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Werder Bremen: Premiere für das Duo Bargfrede/Sahin | Werder
Werder verliert durch das 1:2 beim VfB Stuttgart zwar erstmals in dieser Saison ein Bundesligaspiel und verpasst die kurzfristige Tabellenführung, erreicht mit seiner Spielweise aber die Herzen seiner Fans.

Stuttgart – Geredet hat er schon oft davon, jetzt setzt er es auch um: Werder-Trainer Florian Kohfeldt schickt heute gegen den VfB Stuttgart erstmals Philipp Bargfrede und Neuzugang Nuri Sahin gemeinsam auf den Platz.

Von Rekorden bekommt Florian Kohfeldt (35) nicht genug! Mit dem 3:1 gegen Hertha hat Werders Cheftrainer die Heimspiel-Bestmarke von Otto Rehhagel übertrumpft. Die Bremer sind jetzt seit 15 Spielen im Weserstadion ungeschlagen. Das reicht Kohfeldt nicht – er will sich den nächsten Vereinsrekord schnappen.

Werder: Kohfeldt, der Rekordjäger! Jetzt kann er sogar Schaaf abhängen

Dafür fällt Martin Harnik, zuletzt beim 3:1 gegen Hertha BSC noch der Schütze des 1:0, aus der Startelf.

Offiziell bestätigen will Kohfeldt das vor dem Spiel natürlich nicht. Nuri hat eine gute Chance zu spielen. Bargi hat eine gute Chance zu spielen. Vielleicht spielen also beide, sagte der Trainer und mit einem Grinsen zu den Journalisten: Viel Spaß beim Knobeln der Aufstellung.

Werder Bremen: Philipp Bargfrede, Nuri Sahin – oder beide?

Sahin und Bargfrede – was diese Personalien für das Bremer System bedeuten, muss noch abgewartet werden. Eine Doppel-Sechs in einem 4-4-2 ist genauso möglich wie eine Raute mit Sahin in der offensiveren Position.

Auch beim System will sich Kohfeldt nicht in die Karten schauen lassen. Bleibt das 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld oder stellt er wieder um auf sein Lieblingssystem 4-3-3? Wahrscheinlicher ist das 4-4-2 – mit Yuya Osako auf der Zehn sowie Max Kruse und Martin Harnik im Sturm.

Klar ist: Kohfeldt hat in Harnik einen Angreifer geopfert, um im Mittelfeld seine Vorstellung mit den beiden zentralen Spielern umsetzen zu können. Für die Gefahr vor dem Stuttgarter Tor sollen Max Kruse und Yuya Osako sorgen – attestiert von den Stammkräften Maximilian Eggestein und Davy Klaassen auf den Halbpositionen im Mittelfeld.

Grundsätzlich vorstellbare Konstellationen gäbe es in der Tat einige. Das Duo könnte als Doppel-Sechs auflaufen, Sahin auch als Achter vor dem Sechser Bargfrede oder gar als Zehner in einer Raute, zählt Kohfeldt auf. Variante vier: Bei Umstellung auf eine 3-5-2-Formation würde Bargfrede als zentraler Innenverteidiger agieren (wie beispielsweise nach seiner Einwechslung zuletzt gegen Hertha), Sahin könnte davor zum Einsatz kommen. “Es gäbe sogar noch mehr Möglichkeiten, aber das reicht erst mal”, lacht Kohfeldt.

In der Defensive sieht alles nach der gewohnten Viererkette mit Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander und Augustinsson aus. Allerdings ist auch hier eine Modifikation denkbar, wenn die Außen nach vorne gezogen und Bargfrede mit den beiden Innenverteidigern zusammen eine Dreierkette bilden sollte.

So wie jüngst für Herthas Pal Dardai, der angesichts der Startaufstellung eigentlich vom üblichen Bremer 4-3-3 ausgehen durfte, dessen Schützlinge sich dann aber plötzlich einer grün-weißen Raute gegenüber sahen. Weil Yuya Osako nicht wie zuvor gewohnt auf der Außenbahn sondern als Zehner agierte. “Viel Spaß beim Knobeln” wünschte Kohfeldt auf der Pressekonferenz zum Stuttgart-Spiel den Journalisten. Sein VfB-Kollege Tayfun Korkut ist diesbezüglich aber auch nicht besser dran.

Auf der Bremer Bank sitzen neben Ersatzkeeper Luca Plogmann die Verteidiger Sebastian Langkamp und Marco Friedl sowie in Claudio Pizarro, Johannes Eggestein, Florian Kainz und Harnik vier offensive Kräfte. Mittelfeldmann Kevin Möhwald hat es wie Milot Rashica und Felix Beijmo nicht in den Kader geschafft.

Mehr als ein Back-up für Philipp Bargfrede zu sein, mit diesem Anspruch ist Last-minute-Neuzugang Nuri Sahin beim SV Werder angetreten. Und diese Einschätzung teilen auch seine Vorgesetzten. Bislang gab es zwar ein klassisches Job-Sharing zwischen den beiden nominellen Sechsern. Doch vor der Auswärtspartie in Stuttgart räumt Trainer Florian Kohfeldt sowohl Bargfrede als auch Sahin “gute Chancen auf die Startelf” ein. Also: “Vielleicht spielen auch beide zusammen.”