Augustinsson rettet Werder in der Nachspielzeit
Bundesliga im Live-Ticker: Werder Bremen gleicht in der Nachspielzeit aus
Aber beim 1:1 in Freiburg rettet Ludwig Augustinsson den Bremen-Coach. Die ersten Punkte seit fünf Wochen, weil der Schweden-Verteidiger nach Ecke da ist (90.+1).

Zu Beginn probiert es Werder mit dem Eggestein-Doppel. Erstmals stellt Trainer Kohfeldt die U-21-Nationalspieler Maximilian und Johannes Eggestein (Startelf-Debüt) gemeinsam auf.

Bundesliga: SC Freiburg – Bremen 1:1 – Augustinsson rettet Werder

In einer ausgeglichenen ersten Hälfte pfeift Schiri Dankert (pfiff zuletzt zwei Spiele in der chinesischen Liga) in der 39. Minute Hand-Elfmeter für Freiburg.

Mal wieder ist Nikolas Moisander der Pechvogel, bekommt einen abgerutschten Waldschmidt-Schuss an die Hand – schon der fünfte Elfer, den der Finne in 66 Liga-Spielen verursacht. Den fälligen Elfer jagt Waldschmidt genau in den Winkel – 1:0.

Beide Teams spielen nach vorne (10:9 Torschüsse), Werder hat durch einen Harnik-Nachschuss (31.) und einen Klaassen-Kopfball (33.) aus vier Metern die besten Gelegenheiten.

Von Kapitän Max Kruse (BILD-Note 5) ist trotz Personal-Trainer (BILD berichtete) überhaupt nichts zu sehen.

Das lag auch daran, dass die laufstarken Freiburger den Gästen, denen im Dezember ein hammerhartes Programm mit Spielen gegen Bayern München und die TSG Hoffenheim sowie bei Borussia Dortmund und RB Leipzig bevorsteht, kaum Platz zur Entfaltung gaben. 

Nach der Pause verhindert der überragende Werder-Torwart Pavlenka bei den Großchancen von Waldschmidt (50.) und Terrazzino (59.) einen höheren Rückstand. Höler scheitert am Pfosten (87.).

Und doch wären die Gäste beinahe aus dem Nichts in Führung gegangen: Alexander Schwolow sprang der Ball vom Fuß, Martin Harnik setzte nach, schoss aber nur den Freiburger Keeper an (21.). Zwölf Minuten später war Harnik wieder zur Stelle, als Schwolow einen Schuss von Davy Klaassen prallen ließ, drosch jedoch am langen Pfosten vorbei (31.). Klaassen war es dann, der die erste herausgespielte Werder-Torchance vergab: Johannes Eggestein flankte maßgerecht auf den Elfmeterpunkt, wo der Niederländer hochstieg, jedoch nur den Torwart anköpfte (33.). Werder war nun drin in der Partie, musste aber trotzdem den Rückstand hinnehmen. Niklas Moisander bekam den Ball im Strafraum an die Hand, nach Studium der Videobilder entschied Schiedsrichter Bastian Dankert auf Elfmeter – Waldschmidt verwandelte sicher (42.). Den Ausgleich unmittelbar vor der Pause verhinderte Schwolow, der einen Distanzschuss von Klaassen abwehrte (45.+1).

Richtig zwingend wird der SVW erst wieder zum Spielende. Den Ausgleich verschenkt unter anderem Osako (84.). Die Erlösung bei der letzten Werder-Ecke, als Torwart Pavlenka schon mit vorne ist.

Sah es nach einer guten Chance von Johannes Eggestein (46.) zunächst danach aus, als würde Werder mit Macht auf den Ausgleich drängen, so war in der Folgezeit Freiburg dem zweiten Treffer deutlich näher: Es war allein Bremens Keeper Pavlenka zu verdanken, dass die Partie noch nicht entschieden war. Der Tscheche parierte großartig gegen Waldschmidt (49.) und Gondorf (59.). Im Spiel der Gäste fehlte es weiter an Präzision und Inspiration – Kohfeldt versuchte, mit der Einwechslung von Milot Rashica und Yuya Osako für mehr Schwung zu sorgen (63.). Eine Maßnahme, die sich beinahe auszahlte: Osakos Kopfball nach Rashicas Freistoß-Hereingabe wehrte Schwolow mit einer Glanzparade zur Ecke ab (82.). Auf der Gegenseite verhinderte Pavlenka das 0:2, als er gegen Lucas Höler zur Stelle war (84.). Drei Minuten später war Pavlenka geschlagen, Höler traf aber nur den Pfosten (87.).

Mit einem Sieg hätte Freiburg auf einen Punkt an Werder ranspringen können. Aufregung nach Abpfiff als Dankert die letzte SC-Ecke nicht ausführen lässt. Verteidiger Christian Günther bei Sky: Er hat mir gesagt, dass davor die letzte Aktion ist. Deswegen ist es wohl richtig.

So richtig in Szene setzen konnte sich der 20-Jährige zunächst jedoch nicht. Werder tat sich schwer mit dem Umschaltspiel, gelungene Offensivaktionen der Norddeutschen gab es kaum. Wesentlich druckvoller agierten die Freiburger: Waldschmidt verfehlte das Tor nur knapp (10.), bei Schüssen von Pascal Stenzel (16.) und Jerome Gondorf (19.) war Werder-Keeper Jiri Pavlenka auf dem Posten. Sinnbildlich für das mangelnde Bremer Aufbauspiel war eine Szene aus der 20. Minute: Eine gefühlte Ewigkeit stand Milos Veljkovic am Mittelkreis und suchte eine Anspielstation – schließlich schob er den Ball zurück zu Pavlenka.

Max Kruse: Wir haben über 90 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht. Leider haben wir uns erst in der letzten Minuten belohnt.

Werder Bremen hat in der Fußball-Bundesliga mit viel Glück die vierte Niederlage in Folge abgewendet. Ludwig Augustinsson erzielte am Sonntag beim SC Freiburg in der Nachspielzeit das 1:1 (0:1) und bescherte damit den Norddeutschen einen Punkt. Zuvor hatte Luca Waldschmidt die Breisgauer per Handelfmeter in Führung gebracht. “Wir lassen uns nicht unterkriegen. Es ist immer wichtig, Punkte zu machen. Wir sind drei Punkte hinter Bayern”, sagte Werder-Kapitän Max Kruse trotzig. Mit nunmehr 18 Zählern liegen die Bremer auf Rang sieben der Tabelle und haben nur zwei Punkte Rückstand auf einen Europacup-Platz.

Freiburg führt mit der ersten Tor dank Waldschmidt in der 42. Minute nach Videobeweis und Elfmeter. Aber Bremen kann in der 92. Minute ausgleichen. 

Tore: 1:0 L. Waldschmidt (41., Handelfmeter) 1:1 Augustinsson (90. +2) SC Freiburg: Schwolow – Gulde, R. Koch, Heintz – P. Stenzel, Haberer, J. Gondorf (80. Frantz), Günter – L. Waldschmidt (89. Kammerbauer), Höler, Terrazzino (68. Petersen) Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – J. Eggestein (77. Pizarro), M. Eggestein, N. Sahin (63. Rashica), Klaassen – Harnik (63. Osako), M. Kruse Zuschauer: 24000 (ausverkauft) Weitere Daten zum Spiel

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