Erster Sieg trotz Eigentor-Wahnsinn: VfB schlägt Bremen
Bei Heimsieg gegen Bremen: Zieler schockiert Stuttgart mit Slapstick-Eigentor
Der VfB gewinnt ein mitreißendes Spiel gegen Bremen – trotz eines irren Eigentors. Wolfsburg und Gladbach liefern sich ein heißes Duell – und Julian Nagelsmann verliert gegen seinen kommenden Klub.

Aufatmen im Ländle: Dem VfB Stuttgart ist am sechsten Spieltag der Bundesliga der erste Saisonsieg gelungen – trotz eines verrückten Eigentores. Die Mannschaft des schon leicht angeschlagenen Trainers Tayfun Korkut besiegte Werder Bremen mit 2:1 (1:0). Torschützen der ersten Stuttgarter Heimtreffer in dieser Spielzeit waren der Grieche Anastasios Donis (19.) auf Vorlage von Daniel Didavi und der eingewechselte Gonzalo Castro (75.) – alle drei hatte Korkut zuletzt eher spärlich bis gar nicht eingesetzt.

Bremen musste nach Gelb-Rot für Milos Veljkovic (36.) eine gute Stunde lang mit neun Feldspielern auskommen – und verlor dennoch denkbar unglücklich: Den Ausgleich hatten die Stuttgarter (68.) durch ein kurioses Eigentor selbst verursacht. Nach einem Einwurf von Borna Sosa Richtung eigenes Tor streifte Torhüter Ron-Robert Zieler den Ball nur leicht – dieser trudelte daraufhin ins Netz. Hätte der Stuttgarter Schlussmann den Ball nicht mehr berührt, hätte der Treffer nicht gezählt und es hätte einen Eckball gegeben.

Der eingewechselte Castro riss die entsetzten Anhänger des VfB anschließend von den Sitzen – allerdings hatte Korkuts Mannschaft auch Glück: Maximilian Eggestein (58.) und der eingewechselte Claudia Pizarro (73.) trafen jeweils nur den Pfosten. Die Hanseaten, die bei einem Sieg sogar zwischenzeitlich die Tabellenführung hätten übernehmen können, gingen saisonübergreifend erstmals nach acht Ligaspielen ohne Niederlage wieder als Verlierer vom Platz – seit einem 0:2 in Stuttgart am 21. April.

Julian Nagelsmann hat mit der TSG Hoffenheim gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber RB Leipzig eine schmerzhafte Niederlage kassiert. Der 31-Jährige, ab der kommenden Saison Trainer bei RB, verlor mit seinem Team das von Spöttern als “El Plastico” verunglimpfte Duell in Sinsheim mit 1:2 (0:0). Leipzigs Matchwinner war Yussuf Poulsen (53./73.), dem ein Doppelpack gelang.

Nach der dritten Niederlage der Saison steckt Hoffenheim, das durch Andrei Kramaric (90.+3/Foulelfmeter) zu spät zum Ehrentreffer kam, mit weiterhin sieben Punkten vorerst im Tabellenmittelfeld fest. Leipzig rückte derweil mit elf Zählern in die Spitzengruppe auf.

Die Gäste aus dem Norden begannen sehr forsch, Osakos Kopfball nach drei Minuten ging links am Kasten vorbei. Auf der Gegenseite meldeten sich die Schwaben in Person von Donis erstmals offensiv an, der Angreifer zielte jedoch zu hoch (7.). In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der Bremen mehr Ballbesitz hatte und Stuttgart auf Konter lauerte. Osako (9.) und Kruse (18.) prüften VfB-Keeper Zieler.

Borussia Mönchengladbach hat durch seine Auswärtsschwäche den Sprung auf die Champions-League-Plätze verpasst. Das Team von Trainer Dieter Hecking musste sich beim VfL Wolfsburg trotz einer zweimaligen Führung mit einem 2:2 (1:1) begnügen und wartet in der Bundesliga weiter auf den ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten.

Torjäger Alassane Plea hatte die Fohlen in der 7. Minute mit seinem vierten Saisontreffer in Führung gebracht. Nur fünf Minuten später leitete der 23-Millionen-Euro-Rekordeinkauf aber den 1:1-Ausgleich durch Renato Steffen mit einem haarsträubenden Fehlpass in die Füße des Schweizers ein. Thorgan Hazard erzielte zu Beginn der zweiten Halbzeit das 2:1 (48.), doch VfL-Stürmer Wout Weghorst (59.) traf zum erneuten Ausgleich für die Hausherren.

Der 1. FC Nürnberg hat erfolgreich Wiedergutmachung für die höchste Bundesliga-Pleite der Vereinsgeschichte geleistet. Drei Tage nach dem demütigenden 0:7 in Dortmund entschieden die effektiveren Franken das niveauarme Aufsteigerduell mit Fortuna Düsseldorf verdient mit 3:0 (1:0) für sich.

Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut nahm nach der 0:2-Niederlage in Leipzig drei Veränderungen vor: Beck, Didavi und Donis begannen für Maffeo, Akolo (beide nicht im Kader) und Thommy (Bank). Didavi war nach Achillessehnenproblemen wieder mit dabei und feierte sein Startelfdebüt in dieser Saison, er spielte in der Mittelfeldraute auf der Zehn.

Kapitän Hanno Behrens (28., Foulelfmeter), Torjäger Mikael Ishak (64.) und der eingewechselte Federico Palacios (78.) bescherten dem 1. FCN mit ihren Toren den zweiten Saisonsieg. Vor der Nürnberger Führung hatte Dodi Lukebakio im Strafraum Tim Leibold gefoult. Düsseldorf, das mit fünf Punkten nun drei Zähler hinter dem Club liegt, wartet damit auch nach 13 Bundesliga-Gastspielen in der Noris auf den ersten Sieg dort (zwölf Niederlagen). 

Die Stuttgarter hatten die Partie im Griff und ließen gegen die Gäste kaum Torchancen zu. Für den Ausgleich brauchten die Bremer die gütige Mithilfe von Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler. In der 68. Minute hatte der VfB einen Einwurf in Höhe des eigenen Strafraums. Linksverteidiger Borna Sosa schnappte sich den Ball und fand vor sich keinen freien Mitspieler. Also warf er den Ball zurück zum eigenen Tor zu Zieler. Der Ball rollte auf den ehemaligen Nationaltorwart zu, ein Gegenspieler war nicht in Sicht.

In der zweiten Halbzeit wurden Treffer von Ishak (54.) für den Club und Ducksch (57.) für die Gäste wegen Abseitsstellungen zurecht aberkannt. Ishak sorgte für die Vorentscheidung, als er einen Konter alleine vor Michael Rensing kühl abschloss. In der Entstehung hatte der ansonsten gute Fortuna-Kapitän Adam Bodzek das Luftduell gegen Vorbereiter Eduard Löwen verloren.

Die Stuttgarter hatten die Partie im Griff und ließen gegen die Gäste kaum Torchancen zu. Für den Ausgleich brauchten die Bremer die gütige Mithilfe von Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler. In der 68. Minute hatte der VfB einen Einwurf in Höhe des eigenen Strafraums. Linksverteidiger Borna Sosa schnappte sich den Ball und fand vor sich keinen freien Mitspieler. Also warf er den Ball zurück zum eigenen Tor zu Zieler. Der Ball rollte auf den ehemaligen Nationaltorwart zu, ein Gegenspieler war nicht in Sicht.

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Das kuriose Tor von Stuttgart weckte Erinnerungen – und zwar an den 21. August 1982. Am ersten Spieltag war Werder Bremen damals zu Gast beim FC Bayern. Kurz vor der Pause gab es Einwurf für Werder durch Uwe Reinders. Der Ball segelte in den Strafraum. Hätte Jean-Marie Pfaff, damals neuer Keeper des FC Bayern, den Ball passieren lassen, wäre nichts geschehen. Doch der Belgier touchierte den Ball und fabrizierte bei seinem Debüt eines der schönsten Eigentore der Bundesliga-Geschichte.

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Stuttgarts Ron-Robert Zieler richtete sich gerade die Stutzen, da flog ein Einwurf eines Mitspielers auf ihn zu. Überrascht traf er die falsche Entscheidung – und sorgte für eines der kuriosesten Eigentore der Bundesliga.

0 Anzeige Es gibt Szenen, bei denen sofort klar ist, dass sie in jedem Jahresrückblick in Superzeitlupe gezeigt werden. Eine solche Szene sahen die Zuschauer am Samstagnachmittag im Stuttgarter Stadion. Der VfB führte 1:0 gegen Werder Bremen und war nach dem Tor von Anastasios Donis in der 19. Minute klar auf der Siegerstraße. Bremen spielte ab der 36. Minute nach der Gelb-Roten Karte gegen Milos Veljkovic nur noch mit zehn Mann.

Unter Punkt 15 sind in den Fußballregeln des Deutschen Fußball-Bunds die Richtlinien zum Einwurf festgehalten. Unter anderem enthält dieser folgenden Unterpunkt: “Aus einem Einwurf kann direkt kein Tor erzielt werden.” So klar die Regel, so selten kommt sie zum Einsatz.

Dafür, dass sie ab und zu doch zum Thema wird, hat der VfB Stuttgart im Heimspiel gegen Werder Bremen gesorgt. Das entscheidende Detail: Den Einwurf seines eigenen Abwehrspielers Borna Sosa in der 68. Minute berührte Torwart Ron-Robert Zieler noch leicht mit dem Fuß. Schiedsrichter Tobias Welz, bestens mit dem Regelwerk des DFB vertraut, gab den 1:1-Ausgleichstreffer für die Gäste.

Zieler wollte den Ball annehmen, um ihn zu verarbeiten. Doch der Ball verspringt von seinem rechten Spann und kullerte zum 1:1 ins verlassene Stuttgarter Tor. Zieler hechtete hinterher, kam aber zu spät. Hätte Zieler den Ball nach Einwurf nicht berührt, hätte das Tor nicht gezählt und es hätte Eckball für Werder gegeben.

Zieler, der sich gerade die Stutzen richtete, war von der Rückgabe seines Mitspielers überrascht worden. Er traf den Ball nicht richtig, berührte ihn jedoch. Hätte er das nicht getan, das besagt die Regel 15, wäre es mit einem Eckball für Bremen weitergegangen. So aber gab es das Gegentor. Beruhigend für den VfB-Schlussmann: Stuttgart gewann das Spiel am Ende dennoch 2:1, da Gonzalo Castro in der 75. Minute den Siegtreffer für den VfB erzielte.

Im Regelwerk heißt es hierzu: Aus einem Einwurf kann ein Tor nicht direkt erzielt werden: Wirft der ausführende Spieler den Ball direkt ins gegnerische Tor, entscheidet der Schiedsrichter auf Abstoß. Wirft der ausführende Spieler den Ball direkt ins eigene Tor, entscheidet der Schiedsrichter auf Eckstoß.\”

Zu seinem Eigentor sagte Zieler: “Was man nicht sieht, kann man nicht halten.” Er sei vom Einwurf “sehr überrascht” gewesen, “ich habe es nicht mitbekommen und den Ball leider Gottes leicht touchiert. Man versucht ja, den Ball trotzdem anzunehmen.”

Der Weltmeister ist jedoch nicht der erste Torhüter, dem in der Bundesliga ein Einwurffauxpas passierte. In der Saison 1982/1983 unterlief Jean-Marie Pfaff bei seinem Debüt für den FC Bayern ein ähnlicher Schnitzer – ebenfalls gegen Bremen.

Werder-Stürmer Uwe Reinders hatte dem Münchner Schlussmann den Ball aus 35 Metern zugeworfen. Der Belgier war überrascht, kam leicht mit den Fingerspitzen an den Ball, dieser rollte dennoch ins Tor. Für Pfaff lief es jedoch schlechter als für Zieler. Der FC Bayern verlor das Spiel.