Derzeit läuft es alles andere als rund bei Ryanair. Die Fluggesellschaft musste eine Gewinnwarnung herausgeben und schließt Standorte. Die Piloten sind sauer.

Die irische Billigairline hat einige turbulente Monate hinter sich. Immer wieder kam es bei Ryanair zu Streiks, die wiederum zu Flugstreichungen führten. Und das hat sich offenbar auch auf die Buchungen ausgewirkt. In den anstehenden Herbstferien und auch für die Weihnachtszeit buchten weniger Passagiere als erwartet wurde. Das Vertrauen der Kunden sei angeschlagen, so Ryanair-Chef Michael O’Leary in einer Pressemitteilung.

Das zwang die Fluggesellschaft jetzt, die Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr herunterzuschrauben. Statt zwischen 1,25 und 1,35 Milliarden Euro dürfte der Gewinn nur noch zwischen 1,10 und 1,20 Milliarden liegen, heißt es. Als zusätzliche Gründe für den Schritt nennt das Management höhere Kosten für Kompensationen nach EU-Verordnung 261 bei Verspätungen und die gestiegenen Treibstoffpreise.

Zusätzlich müsse man die Kapazität herunterschrauben, heißt es. Daher schließt die Fluggesellschaft auch zwei Basen in Europa: die in Eindhoven und die in Bremen. In der niederländischen Stadt sind vier Flugzeuge stationiert, in Bremen zwei. Die Basis in Weeze wird zudem verkleinert. Derzeit sind dort noch fünf Flugzeuge stationiert, ab dem Winter werden es nur noch drei sein.

In einem Schreiben an die Angestellten schließt die Fluglinie weitere Anpassungen nach unten oder Schließungen nicht aus. Sollte der Ölpreis weiter so hoch liegen und die Einnahmen aus dem Flugbetrieb weiter so tief, dann sei man zu weiteren Schritten gezwungen.

In den kommenden Tagen werde man die betroffenen Crews kontaktieren, um Jobverluste so gering wie möglich zu halten.  Die Angestellten sind dennoch sauer. Piloten reden von Angstmacherei. Die Airline habe schon länger vorgehabt, die Basen zu schließen.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wird im Winterflugplan 2018/19 ihre Präsenz in Deutschland in Form von stationierten Flugzeugen reduzieren. Nebst Frankfurt am Main, Frankfurt-Hahn werden laut einem Bericht von Airliners.de nun auch in Weeze und Bremen Maschinen abgezogen. Die Basis in der Hansestadt soll sogar gänzlich geschlossen werden.

Ryanair betont, dass es durch den Abzug von Flugzeugen bzw. durch die Schließung der Basis Bremen zu keinen Streckeneinstellungen kommen soll. Piloten werden Stellen an anderen Standorten angeboten, während Flugbegleiter vorerst unbezahlten Urlaub in Anspruch nehmen können, um sie gegebenenfalls andernorts wieder einsetzen zu können. Ob diese Maßnahme insbesondere bei der Vereinigung Cockpit und bei Verdi auf Gegenliebe stößt, bleibt abzuwarten.

Größte Station wird laut Airliners.de der Flughafen Berlin-Schönefeld bleiben. Hier werden neun Boeing 737-800 stationiert sein. Weeze schrumpft auf zwei Einheiten. Am Hahn sollen vier Jets stationiert bleiben. In Frankfurt am Main setzt der irische Carrier laut dem deutschen Branchenportal auf sieben Maschinen. In Düsseldorf und Memmingen soll je eine Boeing 737-800 stationiert bleiben.