Chemnitz sagt Stadtfest im Sommer ab - BILD
Chemnitz sagt sein Stadtfest ab!
Das erklärte Sören Uhle (43), Chef der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwickungs GmbH (CWE) am Mittwoch vor Journalisten. Die städtische CWE ist seit seit mehreren Jahren als Veranstalter des Stadtfestes mit jeweils rund 250 000 Besuchern.

Als Hauptgrund für die Absage nannte Uhle den Imageverlust durch die Ereignisse des letzten Jahres. Das Stadtfest 2018 war einen Tag früher beendet worden, nachdem rechtsextreme Gruppierungen wegen der tödlichen Messerattacke auf Daniel H. zu Protesten aufgerufen hatten.

Der Abbruch des Stadtfestes nach der tödlichen Messer-Attacke auf Daniel H. – jetzt kommt raus: Der Steuerzahler muss dafür blechen!

Tumultartige Szenen in der Innenstadt! Nach dem Messermord auf dem Chemnitzer Stadtfest droht die Lage zu eskalieren.

Uhle: Uns ist es wichtig, diesen Break reinzukriegen, um nicht in ein Risiko zu schlittern. Die Marke Chemnitzer Stadtfest sei katastrophal beschädigt worden. Denn jeder würde es aktuell mit den anschließenden Ereignissen in Verbindung bringen.

Dazu würde den Veranstaltern dieses Jahr das Sicherheitsthema wie ein schwerer Klotz am Bein hängen. Sprich: hohe Kosten verursachen. Sponsoren seien zwar bisher nicht abgesprungen, doch mit der jetzigen Ausgangslage könne man keine neuen gewinnen, um die Veranstaltung nach vielen roten Jahren (2016 z. B. 120 000 Euro Miese) in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Die Stadtfest-Absage ist laut Uhle mit der Chemnitzer Stadtverwaltung und OB Barbara Ludwig (57, SPD) abgesprochen. Ob es in den Folgejahren einen neuen Anlauf fürs größte Chemnitzer Freiluft-Fest gibt, ist unklar. Uhle: So eine Prognose traue ich mir nicht zu.

Nicht betroffen sind andere durch die CWE organisierten Großveranstaltungen wie der Chemnitzer Parksommer. Dazu plane man neue Events mit der hiesigen Kulturgemeinschaft.

Sören Uhle (43) leitet die CWE seit 2016. Die Gesellschaft zur Förderung der Chemnitzer Wirtschaft und Entwicklung verfügte 2018 über einen Etat von rund 3,4 Mio. Euro – die Stadt Chemnitz zahlt davon 1,74 Mio. Euro.

Chemnitz – Die Stadt Chemnitz hat das diesjährige Stadtfest abgesagt! Das gaben die Organisatoren am Mittwochmittag auf Facebook bekannt.

“Das Stadtfest 2018 ist in den Köpfen der Chemnitzerinnen und Chemnitzer und weit darüber hinaus noch immer präsent. Die auf diese Veranstaltung nachfolgenden Ereignisse und die darauf folgenden Berichterstattungen führten dazu, dass das Image dieses Festes nachhaltig negativ besetzt wurde.

Die Marke “Chemnitzer Stadtfest” wurde dadurch stark beschädigt. Eine Wirtschaftlichkeit dessen sowie der imageprägende und identitätsstiftende Sinn und Zweck eines Stadtfestes sind aus Sicht des Veranstalters nicht mehr gegeben. Deshalb wird das Chemnitzer Stadtfest im Jahr 2019 nicht stattfinden”, heißt es auf der Facebook-Seite des Chemnitzer Stadtfestes dazu.

Die Absage des Festes in diesem Jahr sei auch eine Chance, neue Formate für eine Innenstadtbelebung und Imagebildung zu entwickeln. Dabei soll es eine Zusammenarbeit mit städtischen Schwestergesellschaften, der Chemnitzer Kulturgemeinschaft und der regionalen Wirtschaft geben, erklärten die Macher weiter.

Die Reaktionen bei Facebook zu der Ankündigung sind gemischt. Während ein Teil der Kommentatoren die Entscheidung begrüßt, gibt es auch kritische Stimmen: “Damit werden die bestraft, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben! Gebt den Dummen recht, sie haben ihr Ziel erreicht!”, “Hee Obrigkeit der Stadt der Moderne. Irgendwie läuft ihr was verkehrt. Ihr bestraft damit die anderen. […]” oder “Schade drum. Vor Jahren hat man schon gesehen wohin die Richtung geht. Man hätte viel eher reagieren müssen.”, ist da zu lesen.

In der Nacht zum 26. August 2018 war es am Rande des Chemnitzer Stadtfestes zu einer tödlichen Messerattacke gekommen. Die Tat hatte zu Demos und Krawallen in Chemnitz geführt. Am Sonntagnachmittag musste das Stadtfest abgebrochen werden. Wochenlang gab es Demos rechter Gruppierungen in der Stadt, Fremdenhass brach sich Bahn. So waren untere anderem auch mehrere Restaurants, wie das jüdische Lokal “Schalom” auf dem Brühl oder das “Safran” in der Promenadenstraße Opfer ausländerfeindlicher und rassistischer Attacken geworden.