Bürgerschaftswahl Bremen: Rechtspopulisten spielen schon länger eine Rolle als anderswo | Politik - merkur.de
Nach dem Links-Hammer – Ex-SPD-Chef geht auf Sieling los
Bremen – Nach dem Umfragetief jetzt auch noch das Stimmungstief!Durch die kuriose Pressekonferenz und den Ausschluss einer Groko stehen Bremer SPD und Bürgermeister Carsten Sieling persönlich heftig in der Kritik. Freitagabend hatte Sieling sogar jede Sondierung mit der CDU kategorisch ausgeschlossen und sich auf ein Linksbündnis mit Grünen und Linken festgelegt (BILD berichtete).Das kommt jetzt wie ein Bumerang zu Sieling zurück!Die Bremer Grünen gehen auf Distanz. Auf Twitter: Ob Schröder, Steinbrück, Schulz oder Sieling – es wurde immer eine Große Koalition ausgeschlossen und am Ende kam sie doch.”

Nach einer Infratest-Dimap-Umfrage rutscht die Partei von Bürgermeister Sieling auf ein historisches Tief von 24 Prozent ab.

Bremen-Wahl im News-Ticker: CDU-Kandidat Meyer-Heder stellt 100-Tage-Plan vor

Druck bekommt Sieling auch aus eigenen Reihen. Ex-Landeschef Horst Isola: Eine Reaktion aus Arroganz, beleidigter Leberwurst und Selbstgefälligikeit. Der SPD wird dies auf die Füße fallen.” CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder süffisant: Andere schmieden schon vor dem Wählervotum linke Koalitionen, ich habe versprochen, bis zum Wahltag Gas zu geben, um die Menschen zu überzeugen, dass Wechsel gut tut.” FDP-Fraktionschefin Lencke Steiner: Sieling hat damit der Demokratie eine Absage erteilt und ignoriert den Wählerwillen.”Selbst Linksfraktionschefin Kristina Vogt zweifelt: Glaubt der SPD denn eigentlich nach Andrea Nahles auf die Fresse noch irgendwer, dass sie am Ende nicht doch mit der CDU ins Bett geht?”Hinter vorgehaltener Hand werden Insider noch deutlicher. Einige vermuten, dass Sieling gar keine Koalitionsverhandlungen mehr führen wird und nach der zu erwartenden Wahlschlappe auf Druck der Partei seinen Hut nehmen muss.

Rot-Rot-Grün oder nichts

In den Umfragen steht die Bremer SPD schlecht da. Jetzt schließt sie ein Bündnis mit der CDU aus. Sie setzt damit die anderen Parteien unter Druck – und könnte so die Karten neu mischen.

Eine Woche vor der Bürgerschaftswahl in Bremen hat die SPD am Wochenende ihre Wahlkampfstrategie abrupt geändert. Der Landesvorstand der Sozialdemokraten schloss auf einer Sondersitzung sowohl Koalitionsverhandlungen wie auch Sondierungsgespräche mit der CDU kategorisch aus. Stattdessen strebt die Partei nun klar ein rot-rot-grünes Bündnis an. Den Umfragen zufolge hätte ein solches Linksbündnis unter allen Optionen derzeit die größte Mehrheit. Wir wollen diese Mehrheit links der Mitte zum Tragen bringen, sagt Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Bisher hat insbesondere Sieling beteuert, seine Partei werde mit allen Parteien außer der AfD und den Bürgern in Wut sprechen. Mitte der vergangenen Woche hatte Sieling in einem Gespräch mit der F.A.Z. Gespräche über eine große Koalition nicht einmal für den Fall ausgeschlossen, dass die SPD der kleinere Partner wäre. Kurz darauf wurden allerdings zwei neue Umfragen veröffentlicht. In beiden konnte die CDU ihren bislang hauchdünnen Vorsprung ausbauen.