Polizeieinsatz wegen Pyrotechnik: Hunderte FCM-Fans verpassen Spiel in Bochum - MDR
Magdeburg-Fans in Bochum festgesetzt
Luftbild des Bochumer Hauptbahnhofs: Weil Magdeburg-Fans im Zug Pyro gezündet hatten, schritt die Bundespolizei ein.

Bochum/Essen.  Polizeieinsatz im Hauptbahnhof, weil Fans vor dem Spiel des VfL Bochum Pyrotechnik im Sonderzug zünden. Die Bahn musste den Zugverkehr umleiten.

Wer schon mal auswärts gefahren ist oder gesehen hat, wenn Gäste ankommen, der hat 100%ig auch gesehen, dass bei Ankunft gezündet wird. Das muss man nicht gut finden. Aber es ist eben normal. Dafür dann 700 Leuten den Zugang zu einem Spiel zu verwehren kann in keinem Verhältnis stehen. Da wollten die als Polizisten verkleideten WestHools den Ossis mal zeigen wer den längeren hat. Der Einsatz war überzogen und ein massiver Eingriff in die Freiheit vonnöten Fußballfans. Das war an dem Tag als Dresden in Magdeburg aufstieg nicht anders und demnach genauso zu verurteilen. Da hat aber kein Kallnik was mit zu tun. Wenn du @1 nicht verstehst, dass wir Fans da alle in einem Boot sitzen, ist dir nicht zu helfen. Hier müssen sich Fans farbenunabhängig unterstützen und die Medien müssen der Öffentlichkeit klar machen, dass nicht alles in Ordnung ist, was mit Fußballfans gemacht wird. Es wird auch einen Grund haben, warum der Fananwalt nicht zum Einsatzort durfte…seid nicht so naiv.

Vor dem Spiel des Vfl Bochum gegen Magdeburg ist es am Bochumer Hauptbahnhof wegen Magdeburger Problemfans zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Über längere Zeit waren die Gleise gesperrt, der Bahnverkehr war unterbrochen.

Mehr als drei Stunden mussten die Fans am Bahnhof ausharren, bevor sie – viel zu spät – zum Stadion konnten. Die meisten anderen FCM-Fans, die auf anderen Wegen angereist waren, solidarisierten sich mit denjenigen, die am Bahnhof festgehalten worden waren. Sie verließen das Bochumer Stadion nach wenigen Minuten wieder, durften den Stadionvorplatz aber zunächst nicht verlassen. Ob es am Stadion zu Zwischenfällen gekommen war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Offenbar hatten Magdeburger Fans in einem Sonderzug zum Auswärtsspiel in Bochum mehrfach Pyrotechnik abgefackelt. Daraufhin hatte die Bahn die Bundespolizei informiert, die aus Sicherheitsgründen beschloss, die Fans noch auf dem Gleis abzutasten, damit die Problemfans nicht im Zugangstunnel zum Bahnhofsgebäude erneut Pyrotechnik zünden und andere Reisende gefährden, begründet Volker Stall, Pressesprecher der Bundespolizei in Dortmund, die Maßnahme.

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT – mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Am Vormittag waren die Gleise 3 und 4 im Bochumer Hauptbahnhof gesperrt, weil sich ein Teil der rund 650 Fans aus dem Zug bislang weigern, sich von der Polizei abtasten zu lassen: Der Zug steht weiterhin im Bahnhof, allein die Fans, die bereit sind sich abtasten zu lassen, zu durchsuchen dauert seine Zeit, sagt Stalll.

Einige Fans sollen versucht haben, sich der Kontrolle zu entziehen und seien über die Gleise gelaufen, hieß es weiter. Daraufhin sei der Zugverkehr gestoppt worden. Züge im ganzen Ruhrgebiet mussten umgeleitet worden. Nach Angaben des Polizeisprechers zeigten sich die FCM-Fans wenig kooperativ. Erst nach und nach hätten sie die Kontrollen zugelassen, weshalb sich die Maßnahme erheblich in die Länge zog. Gefunden wurde bei den Kontrollen nichts.

Der Fußballsonderzug aus #Magdeburg ist in #Bochum angekommen. Da auf der Anfahrt Pyrotechnik gezündet wurde, wird es zu Verzögerungen aufgrund polizeilicher Maßnahmen kommen.#BPOL #BOCFCM pic.twitter.com/f4LBQ1vCji

Offenbar sind Polizisten und Problemfans in eine Art Patt-Situation geraten. Die Fans, die sich weigern, sich durchsuchen zu lassen, haben mittlerweile verkündet, dass sie nicht mehr zum Spiel wollen. Deshalb war am Mittag, rund zwei Stunden vor Spielbeginn, noch nicht klar, wann sich die Lage am Bochumer Hauptbahnhof normalisiert. Dass das ganz nicht ohne Verzögerungen vorher abgehen würde, hatte die Polizei früh geahnt und über Twitter mitgeteilt. Etwa zur Halbzeit gab die Bundespolizei für den Bahnhof dann Entwarnung. Der Verkehr laufe normal, es gebe keine Einschränkungen mehr: Die Fans hätten sich doch noch auf den Weg zum Stadion gemacht. Die Lage blieb aber aufgeheizt: Fans beklagten sich über massive Kontrollen und Einschränkungen beim Einlass ins Stadion.

Ein gänzlich anderes Bild als die Polizei zeichnet die Fanhilfe Magdeburg. Ein Sprecher beobachtete einen Einsatz, der “von langer Hand geplant wirkte” und gleichzeitig chaotisch abgelaufen sei, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Ohne Angaben von Gründen seien den FCM-Fans Zwangsmaßnahmen angedroht worden. Zudem soll ein Fananwalt der Magdeburger, der vermitteln wollte, an seiner Arbeit gehindert worden sein.

Durch den Zwischenfall wurde der Bahnverkehr schwer behindert. Einige Reisende standen 20 Minuten auf offener Strecke, bis die Bahn die Streckenumleitung organisiert wurde. Die Regionalbahn RE 11 beispielsweise wurde dann über Gelsenkirchen und Herne umgeleitet.

Die Fanhilfe Magdeburg verurteilte die Aktion der Polizei und beklagte die fehlende Verhältnismäßigkeit der Einsatzes. Es hätte Videoaufzeichnungen gegeben, zudem seien szenekundige Beamte vor Ort gewesen. So wäre es aus Sicht der Fanhilfe auch möglich gewesen, die Personen, die Pyrotechnik gezündet haben, im Nachgang zu identifizieren.

Der Vorgang in Bochum war nicht der einzige Zwischenfall an diesem Wochenende. In der Nacht hatte die Polizei am Essener Hauptbahnhof eine Massenschlägerei von rund 15 Fußballfans auflösen und die Problemfans festnehmen müssen. In diesem Fall handelte es sich, so die Polizei, um Hooligans aus dem Schalker, Dortmunder und Essener Umfeld. Unklar ist, ob die Gewalttäter sich zufällig trafen oder für die Schlägerei verabredet hatten.

Nach einem Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof haben hunderte Magdeburger das Auswärtsspiel des 1. FCM verpasst. Aus einem Sonderzug von FCM-Fans soll Pyrotechnik geworfen worden sein. Während die Polizei Gefahr im Verzug sah, sprechen die Fans von einem unverhältnismäßigen Einsatz.

Die Fanhilfe Magdeburg, die sich in ihrem Twitteraccount als Anwalt der Fans bei Problemen mit der Polizei sieht, schrieb über den Kurznachrichtendienst von “chaotischen, unsortieren und unbegründetem Einsatz” der Polizei. Darauf, dass die Lage angespannt ist, deuten Berichte hin, dass kurz nach Anpfiff viele Magdeburger Fans das Stadion wieder verlassen haben, offenbar in Zusammenhang mit den Ausschreitungen am Bahnhof. Maik Barthel, von der Fanhilfe, nannte die Maßnahmen der Polizei am Bahnhof unverhältnismmäßig und unbegründet. Die Beamten seien in ihrer Begründung der Pyrotechnik “zurückgerudert”, am Ende sei nur noch von vereinzelter Pyrotechnik im Sonderzug die Rede gewesen. Barthel: “Der Einsatz war deshalb keinesfalls verhältnismäßig”, die Aufnahme von Personalien und die Durchsuchung von Personen nicht zu rechtfertigen.

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Streng abgeschirmt: Magdeburg-Fans auf dem Rückweg vom Stadion zum Hauptbahnhof  Foto: Bernd Kiesewetter Christian Oberthür, Vorsitzender der Fanhilfe, nannte den Einsatz ebenfalls überzogen. Am Bahnhof oder im Zug Pyrotechnik zu zünden, sei zwar zu verurteilen, wegen des Fehlverhaltens Einzelner gleich einen ganzen Zug festzusetzen, falsch. “Die Situation ist auch deshalb eskaliert, weil die Polizei viel zu spät mitteilte, warum sie die Fans festhält.” Besser wäre es gewesen, sagt der Fan-Vertreter, die Täter im Nachhinein mithilfe der anwesenden Magdeburger Polizisten zu ermitteln und festzusetzen.

Hunderte Fans des 1. FC Magdeburg haben das Auswärtsspiel in Bochum weitgehend verpasst. Grund dafür war ein Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof. Erst 20 Minuten vor Spielende erreichten die Magdeburger das Ruhrstadion, wo der FCM 2:4 verlor.

Der 1. FC Magdeburg steht zwei Spieltage vor Schluss wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Beim VfL Bochum unterlag der FCM mit 2:4 und musste den Relegationsplatz an den FC Ingolstadt abtreten, der in Hamburg mit 3:0 gewann. Gerade im zweiten Durchgang leistete sich Magdeburg eklatante Abwehrpatzer, die Bochum eiskalt und teilweise sehenswert nutzte. Bochum ist durch den Heimsieg nun auch rechnerisch gerettet.

Gästefans die nicht ins Stadion gelangen?Kennt man sonst ja nur von den Heimspielen des FCM…Aber Spaß bei Seite, wirklich sinnlose Schikane und gerade bei so ner saisonentscheidenen Partie mehr als daneben und sehr fraglich.

Bochums Coach Robin Dutt nahm nach dem 2:3 in Aue gleich vier Änderungen an seiner Startelf vor: Hoogland, Tesche, Kokovas und Saglam rotierten auf die Bank, dafür starteten Bandowski (Startelfdebüt in dieser Saison), Fabian, Eisfeld und Ganvoula.

Es ist zwar schade für die sogenannten fcm Fans, aber anders macht es doch die Magdeburger Polizei auch nicht . Habe es am eigenen Leib mit der himmelblauen fanschar erlebt . Forever cfc

Magdeburgs Trainer Michael Oenning konnte wieder auf den zuletzt angeschlagenen Stammtorwart Brunst sowie Kirchhoff zurückgreifen, außerdem kam Chahed neu in die Startelf. Neben Ersatzkeeper Seidel, der wieder auf der Bank Platz nahm, mussten auch Perthel und Preißinger weichen, allerdings aus anderen Gründen: Beide hatten beim 2:1 gegen Fürth ihre fünfte Gelbe Karte gesehen.

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Die erste Hälfte einer intensiven Zweitligapartie war geprägt von zahlreichen Eckbällen und Freistößen, die auf beiden Seiten in die Strafräume segelten. Kirchhoff für Magdeburg (6.) und Ganvoula für Bochum (15.) vergaben jeweils per Kopf nach Eckbällen erste Möglichkeiten, Ganvoula scheiterte zudem mit einem strammen Volleyschuss an Brunst (11.). Spielerisch gelang beiden Teams gerade im vorderen Drittel wenig, Magdeburg war jedoch die etwas engagiertere Mannschaft und hatte durch den auffälligen Bülter die bis zu diesem Zeitpunkt beste Möglichkeit zur Führung – Riemann parierte glänzend (40.).

Stattdessen gingen die Hausherren in Führung: Ein langer Schlag von Riemann landete am Magdeburger Strafraum bei Hinterseer, der den Ball technisch stark festmachte, zunächst aber an Erdmann hängen blieb. Der Österreicher blieb jedoch mit etwas Glück in Ballbesitz und stocherte die Kugel zu Ganvoula, der zur Halbzeitführung für Bochum traf (42.).

Kurz nach dem Wiederbeginn setzte es den nächsten Tiefschlag für den FCM: Pantovic löffelte einen Freistoß von der rechten Grundlinie in den Fünfmeterraum, wo Baumgartner unbedrängt zum 2:0 einköpfen durfte – das erste Zweitligator für den Österreicher (51.). Magdeburg rückte daraufhin merklich weiter auf und Bochum nutzte die sich bietenden Räume eiskalt. Nach einem Ballverlust war die FCM-Abwehr völlig unsortiert, Losilla spielte einen Steilpass auf den erst rund 90 Sekunden zuvor eingewechselten Weilandt, der mutterseelenalleine auf Brunst zulaufen konnte und den Gästekeeper mit einem herrlichen Heber ins lange Eck düpierte (61.).

Oenning reagierte mit einem Doppelwechsel auf das 0:3 (Osei Kwadwo und Lewerenz für Lohkemper und Ignjovksi) und brachte damit noch mal Feuer in seine Mannschaft. Osei Kwadwo hätte mit seinem ersten Ballkontakt beinahe das 1:3 erzielt (63.), für das dann Bülter mit einem trockenen Flachschuss nach entschlossener Vorarbeit von Chahed sorgte (65.). Um ein Haar hätte Magdeburg unmittelbar danach gar für den Anschlusstreffer gesorgt, Riemann parierte einen Flachschuss von Lewerenz aber glänzend (66.).

Die Gäste rannten weiter an, gewährten Bochum aber auch immer wieder viel Platz, um die Entscheidung herbeizuführen. Eisfeld vergab aus hervorragender Einschussposition noch kläglich (76.), umso fulminanter traf dann aber einmal mehr Weilandt: Der Joker profitierte von einem Fehler Hammanns, der unter einer Bandowski-Flanke hindurchtauchte und hämmerte den Ball volley an die Unterkante der Latte, von wo aus die Kugel zum 4:1 in die Maschen hüpfte (84.). Die Partie war entschieden, Magdeburg tat aber immerhin noch etwas für das Torverhältnis im Abstiegskampf: Beck köpfte eine Hammann-Ecke zum 4:2-Endstand ein (87.). Lee hätte den Drei-Tore-Abstand beinahe zwar noch einmal hergestellt, traf mit einem Schlenzer aber nur den Innenfposten (90.).

Der VfL hat somit auch rechnerisch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt, Magdeburg rutschte durch den gleichzeitigen Erfolg des FC Ingolstadt auf Tabellenplatz 17 ab. Bochum gastiert am Sonntag (15.30 Uhr) bei St. Pauli. Für Magdeburg geht es zeitgleich bei Union Berlin weiter.

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