Bürgerschaft will mehr Rechte fürs Personal
Einigung mit Flugbegleitern:Ryanair akzeptiert deutsches Arbeitsrecht
Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat mit ver.di eine Einigung für das Kabinenpersonal in Deutschland erzielt. Nun müssen die Mitglieder der Gewerkschaft über den vorgeschlagenen Tarifvertrag abstimmen.

Nach zahlreichen Streiks und zähen Verhandlungen haben der irische Billigflieger Ryanair und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach Angaben der Airline einen Einigung erzielt.

Demnach hätten beide Seiten einen Tarifvertrag und einen Sozialplan für das Kabinenpersonal in Deutschland unterzeichnet. Die Vereinbarung lege fest, dass künftig für die Beschäftigten deutsches Arbeitsrecht gelten soll, teilte das Unternehmen in Dublin mit. Zudem werden Lohnerhöhungen für Kabinenpersonal in Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahre geboten.

Die Vereinbarung würde gegenwärtig mit den Verdi-Mitgliedern bei Ryanair diskutiert. Daher werde eine Entscheidung erst nach Befragung der Mitglieder am 13. November erfolgen. Mit der Vereinbarung könnten aber erstmals Absicherungen bei Versetzungen, Abfindungen und Wiedereinstellungen in einem Sozialplan geregelt werden. Problematisch ist laut Verdi nach wie vor, dass Ryanair keine Betriebsräte zulasse. 

Ryanair und Verdi nähern sich Tarifeinigung für Flugbegleiter

Eine ver.di-Sprecherin sprach von einer “Vorvereinbarung”, in der wichtige “Eckpunkte” wie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Gehaltserhöhungen sowohl für Festangestellte als auch für Leiharbeiter enthalten seien.

Die Gewerkschaftsmitglieder müssten nun über den Tarifvertrag abstimmen, eine Entscheidung wird der Sprecherin zufolge erst nach Befragung der Mitglieder am 13. November erfolgen.

Problematisch ist aus Sicht der Gewerkschaft, dass Ryanair nach wie vor keine Betriebsräte zulasse.

Ryanair hatte zuvor mitgeteilt, das Unternehmen habe einen Tarifvertrag und einen Sozialplan bereits unterzeichnet. Die Airline verhandelt seit fast einem Jahr mit Verdi über den ersten Tarifvertrag für die deutschen Beschäftigten.

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In den vergangenen Monaten waren bei Ryanair beschäftigte Flugbegleiter mehrfach in den Ausstand getreten. Sie forderten eine höhere Entlohnung, besser geregelte Arbeitszeiten und Kompensation bei Verdienstausfällen.

Auch in anderen EU-Staaten hatten Mitarbeiter von Ryanair mehrfach gestreikt. In der Folge kam es zu tausendfachen Flugausfällen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Seine Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an.

Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7,15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro.

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Monatelang zeigt sich der Tarifkonflikt zwischen Ryanair und Verdi hin. Nun ringt sich die Billig-Airline zu einem Tarifvertrag für deutsches Kabinenpersonal durch. Auch ein Sozialplan und Lohnerhöhungen sind Bestandteil des Vertrages.

Die irische Billig-Airline Ryanair hat sich nach eigenen Angaben mit der Gewerkschaft Verdi bei den Tarifverhandlungen für ihr deutsches Kabinenpersonal geeinigt. Das teilte Ryanair mit. Verdi bestätigte zunächst, dass es eine Vereinbarung gebe, ohne Details zu nennen.

Ryanair und Verdi unterzeichneten letztlich einen Tarifvertrag und einen Sozialplan. Diese Vereinbarung sorge dafür, dass deutsches Arbeitsrecht auf die Kabinenbesatzung von Ryanair angewandt werde und biete Lohnerhöhungen und andere Vorteile für alle Kabinenbesatzungen von Ryanair in Deutschland in den nächsten zwei Jahren, so das Unternehmen.

Teile des Kabinenpersonals hatten zuletzt im September in mehreren europäischen Ländern – auch in Deutschland – die Arbeit niedergelegt. Verdi hatte den Ausstand mit dem nach ihrer Ansicht unzureichenden Angebot Ryanairs begründet. Die Gewerkschaft wollte deutlich höhere Einkommen in einem Tarifvertrag festlegen und forderte Arbeitsbedingungen nach deutschem Recht. Der Streik hatte in Deutschland vor allem den Berliner Flughafen Schönefeld getroffen. 52 von 92 Starts und Landungen mussten gestrichen werden.

Bei einer vorangegangenen Streikwelle ähnlicher Dimension im August hatte Ryanair europaweit rund 400 Flüge aus dem Programm mit täglich mehr als 2400 Verbindungen genommen. In Deutschland waren damals 150 abgesagte Flüge betroffen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Die einheitlichen Boeing 737-Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operieren von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7,15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro.