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Bochum-Trainer Dutt zum Weilandt-Wahnsinn
Selten war ein Sieg verdienter als Bochums 2:1 gegen Aue. Aber auch selten glücklicher. Mit der letzten Aktion des Spiels ließ Tom Weilandt (26) das Ruhrstadion explodieren.

Der VfL berannte 90 Minuten das Tor der Sachsen, um den frühen Rückstand (2./Testroet) auszumerzen. Klappte dank Weilandts Doppelpack (73., 93.).

Aufgrund von sechs Ligapartien ohne Pleite hat sich der 1. FC Heidenheim im oberen Drittel der Tabelle festgesetzt und bekam gegen Paderborn sogar die Chance, mit dem vorher Drittplatzierten (Union Berlin) gleichzuziehen. Es entwickelte sich ein turbulenter erster Abschnitt auf der Ostalb: Der SCP ging durch zwei sehenswerte Distanzschüsse (Antwi-Adjej, 30.; Klement, 36., direkter Freistoß) nicht unverdient in Führung, Startelf-Debütant Multhaup verwertete eine von vielen Gelegenheiten noch vor der Pause zum Anschluss (44.). In Hälfte zwei wurde es ruhiger, ehe sich FCH-Keeper Müller einen kapitalen Fehler leistete und Michel das 3:1 quasi auflegte (71.). In der 79. und der zweiten Minute der Nachspielzeit machte es Vasiliadis mit einem Doppelpack noch überdeutlich. Der SCP hat durch den dritten Auswärtssieg wieder Anschluss an die Aufstiegsplätze gefunden. Das Duell der besten Defensiven

Trainer Robin Dutt (53) hat seinen Jungs nicht nur das Gedulds-Gen, sondern auch die Sieger-Mentalität eingeimpft: Unser Anspruch ist, im oberen Drittel mit zu spielen, uns dort fest zu beißen.”

VfL-Fans träumen vom Aufstieg – die Profis bleiben ruhig

Dieser Mann will wieder dahin, wo er mit Freiburg, Leverkusen und Bremen schon war – in die 1. Liga.

Durch Kuschelkurs machte er aus Mitläufer Weilandt einen exzellenten, offensiven Mittelfeldmann. Dutt: Ich versuche jeden Spieler so zu führen, wie es optimal für ihn ist. Tom ist ein harmonie-bedürftiger Mensch, braucht eine gezielte Ansprache.”

Was für Voraussetzungen in Dresden: Die einen (Dynamo) hatten ein 1:8 in Köln zu verdauen, die anderen (Ingolstadt) unter Trainer Alexander Nouri immer noch nicht gewonnen. Und Dresden erwischte den Traumstart, weil Neuhaus Koné im Sechzehner zu Fall brachte und wegen der Notbremse auch noch die Rote Karte sah (5.). Ebert versenkte den Elfer (7.), und Dynamo legte kurz darauf durch Koné nach (16.). Der FCI war bemüht, in Unterzahl aber nicht zwingend. Ein letztes Aufbäumen ließen die Schanzer nach einer Stunde erkennen, konnten die achte Saisonpleite aber letztlich nicht mehr abwenden. Dynamo dagegen klettert in die obere Tabellenhälfte.

VfL Bochum-Profi Tom Weilandt hat die vergangenen drei Treffer des VfL allesamt selbst erzielt und seinem Team sechs Punkte im Alleingang gesichert. Das sagt Trainer Robin Dutt.

Silvere Ganvoula köpfte, Tom Weilandt nahm den Ball an, es lief die Nachspielzeit. Der Rest ist ein Volleyschuss in den Winkel und grenzenloser Jubel im Bochumer Ruhrstadion. Er hat es schon wieder getan: Mit seinem Doppelpack gegen Aue avancierte VfL-Star Tom Weilandt zum Matchwinner. Dadurch hat der Mittelfeldmann die vergangenen drei Treffer der Bochumer allesamt selbst erzielt und dem Team von Robin Dutt damit sechs Punkte aus den vergangenen zwei Spielen gesichert. Der Stadionsprecher taufte Weilandt zum Mr. Zuverlässig – Dutt verriet sein Erfolgsgeheimnis im Umgang mit Weilandt.Ich versuche, ihm seinen Freiraum zu lassen und nur ein paar gezielte Hinweise zu geben, sagte Dutt auf der Pressekonferenz nach dem 2:1-Erfolg über Erzgebirge Aue: Er ist harmoniebedürftig, ein sensibler Spieler und braucht nicht zu viele Ansprachen. Im Moment fühle sich Weilandt einfach wohl: Unser System ist wie gemalt für ihn. Auch Weilandt selbst erklärte sein Rezept für seine – schon jetzt – erfolgreichste Saison in seiner gesamten Profikarriere.

Bochum hat einen Last-Minute-Sieg gegen Aue eingefahren. Zwar waren die Gäste dank Testroet sehr früh in Führung gegangen (2.), doch hochüberlegen war insgesamt der VfL. Erst in der 73. Minute gelang Weilandt der verdiente Ausgleich, nachdem Hinterseer zuvor einen Foulelfmeter verschossen hatte (61.). Aue verteidigte mit Mann und Maus, doch in der Nachspielzeit belohnte sich Bochum für seine Wucht: Weilandt mit seinem zweiten Treffer drehte die Partie – 2:1! Bochum ist nun seit sechs Runden unbesiegt (3/3/0) und pirscht sich in der Tabelle oben ran.

Für die VfL-Fans in dieser Saison ein gewohntes Bild: Tom Weilandt dreht jubelnd nach einem Treffer ab (sieben Saisontore), kreuzt seine Arme und formt seine Hände vermeintlich zum Symbol für die Zahl zwei – das Geheimnis um diesen Torjubel wollte er noch immer nicht lüften. Sein Rezept für seine Leistungsexplosion formulierte er so wie schon beim 1:0-Erfolg gegen Darmstadt, als Weilandt den Sieg mit einem Traumsolo sicherte: Vielleicht spielt das Selbstvertrauen eine Rolle. Ich fühle mich einfach gut, bekomme das Vertrauen und das zahle ich zurück.Nach zwölf Einsätzen in dieser Saison in der Zweiten Liga hat Weilandt bereits sieben Tore erzielt und zwei weitere Treffer vorbereitet – persönliche Bestmarke im Profibereich. Mit dem VfL Bochum geht es für Weilandt am kommenden Spieltag gegen den 1. FC Magdeburg, danach wartet das Duell im eigenen Stadion gegen den FC St. Pauli: Wir schauen nur auf Magdeburg, danach kommen auch ein paar Brocken. Wenn wir den Schwung mitnehmen, dann haben wir eine Chance.  Autor: Christian Hoch

Im Parallelspiel hat Holstein Kiel einen 2:1-Sieg gegen Sandhausen eingefahren und ist damit seit fünf Ligaspielen ungeschlagen. Die KSV agierte extrem effektiv vor dem gegnerischen Tor und ging schon im ersten Durchgang verdient mit 2:0 in Führung. Schindler per Kopf nach einem Freistoß in der 9. Minute und Lee (33.) trafen für Holstein. Sandhausen präsentierte sich nach der Pause deutlich aktiver, doch der Anschlusstreffer durch Schleusener kam zu spät (83.). Somit bleibt der SVS zum vierten Mal in Folge sieglos (0/2/2).