Dem VfB Stuttgart unterläuft gegen Werder Bremen ein kurioses Eigentor
Bundesliga | VfB Stuttgart Zieler hat trotz Slapstick-Eigentor Grund zur Freude
Die einen wollten den ersten Saisonsieg, die anderen die Tabellenführung. Am Ende jubelt der VfB Stuttgart, feiert seinen Premieren-Dreier. 2:1 gegen Werder Bremen!

Die Szene des Spiels liefert wieder einmal Ron-Robert Zieler. Der VfB-Torwart steht wöchentlich im Fokus. Mal hält er riesig (wie gegen Düsseldorf), mal patzt er (wie gegen Freiburg und Leipzig). Diesmal war es ein Blackout, wie es ihn in der Bundesliga noch nie gegeben hat! Sosa wirft einen Einwurf zurück auf den völlig unbedrängten Zieler. Der rechnet überhaupt nicht damit, berührt den Ball noch leicht. Der kullert ins Tor! Das erste Einwurf-Eigentor der Bundesliga!

Übrigens: Hätte Zieler den Einwurf nicht berührt, hätte das Tor nicht gezählt. Stattdessen hätte es Ecke für Bremen gegeben. So war es das 1:1.

Ausgerechnet zwei Neue in der Startelf sorgen für die erste VfB-Führung in dieser Saison! Didavi (1. Startelf-Einsatz) bedient Donis mit herrlichem Pass in die Tiefe. Der Grieche spielt seine Schnelligkeit aus, umkurvt Torwart Pavlenka und schiebt zum 1:0 ein (19.). Ausgerechnet Donis, der seit seiner Frust-Auswechslung gegen Bayern am 2. Spieltag von Korkut nur noch drei Kurz-Einsätze bekam.

"Das war", betonte Zieler, "ein Sieg des Willens". Es war ein Sieg, der im Ländle erst einmal für ein bisschen Ruhe sorgen dürfte. Es war ein Sieg, nach dem Sportvorstand Michael Reschke zur Jobsicherheit von Tayfun Korkut beteuerte: "Es gibt keine Trainerdiskussion bei uns." Viel fehlte allerdings nicht, und Zieler hätte nach dem Spiel ähnlich belämmert dreingeschaut wie in der 68. Minute: Der Torhüter richtete gerade seine Stutzen und rechnete erkennbar nicht damit, dass ihm sein Teamkollege Borna Sosa einen Einwurf "so schnell und präzise" zuwarf. Sekunden später trudelt der Ball in Zielers Kasten, der Treffer zählt, Bremen gleicht aus.

Und Werder? Machte es dem VfB in Person von Veljkovic zusätzlich leicht: Nachdem er zweimal den starken Didavi festhält, sieht er erst Gelb (10.), dann Gelb-Rot (36.). Die mögliche Tabellenführung musste Werder abhaken!

Trainer Florian Kohfeldt bescheinigte seinem Team eine "überragende Auswärtsleistung" und ergänzte: "Es war eine unglückliche und aus meiner Sicht auch unverdiente Niederlage." Widerspruch erhob sich berechtigterweise nicht. Selbst der Stuttgarter Kapitän Christian Gentner räumte ein, dass es "sicherlich selten" sei, ein solches Spiel zu gewinnen. "Wir waren schlecht", sagte er, "und das Groteske ist, dass wir drei Punkte haben." Aber: Nichts anderes zählt.

Dabei ist im Bremer Spiel von Unterzahl kaum etwas zu merken. Immer wieder tauchen sie gefährlich vor VfB-Torwart Zieler auf. So wie Eggestein in der 58. Minute und Pizarro (68.), die beide nur den Pfosten treffen.

Bei einer weiteren Pleite wäre es eng für VfB-Trainer Korkut geworden. Am Ende rettet ihn Joker Castro, der den Zieler-Fauxpas mit seinem Tor zum 2:1 ausbügelt.

Bitter für Werder: Nach dem Heimrekord (15 Spiele ungeschlagen) verpasst Kohfeldt mit den Bremern den Auswärtsrekord. Saisonübergreifend hätte es der vierte Werder-Sieg in Folge werden können – das hatte es noch nie gegeben!

1:1 in Augsburg, 0:2 bei der Hertha. Die Bayern sind in ihre erste Mini-Krise geschliddert. Am Dienstag geht es gegen Ajax Amsterdam.

Dass es nochmal gut ging, verdankte der Torwart, der bis dahin in der Tat prächtig gehalten hatte, Gonzalo Castro, der in der 75. Minute den zweiten Heimtreffer des VfB in dieser Saison erzielte. Der erste war dem starken Anastasios Donis (19.) nach einem Zauberpass von Daniel Didavi gelungen. "Dieser Sieg ist unglaublich wichtig", sagte Sportvorstand Reschke.

Bitterer Rückschlag für Fin Bartels (31)! Das Comeback des Flügelflitzers (Achillessehnenriss) verzögert sich auf unbestimmte Zeit.

19. Minute: Starker Pass in die Tiefe von Didavi, den der schnelle Donis erläuft, Pavlenka umkurvt und zur VfB-Führung einschiebt

Trainer Tayfun Korkut lobte hinterher die Moral seiner Mannschaft. Die spielte nach dem Platzverweis (Gelb-Rot) für den Bremer Verteidiger Milos Veljkovic (36.) zwar fast eine Stunde lang in Überzahl, doch an diesem Eigentor Marke Slapstick drohte sie zu zerbrechen. “Da wieder rauszukommen … da muss ich der Mannschaft schon ein Kompliment machen”, sagte Korkut. Mit den Verletzungen von Donis und Dennis Aogo (jeweils Verdacht auf Muskelfaserris) wurde der Sieg freilich teuer erkauft.

23. Minute: Gebre Selassie mit der Chance zum Ausgleich, aber Zieler verkürzt den Winkel, der Ball geht links vorbei

36. Minute: Veljkovic sieht Gelb-Rot, nachdem er Didavi an der Strafraumkante festgehalten hatte. Auch bei seiner ersten Gelben Karte hatte er Didavi zu Boden gerissen.

Bundesliga | VfB Stuttgart Zieler hat trotz Slapstick-Eigentor Grund zur Freude teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Das Bundesliga-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Werder Bremen (2:1) war reich an Geschichten, doch eine ragt heraus: Das unfassbare Slapstick-Eigentor von Ron-Robert Zieler.

Ron-Robert Zieler war bestens gelaunt. Nach dem spektakulären wie kuriosen 2:1 (1:0) seines VfB Stuttgart gegen Werder Bremen musste er sich nicht mehr grämen, an einem irrwitzigen Eigentor beteiligt gewesen zu sein. “Das war”, sagte Zieler, “ein Sieg des Willens”. Und es war ein Sieg, der im Ländle erst einmal für ein bisschen Ruhe sorgen dürfte.

Es lief die 68. Minute. VfB-Keeper Zieler kniete im eigenen Strafraum und richtete sich die Stutzen, als sein Mitspieler Borna Sosa einen Einwurf in seine Richtung warf. Zieler sah den Ball erst spät und versuchte ihn dann wegzuschlagen, er streifte ihn allerdings lediglich, so dass die Kugel ins Stuttgarter Tor rollte. Ohne die Berührung des Torhüters hätte es Eckball für Bremen gegeben. So stand es in einer intensiven Partie 1:1.

Trotz dieser Szene für die Geschichtsbücher war Zieler nach der Partie bestens gelaunt. Kein Wunder. Endlich war dem VfB Stuttgart der erste Sieg in dieser Saison gelungen, der Torhüter hatte dabei, wie er behauptete, “sehr, sehr gut gehalten”.

Dass es nochmal gut ging, verdankte der Schlussmann, der bis dahin in der Tat prächtig gehalten hatte, Gonzalo Castro, der in der 75. Minute den zweiten Heimtreffer der Stuttgarter in dieser Saison erzielte. Der erste war dem starken Anastasios Donis (19.) nach einem Zauberpass von Daniel Didavi gelungen. 

“So ein Ding will man nicht, aber es ist passiert”, sagte Zieler, und “weil es gut gegangen ist, ist alles okay.” Dass es nochmal gut ging, verdankte der Schlussmann, der bis dahin in der Tat prächtig gehalten hatte, Gonzalo Castro, der in der 75. Minute den zweiten Heimtreffer des VfB in dieser Saison erzielte. Der erste war dem starken Anastasios Donis (19.) nach einem Zauberpass von Daniel Didavi gelungen.

“So ein Ding will man nicht, aber es ist passiert”, sagte Zieler, und “weil es gut gegangen ist, ist alles okay.” Auf die Frage, wer Schuld an der Szene trage, sagte er bei “Sky”: “Ist mir scheiß egal. Das Ding klären wir intern. Es ist typisch, dass es wieder auf diese eine Szene reduziert wird.”

“Das war”, betonte Zieler, “ein Sieg des Willens”. Es war ein Erfolg, der im Ländle erst einmal für ein bisschen Ruhe sorgen dürfte. Es war ein Dreier, nach dem Sportvorstand Michael Reschke frohgemut zur Jobsicherheit von Tayfun Korkut beteuerte: “Es gibt keine Trainerdiskussion bei uns.”

Selbst der Stuttgarter Kapitän Christian Gentner räumte ein, dass es “sicherlich selten” sei, ein solches Spiel zu gewinnen. “Wir waren schlecht”, sagte er, “und das Groteske ist, dass wir drei Punkte haben.” Aber: Nichts anderes zählt.

“Dieser Sieg ist unglaublich wichtig”, befand auch Reschke. Coach Korkut lobte hernach die Moral seiner Mannschaft. Die spielte nach Gelb-Rot für Bremens Verteidiger Milos Veljkovic (36.) zwar fast eine Stunde lang in Überzahl, doch an diesem Eigentor drohte sie zu zerbrechen. “Da wieder rauszukommen … da muss ich der Mannschaft schon ein Kompliment machen”, sagte Korkut.

Mit den Verletzungen von Donis und Dennis Aogo (jeweils Verdacht auf Muskelfaserriss) wurde der Sieg freilich teuer erkauft. Korkut hob zudem hervor, wie mutig seine Mannschaft nach dem Ausgleich weiter nach vorne gespielt habe, dabei immer “mit dem Risiko, das Spiel auch zu verlieren, aber dieses Risiko mussten und wollten wir gehen”.

Die Folge war in den letzten Minuten eine wahre Flut an Chancen für die Stuttgarter – wie sie allen voran Nicolas Gonzalez vergab, war zum Haareraufen. “Ich habe mir ein paar ausgerissen”, sagte Reschke im Scherz und betonte: Dieser Sieg werde “einen unglaublichen Schub geben”.

Ein Schub, der im Idealfall mit einer weiteren Leistungssteigerung einhergeht. Denn selbst der Stuttgarter Kapitän Christian Gentner räumte nach dem Sieg gegen Werder ein, dass es “sicherlich selten” sei, ein solches Spiel zu gewinnen. “Wir waren schlecht”, sagte er, “und das Groteske ist, dass wir drei Punkte haben”. Aber: Nichts anderes zählt.