Bochum-Trainer Dutt zum Weilandt-Wahnsinn
Bochums Weilandt: So klappt das mit dem Aufstieg
Selten war ein Sieg verdienter als Bochums 2:1 gegen Aue. Aber auch selten glücklicher. Mit der letzten Aktion des Spiels ließ Tom Weilandt (26) das Ruhrstadion explodieren.

Der VfL berannte 90 Minuten das Tor der Sachsen, um den frühen Rückstand (2./Testroet) auszumerzen. Klappte dank Weilandts Doppelpack (73., 93.).

Silvere Ganvoula köpfte, Tom Weilandt nahm den Ball an, es lief die Nachspielzeit. Der Rest ist ein Volleyschuss in den Winkel und grenzenloser Jubel im Bochumer Ruhrstadion. Er hat es schon wieder getan: Mit seinem Doppelpack gegen Aue avancierte VfL-Star Tom Weilandt zum Matchwinner. Dadurch hat der Mittelfeldmann die vergangenen drei Treffer der Bochumer allesamt selbst erzielt und dem Team von Robin Dutt damit sechs Punkte aus den vergangenen zwei Spielen gesichert. Der Stadionsprecher taufte Weilandt zum Mr. Zuverlässig – Dutt verriet sein Erfolgsgeheimnis im Umgang mit Weilandt.Ich versuche, ihm seinen Freiraum zu lassen und nur ein paar gezielte Hinweise zu geben, sagte Dutt auf der Pressekonferenz nach dem 2:1-Erfolg über Erzgebirge Aue: Er ist harmoniebedürftig, ein sensibler Spieler und braucht nicht zu viele Ansprachen. Im Moment fühle sich Weilandt einfach wohl: Unser System ist wie gemalt für ihn. Auch Weilandt selbst erklärte sein Rezept für seine – schon jetzt – erfolgreichste Saison in seiner gesamten Profikarriere.

Trainer Robin Dutt (53) hat seinen Jungs nicht nur das Gedulds-Gen, sondern auch die Sieger-Mentalität eingeimpft: Unser Anspruch ist, im oberen Drittel mit zu spielen, uns dort fest zu beißen.”

Dieser Mann will wieder dahin, wo er mit Freiburg, Leverkusen und Bremen schon war – in die 1. Liga.

VfL Bochum-Profi Tom Weilandt hat die vergangenen drei Treffer des VfL allesamt selbst erzielt und seinem Team sechs Punkte im Alleingang gesichert. Das sagt Trainer Robin Dutt.

Durch Kuschelkurs machte er aus Mitläufer Weilandt einen exzellenten, offensiven Mittelfeldmann. Dutt: Ich versuche jeden Spieler so zu führen, wie es optimal für ihn ist. Tom ist ein harmonie-bedürftiger Mensch, braucht eine gezielte Ansprache.”

Regensburgs Serie hält nach einem späten Remis gegen St. Pauli an. Paderborn feierte einen klaren Erfolg in Heidenheim, während Nouri weiter wartet. Köln hat durch den Sieg in Darmstadt vorübergehend die Spitze übernommen. Am Montag kann sich das wieder ändern, wenn der HSV zum Topspiel Union Berlin empfängt. Am Freitag misslang Michael Oennings Debüt für Magdeburg.

Mit einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage ging Jahn Regensburg in das Duell mit dem FC St. Pauli (nur eine Pleite aus den letzten acht Begegnungen). Die Gastgeber waren das spielbestimmende Team in einer chancenarmen ersten Hälfte, bis St. Pauli kurz vor der Pause aus dem Nichts zuschlug und durch Veerman in Führung ging (39.). Die Kiez-Kicker machten auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr als nötig, Regensburgs Al Ghaddioui vergab in der 72. Minute die Chance zum Ausgleich, der spät doch noch fiel: Stolzes Schuss konnte Himmelmann nur ins eigene Tor lenken (87.) und sorgte so dafür, dass die Jahn-Serie hält.

Was für Voraussetzungen in Dresden: Die einen (Dynamo) hatten ein 1:8 in Köln zu verdauen, die anderen (Ingolstadt) unter Trainer Alexander Nouri immer noch nicht gewonnen. Und Dresden erwischte den Traumstart, weil Neuhaus Koné im Sechzehner zu Fall brachte und wegen der Notbremse auch noch die Rote Karte sah (5.). Ebert versenkte den Elfer (7.), und Dynamo legte kurz darauf durch Koné nach (16.). Der FCI war bemüht, in Unterzahl aber nicht zwingend. Ein letztes Aufbäumen ließen die Schanzer nach einer Stunde erkennen, konnten die achte Saisonpleite aber letztlich nicht mehr abwenden. Dynamo dagegen klettert in die obere Tabellenhälfte.

Aufgrund von sechs Ligapartien ohne Pleite hat sich der 1. FC Heidenheim im oberen Drittel der Tabelle festgesetzt und bekam gegen Paderborn sogar die Chance, mit dem vorher Drittplatzierten (Union Berlin) gleichzuziehen. Es entwickelte sich ein turbulenter erster Abschnitt auf der Ostalb: Der SCP ging durch zwei sehenswerte Distanzschüsse (Antwi-Adjej, 30.; Klement, 36., direkter Freistoß) nicht unverdient in Führung, Startelf-Debütant Multhaup verwertete eine von vielen Gelegenheiten noch vor der Pause zum Anschluss (44.). In Hälfte zwei wurde es ruhiger, ehe sich FCH-Keeper Müller einen kapitalen Fehler leistete und Michel das 3:1 quasi auflegte (71.). In der 79. und der zweiten Minute der Nachspielzeit machte es Vasiliadis mit einem Doppelpack noch überdeutlich. Der SCP hat durch den dritten Auswärtssieg wieder Anschluss an die Aufstiegsplätze gefunden. Das Duell der besten Defensiven

Am Montagabend (20.30 Uhr) steigt das Top-Spiel zwischen dem Hamburger SV und Union Berlin. Der HSV gab unter Trainer Hannes Wolf noch keinen einzigen Punkt ab (3/0/0, 5:1 Tore) und rückte auf die Spitzenposition in der 2. Liga vor. Nun geht es gegen die Eisernen, die auch nach 13 Spieltagen noch ungeschlagen sind (5/8/0). Es ist auch das Duell der beiden besten Defensivreihen in der 2. Liga: Beim HSV (zwölf Gegentore) sammelte Torwart Julian Pollersbeck schon acht weiße Westen und führt die Statistik damit an. Union kassierte erst acht Gegentreffer, was die beste Abwehr der Liga bedeutet. Bei Berlin ist Mittelfeldmann Kroos wieder eine Option und schürt den Konkurrenzkampf.

Im Parallelspiel hat Holstein Kiel einen 2:1-Sieg gegen Sandhausen eingefahren und ist damit seit fünf Ligaspielen ungeschlagen. Die KSV agierte extrem effektiv vor dem gegnerischen Tor und ging schon im ersten Durchgang verdient mit 2:0 in Führung. Schindler per Kopf nach einem Freistoß in der 9. Minute und Lee (33.) trafen für Holstein. Sandhausen präsentierte sich nach der Pause deutlich aktiver, doch der Anschlusstreffer durch Schleusener kam zu spät (83.). Somit bleibt der SVS zum vierten Mal in Folge sieglos (0/2/2).

Bochum hat einen Last-Minute-Sieg gegen Aue eingefahren. Zwar waren die Gäste dank Testroet sehr früh in Führung gegangen (2.), doch hochüberlegen war insgesamt der VfL. Erst in der 73. Minute gelang Weilandt der verdiente Ausgleich, nachdem Hinterseer zuvor einen Foulelfmeter verschossen hatte (61.). Aue verteidigte mit Mann und Maus, doch in der Nachspielzeit belohnte sich Bochum für seine Wucht: Weilandt mit seinem zweiten Treffer drehte die Partie – 2:1! Bochum ist nun seit sechs Runden unbesiegt (3/3/0) und pirscht sich in der Tabelle oben ran.

Die Vorzeichen für Bielefeld vor dem Duell gegen Duisburg waren bescheiden. Nur einen Punkt aus den letzten sechs Liga-Spielen (0/1/5) hatten die Ostwestfalen geholt, im Pokal schieden die Arminen vor drei Wochen gegen den Gast aus Meiderich sang- und klanglos aus (0:3). Dass die erste Hälfte torlos verlief, war auch dem Pech von Staude (11.) und Stoppelkamp (13.) geschuldet – beide trafen das Aluminium. Bis zur Pause verflachte die Partie auf der Alm allerdings, auch danach tat sich herzlich wenig in der ausgeglichen Begegnung. Ein Dropkick von Tashchy (78., Ortega parierte) brachte immerhin etwas Leben in die Bude – und Engin dann richtig. Eine klasse Kombination schloss die Nummer 9 zum 1:0 für den MSV ab (82.), von dem sich die Ostwestfalen nicht mehr erholten. Die Wedau-Kicker zogen damit nach Punkten mit den Bielefeldern gleich.

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