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Brief an Seehofer und Merkel: Andrea Nahles will Maaßen-Deal neu aushandeln
Der FC St. Pauli hat nach vier Pflichtspiel-Niederlagen in Serie wieder einen Sieg eingefahren. Die Kiezkicker schlugen den FC Ingolstadt am Freitagabend mit 1:0. Zum Matchwinner wurde Miyaichi, der in seinem ersten Zweitliga-Spiel nach über einem Jahr das goldene Tor erzielte. Die Krise der Schanzer verschärfte sich dagegen – auch weil sich der ehemalige Bundesligist zum zweiten Mal in Folge dezimierte.

Ingolstadt-Trainer Stefan Leitl nahm im Vergleich zur 0:6-Niederlage in Bochum drei Veränderungen in seiner Startelf vor: Gaus, der gesperrte Galvao und Osawe wurden durch Otavio, Schröck und Lezcano ersetzt.

St. Pauli-Cheftrainer Markus Kauczinski stellte seine Startelf nach der 1:3-Niederlage in Aue auf drei Positionen um: Avevor, Buballa und Sahin begannen für Park, Carstens und Neudecker.

Beiden Mannschaften waren die jüngsten Negativ-Ergebnisse anzumerken, denn weder Ingolstadt noch St. Pauli gingen im ersten Durchgang großes Risiko ein. Auf beiden Seiten reagierte die Vorsicht, wobei Ingolstadt mit fortlaufender Spieldauer immer größere Spielanteile übernahm (phasenweise über 60 Prozent Ballbesitz) und einen Tick aktiver war. Pledl hatte die erste Chance des Spiels, traf nach zu kurzer Kopfballabwehr von Veerman aber nur das Außennetz (22.). Zwei Minuten später wäre Lezcano kurz vor der Linie nach Kopfball-Ablage von Röcher beinahe an den Ball gekommen, doch Sahin klärte entschlossen (24.). Kurz vor der Pause scheiterte Matip mit einem Kopfball (44., drüber).

Die beste Möglichkeit des ersten Durchgangs hatten allerdings kurz zuvor die ansonsten in der Offensive blassen Gäste: Möller Daehli steckte den Ball auf dem rechten Flügel mit Übersicht in den Lauf von Dudziak durch. Dessen Schlenzer verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter (41.).

Nach der Pause bekam die Partie etwas Schwung, was vor allem daran lag, dass der FC St. Pauli etwas mutiger in der Vorwärtsbewegung agierte. Die beste Möglichkeit in dieser Phase hatte Knoll, der mit links aus dem linken Halbraum abzog, das Tor aber leicht abgefälscht knapp verfehlte (56.). Auf der Gegenseite hatte Pledl die beste Möglichkeit nach der Pause, sein Kopfball zischte aber knapp über den Querbalken (59.).

Es sollte für den damit zum zweiten Mal in Folge dezimierten FCI aber noch schlimmer kommen: In der 82. Minute durfte der eingewechselte Zehir aus der eigenen Hälfte ohne Druck einen hohen Pass in die Spitze schlagen. Dort war der ebenfalls eingewechselte Miyaichi Gimber enteilt. FCI-Keeper Knaller kam aus seinem Kasten, faustete aber am Ball vorbei, weshalb St. Paulis japanischer Joker, der nach Kreuzbandriss sein erstes Zweitliga-Spiel seit Mai 2017 bestritt, die Kugel per Kopf ins Netz lenken konnte (82.). Danach spielte die Gäste ihre Überzahl bis zum Schlusspfiff clever aus, weshalb es beim knappen 1:0 der Hanseaten blieb.

Der FC Ingolstadt tritt am Dienstag (18.30 Uhr) beim 1. FC Köln an. St. Pauli empfängt am Mittwoch (18.30 Uhr) den SC Paderborn.

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“Horst Seehofer ist außer Rand und Band”, die bayrische SPD-Spitzenkadidatin Natascha Kohnen und SPD-Vorsitzende Andrea Nahles formulieren klare Kritik am Bundesinnenminister. (Quelle: t-online.de)

Rolle rückwärts im Fall Maaßen: Nachdem SPD-Chefin Nahles die Beförderung des Verfassungsschutz-Chefs infrage stellte, will die Koalition in aller Eile eine neue Lösung finden. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zu Neuverhandlungen über die Zukunft des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen bereiterklärt. “Die Bundeskanzlerin findet es richtig und angebracht, die anstehenden Fragen erneut zu bewerten und eine gemeinsame tragfähige Lösung zu finden”, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Am Abend teilte Merkel in München mit, sie wolle bereits “im Laufe des Wochenendes” eine “gemeinsame, tragfähige Lösung” finden.

Zuvor hatte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles nach dem massiven Widerstand in ihrer Partei darauf gedrängt, die geplante Beförderung Maaßens zu überdenken. Auch Innenminister Seehofer zeigte sich zu einer Neuverhandlung bereit.

“Die durchweg negativen Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen, dass wir uns geirrt haben. Wir haben Vertrauen verloren statt es wiederherzustellen. Das sollte Anlass für uns gemeinsam sein, innezuhalten und die Verabredung zu überdenken”, hatte Nahles in einem Brief an Merkel und Seehofer geschrieben und die Kausa Maaßen erneut zum Gespräch gemacht. 

Andrea Nahles in München: Die SPD-Chefin will die Einigung um Hans-Georg Maaßen neu verhandeln. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

“Ich bin der Auffassung, dass die Spitzen der Koalition noch einmal zusammenkommen sollten, um die gewichtigen, aber sehr unterschiedlichen Anliegen der Koalitionspartner zu beraten”, so Nahles weiter. Bei einem Auftritt in Würzburg räumte sie im Fall Maaßen eine Fehleinschätzung ein. Sie selbst, Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer, “wir haben uns alle drei geirrt”, sagte Nahles. Sie sei auf Merkel und Seehofer zugegangen und habe vorgeschlagen, “dass wir diese Entscheidung überdenken”, sagte Nahles. “Und das werden wir auch tun.” Es sei nicht vermittelbar, dass Maaßen einerseits als Verfassungsschutzpräsident abberufen werden müsse, “aufgrund seines Verhaltens, auf der anderen Seite dann aber im Ministerium von Herrn Seehofer als Staatssekretär befördert wird.”

CSU-Chef Seehofer schloss neue Gespräche über den Fall nicht aus. “Ich denke, eine erneute Beratung macht dann Sinn, wenn eine konsensuale Lösung möglich ist. Darüber wird jetzt nachgedacht”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die drei Parteivorsitzenden hätten auch miteinander am Telefon gesprochen, so Seehofer.

Die SPD-Chefin hatte zwar erfolgreich auf Maaßens Absetzung gedrungen, dessen Eignung im Kampf gegen Rechtsextremismus von der SPD bezweifelt wurde. Bundesinnenminister Seehofer, der anders als Merkel und Nahles Maaßen stützte, will ihn aber im Gegenzug auf den Posten eines SPD-Staatssekretärs in sein Ministerium holen.

Seehofer betonte, auf Maaßens Expertise im Kampf gegen den Terrorismus nicht verzichten zu wollen. Mit seiner eigenwilligen Entscheidung brachte der CSU-Chef aber die SPD in schwere Turbulenzen – es gab an der Basis, Forderungen, die große Koalition zu beenden.

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