden acht Zähler gesammelt. Ein Wert, den nicht viele Mannschaften im Abstiegskampf aufweisen können. Zwickau kam auf fünf Punkte. Die beiden nächsten Energie-Gegner Köln und Jena kamen in dieser Zeit auf acht, beziehungsweise zwei Zähler. "Die Konkurrenten punkten derzeit nicht außergewöhnlich gut, wir immerhin regelmäßig", sagt Wollitz.

Auffällig bei den Zwickauern ist die Tatsache, dass sie wenig konstant auftreten. Gute und schlechte Spiele wechseln sich ab. Dem Heimerfolg über Uerdingen (2:0) folgte ein schwaches 1:1 in Aalen. "Trotzdem machen sie das bisher sehr gut für ihre Verhältnisse. Sie haben viele erfahrene Spieler in ihren Reihen und sind Mentalitätsmonster", beschrieb Claus-Dieter Wollitz am Freitag den kommenden Gegner.

Nach einer kurzen Pause kehrt gegen die Sachsen Fabio Viteritti in den Kader zurück. Er klagte zuletzt über Adduktorenprobleme. "Fabio kann mit einer Aktion dem Spiel eine neue Richtung geben." Vielleicht rutscht auch Tim Kruse in den Kader. Nach einem Achillessehnenanriss fehlte der Routinier monatelang. Ein Ende seiner sportlichen Karriere stand im Raum. Inzwischen ist der 36-Jährige wieder im Mannschaftstraining. Ob er als Art Überraschungsgast sein Comeback gegen Zwickau gibt, wollte Wollitz weder bestätigen noch dementieren. "Er wird noch seine Einsätze bekommen", so die knappe Antwort des Trainers, der mit seiner Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison ein Montagabendspiel bestreitet.

Zuletzt gab es bei den Montagsspielen in der 3. Liga immer wieder Proteste gegen solche Terminierungen. "Wenn wir wenigstens richtig viel Fernsehgeld für diese unlukrative Anstoßzeit bekommen würden, würde ich in den sauren Apfel beißen", sagt Wollitz. "Aber das ist ja nicht der Fall." Er weist aber auch darauf hin, dass es unter Flutlicht für die Lausitzer zuletzt nicht so schlecht lief. Am Mittwoch gab es ein 0:0 in Unterhaching und ein paar Tage zuvor einen 3:2-Auswärtssieg in Halle.

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Darts zieht mittlerweile viele tausend Zuschauer in die größten Hallen Europas. Gerade in England genießt der Sport große Popularität, doch auch in Deutschland wächst das Interesse. Am Donnerstag war die Premier League Darts zu Gast in Berlin.

Es läuft aktuell alles andere als rund bei den Füchsen. Gegen Göppingen verloren die Berliner zuhause mit 29:33. Es war bereits die vierte Niederlage im sechsten Liga-Spiel nach der WM-Pause. Nach dem Spiel war die Stimmung im Keller – und die Wortwahl denkwürdig.

In der Hauptrunde überzeugten die Eisbären in dieser Saison vor heimischer Kulisse nur selten. Pünktlich zu den Playoffs kehrte die Heimstärke dann allerdings zurück. Auch im vierten Viertelfinalspiel hoffen die Berliner daher auf die eigenen Fans. Von Jonas Bürgener

Der FC Energie trauert um eine Vereinslegende. Der Fußball-Drittligist teilte mit, dass Dieter Schulz am Donnerstag nach kurzer aber schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben ist.

Schulz ist ein Cottbuser Urgestein. Der in Zeipau (Schlesien) geborene Fußballer erlebte 1963 die Gründung des SC Cottbus und 1966 die der BSG Energie mit: Als Torhüter war auf ihn während seiner aktiven Zeit Verlass, später als Co-Trainer und Chefcoach der ersten Mannschaft ebenfalls.

Bereits in seinem ersten Jahr als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie führte er Energie 1981 zum Aufstieg in die DDR-Oberliga. Über wechselnde Funktionen prägte der studierte Sportlehrer auch nach seiner Zeit als Cheftrainer das Vereinsleben mit. Er war Trainer der zweiten Mannschaft und Gründungsmitglied des Ehrenrates. Zudem absolvierte er 441 Altligaspiele für die Energie-Oldies. Außerdem war Schulz ein wichtiger Unterstützer und Förderer beim Aufbau des virtuellen Energie-Museums (fcenergie-museum.de).

Dass Dieter Schulz zudem als Talentscout einst einen gewissen bosnischen Torhüter namens Tomislav Piplica beobachtet und dann Cheftrainer Eduard Geyer empfohlen hatte, wissen wohl nur die wenigsten Energie-Fans.

Beim FCE ist die Trauer um den treuen Wegbegleiter groß. Auf der Vereinshomepage heißt es: Mit Dieter Schulz geht aber nicht nur ein Kenner des Fußballs, ein begeisterter Sportsmann und ein langjähriges Ehrenratsmitglied – vor allem geht ein charakterfester, bewundernswerter, freundlicher und sehr prägender Mensch von uns.

Mit einer Hiobsbotschaft ist Energie Cottbus zum Auswärtsspiel bei der Spielvereinigung Unterhaching gereist. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann sagt, wie Fabio Viteritti ersetzt werden sollte.mehr