Polizei in Bonn: 22-Jähriger nach Schuss auf Kollegen angeklagt - General-Anzeiger
Bonn: Polizist (23) wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Polizeibeamten fahrlässige Tötung vor. Er soll sich laut Anklage am 26. November 2018 gemeinsam mit dem späteren Tatopfer als Beamter der Bereitschaftshundertschaft zunächst bei einem Schießtraining auf dem Gelände der Bundespolizei in Sankt Augustin befunden haben.

Dieses Training soll mit sogenannten “Rotwaffen” absolviert worden sein. Dabei handelt es sich um Trainingswaffen mit denen eine Schussabgabe nicht möglich ist. Nach der Rückkehr in das Polizeipräsidium am Nachmittag sollen sich der Angeklagte und das Opfer dann auf ein Schiesstraining mit scharfen Schusswaffen vorbereitet haben. Dafür mussten die Beamten sich umziehen und ihre scharfen Dienstwaffen holen.

Der Angeklagte hatte auf das spätere Opfer einen Schuss mit seiner scharfen Dienstwaffe abgeben. Er war in der irrtümlichen Annahme, es handele sich bei der verwendeten Waffe um eine “Rotwaffe”. Der Kollege starb zwei Wochen später.

Bonner Polizist nach Schießunfall verstorben | mehr Trauerfeier für toten Polizisten in Bonn und bundesweites Gedenken | mehr Neuer Abschnitt Schuss löste sich laut Schütze versehentlich Der Schütze schwieg zunächst, hatte dann aber im Dezember über seinen Anwalt erklären lassen, dass sich der tödliche Schuss versehentlich gelöst hatte.

Schuss auf Bonner Polizisten: Ursache offenbar Leichtsinn | mehr Neuer Abschnitt Prozess soll klären, wie der Verlauf tatsächlich war Im bevorstehenden Prozess muss rekonstruiert werden, wie es überhaupt zur Schussabgabe kam. Es gibt aber keinen einzigen Zeugen. Schütze und Opfer waren alleine in dem Kellerraum des Bonner Polizeipräsidiums unweit des Trainingsbereichs. Im Verfahren wird es unter anderem darum gehen, ob der Angeklagte  die scharfe Pistole bei der Übung überhaupt hätte bei sich führen dürfen.

Der tragische Vorfall im Bonner Polizeipräsidium wirkt dort bis heute nach. Kollegen aus der 13. Einsatzhundertschaft hatten unmittelbar danach psychologische Hilfe angefordert. Das 22-jährige Opfer, das wenige Tage nach der Schussabgabe starb, stammt aus einer Polizistenfamilie. Vater und Schwester sind aktive Polizisten bei unterschiedlichen Bonner Dienststellen. Zur Beisetzung des Opfers kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres waren hunderte Kollegen der nordrheinwestfälischen Polizei und NRW-Innenminister Herbert Reul nach Bonn gekommen.

Video starten, abbrechen mit Escape Angeschossener Polizist gestorben. Lokalzeit aus Bonn. 11.12.2018. 02:36 Min.. WDR. Von Christoph Hensgen.

Bonn – Er soll auf seinen Kollegen Julian Rolf (†23) geschossen haben, der starb später an seinen schweren Verletzungen. Jetzt hat die Bonner Staatsanwaltschaft einen Bonner Polizisten (22) wegen fahrlässiger Tötung angeklagt!

Laut Anklage war der junge Polizist am 26. November 2018 mit seinem Kollegen beim Schießtraining auf dem Gelände der Bundespolizei St. Augustin. Dabei hatten sie sogenannte Rotwaffen dabei – Trainingswaffen, mit denen kein echter Schuss abgegeben werden kann.

Später sollen sich der Angeklagte und Julian Rolf im Polizei Präsidium Bonn auf ein Schießtraining mit scharfen Waffen vorbereitet haben, sich dafür umgezogen und ihre scharfen Dienstwaffen geholt haben. Dabei soll der 22-Jährige einen Schuss abgegeben haben – in der Annahme, es handele sich bei seiner Waffe um die Attrappe! Er traf seinen Kollegen in den Hals. Am 10. Dezember starb Rolf an seinen Verletzungen.

Nach dem tödlichen Schuss auf den Polizeikommissar Julian Rolf (23) Ende November spricht jetzt der Anwalt des Schützen mit BILD.

23 Jahre wurde Polizeikommissar Julian Rolf, als er durch die Kugel eines Kollegen tödlich verletzt wurde. Am Freitag die Beisetzung.

Der mutmaßliche Schütze schwieg zunächst, hatte dann aber im Dezember über seinen Rechtsanwalt Christoph Arnold erklären lassen, dass sich der tödliche Schuss versehentlich gelöst habe. Gegen den Schützen ermittelte die Bonner Staatsanwaltschaft zunächst wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt, nach dem Tod des 23-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung.

Der Prozess wird am Landgericht Bonn geführt. Wann er startet, ist noch offen. Dem jungen Polizisten drohen bis zu fünf Jahre Haft.