Bislang unbekannter Luftschutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg in Bochum-Gerthe entdeckt: 70 Jahre in Vergessenheit - Bochum - Lokalkompass.de
Bochum: Bauarbeiter entdecken Luftschutzbau aus Zweitem Weltkrieg!
In Bochum-Gerthe ist ein vergessener Luftschutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt worden. Das mehr als 70 Jahre alte Bauwerk ist für Archäologen wie eine Zeitkapsel, weil die Einrichtung noch komplett erhalten ist. Das teilte der LWL am Dienstag (21.05.2019) mit.

“Natürlich haben Zeit und Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen”, erzählt LWL-Archäologe Thomas Poggel. Dennoch könnten er und seine Kollegen das genaue Aussehen der Schutzräume rekonstruieren. Dafür wurden alle Einzelheiten dokumentiert. Dies ist auch nötig, da der Bunker bald abgerissen werden soll.

Der 50 Quadratmeter große Luftschutzbau bot Platz für mehr als 120 Menschen. Er wurde durch Belüftungsrohre mit Sauerstoff und durch zwei unabhängige Stromleitungen mit Energie versorgt. Ein kleiner Kohle-Ofen sorgte für Wärme.

Die Anlage wird in Fachkreisen allerdings nicht Bunker genannt, da der Luftschutzbau nicht die massive Bauweise eines richtigen Bunkers aufweist. Der so genannte Deckungsgraben ist aber bisher der erste seiner Art, der in Bochum vollständig erhalten entdeckt worden ist.

Deutsche Bunkeranlagen | planet-wissen 03:17 Vergessener Bunker | video Neuer Abschnitt Ganz überraschend ist der Fund der Anlage für Kenner aber nicht. Denn Bunker-Experten aus Bochum hatten sie schon 2004 betreten.

Video starten, abbrechen mit Escape Besondere Führung durch ein Relikt des Kalten Krieges: Licht aus im Banken-Bunker . Lokalzeit aus Aachen. 18.09.2018. 03:59 Min.. WDR.

In Bochum haben Bauarbeiter einen alten Luftschutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt! Archäologen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) untersuchten das Bauwerk daraufhin näher. In wenigen Meter Tiefe stießen sie auf Schleusentore, dahinter auf zwei grabenähnliche Schutzräume. LWL-Archäologe Thomas Poggel: Im Innern des Betonbaus war noch die gesamte Einrichtung vorhanden. Natürlich haben Zeit und Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen, aber wir können dennoch das genaue Aussehen der beiden Schutzräume rekonstruieren.

Auf nur 50 Quadratmetern mussten hier bis zu 120 Menschen Schutz suchen. Die Einrichtung (Holzbänke, Belüftung) ist noch komplett vorhanden, wenn auch durch Feuchtigkeit stark verfallen. Geheizt wurde damals über einen kleinen Kohleofen. Die Sauerstoffversorgung wurde durch Belüftungsrohre sichergestellt. Wenn der Strom ausfiel, spendeten Kerzen Licht. Eintretendes Wasser wurde über eine Rinne im Boden und mit einer Handpumpe abgeführt.

Holzmatten über dieser Rinne schützten vor aufsteigender Kälte und die Notdurft konnte auf einer Trockentoilette in einem abgetrennten Abort verrichtet werden. Arne Koch, der gerade ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolviert: Für mich war es ebenso spannend wie beklemmend, einen Einblick in dieses Bauwerk des Zweiten Weltkriegs zu erhalten.

Der Keller der Autobahnmeisterei Gelsenkirchen ist eine Bunkeranlage aus dem Kalten Krieg, gebaut für einen Konflikt mit den Sowjets.

► Bei der Anlage handelt es sich nicht um einen Bunker, sondern um einen sogenannten Deckungsgraben. LWL-Archäologe Prof. Michael Baales: Solche Schutzbauten weisen nicht die massive Bauweise eines Bunkers auf. Sie boten daher in der Regel keinen Schutz gegenüber Bomben, sondern nur gegen Trümmer und Splitter. Viele dieser Luftschutzbauten wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Es gibt aber auch einige, die sich erhalten haben. Baales: In der Regel befinden sich vergleichbare Anlagen in einem desolaten Zustand. Hier können wir aber erstmalig in Bochum einen Deckungsgraben dokumentieren und zwar in allen Details.

Die Luftschutzanlage muss den Baumaßnahmen allerdings weichen und wird bald abgetragen. Sie ist jedoch durch die LWL-Archäologie ausführlich dokumentiert worden und bleibt so als Informationsquelle erhalten.