So führte Trainer Dutt den VfL Bochum in die Spitzengruppe
Bochum-Trainer Dutt zum Weilandt-Wahnsinn
Selten war ein Sieg verdienter als Bochums 2:1 gegen Aue. Aber auch selten glücklicher. Mit der letzten Aktion des Spiels ließ Tom Weilandt (26) das Ruhrstadion explodieren.

Der VfL berannte 90 Minuten das Tor der Sachsen, um den frühen Rückstand (2./Testroet) auszumerzen. Klappte dank Weilandts Doppelpack (73., 93.).

Bei Dauerregen und Temperaturen um die null Grad bekamen die Bochumer Fans in der Folge wenig Erwärmendes zu sehen. Zwar baute Bochum gegen tiefgestaffelte Sachsen nach etwas Anlaufzeit Druck auf, ernsthaft in Gefahr geriet das Gästetor aber kaum. Bei Tesches Fernschuss bewies Männel gutes Stellungsspiel (9.) – dies blieb die letzte echte Torbedrohung vor der Pause, weil sich der VfL immer wieder im Abwehrnetz seiner Vorderleute verstrickte. Daran änderte auch das frühe Ausscheiden von Breitkreuz mit einer Lippenverletzung und eine Neuordnung der FCE-Dreierabwehrreihe nichts – Wydra kam, ging ins Mittelfeld und Kempe rückte in die Kette zurück (22.).

Trainer Robin Dutt (53) hat seinen Jungs nicht nur das Gedulds-Gen, sondern auch die Sieger-Mentalität eingeimpft: Unser Anspruch ist, im oberen Drittel mit zu spielen, uns dort fest zu beißen.”

Natürlich wollte der VfL mehr. Aue, das durch Kempe den einzigen Nadelstich in Durchgang zwei setzte (77.), verteidigte mit Mann und Maus. Das Abwehrbollwerk hielt zunächst bei Chancen von Tesche (88.) und Lee (90.+1). Doch in der Nachspielzeit belohnte sich Bochum für seine Wucht: Nach Kopfballvorlage von Ganvoula nahm Weilandt den Ball an und traf per Linksschuss von halbrechts aus elf Metern in den linken Winkel (90.+3). Direkt danach war Schluss.

Dieser Mann will wieder dahin, wo er mit Freiburg, Leverkusen und Bremen schon war – in die 1. Liga.

Nach 13 Sekunden verhinderte Männel mit einer Glanztat den Blitz-Rückstand gegen den halbrechts frei vor ihm auftauchenden Weilandt. Dafür klingelte es alsbald auf der anderen Seite nach einem Lehrbuch-Konter über Hochscheidt und Krüger, der den freien Testroet anspielte. Der Stürmer fintierte gegen Hoogland und schloss zur Führung ab (2.).

Durch Kuschelkurs machte er aus Mitläufer Weilandt einen exzellenten, offensiven Mittelfeldmann. Dutt: Ich versuche jeden Spieler so zu führen, wie es optimal für ihn ist. Tom ist ein harmonie-bedürftiger Mensch, braucht eine gezielte Ansprache.”

VfL Bochum-Profi Tom Weilandt hat die vergangenen drei Treffer des VfL allesamt selbst erzielt und seinem Team sechs Punkte im Alleingang gesichert. Das sagt Trainer Robin Dutt.

Bochum siegte gegen Aue verdient mit 2:1. Nach einem Blitzstart igelte sich Erzgebirge ein, der VfL fand gegen defensivstarke Gäste vor der Pause kein Mittel. Die Dutt-Elf brachte nach Wiederanpfiff mehr Wucht auf den Rasen, ließ sich auch durch einen verschossenen Elfmeter nicht entmutigen und drehte die Partie in der Schlussphase.

Silvere Ganvoula köpfte, Tom Weilandt nahm den Ball an, es lief die Nachspielzeit. Der Rest ist ein Volleyschuss in den Winkel und grenzenloser Jubel im Bochumer Ruhrstadion. Er hat es schon wieder getan: Mit seinem Doppelpack gegen Aue avancierte VfL-Star Tom Weilandt zum Matchwinner. Dadurch hat der Mittelfeldmann die vergangenen drei Treffer der Bochumer allesamt selbst erzielt und dem Team von Robin Dutt damit sechs Punkte aus den vergangenen zwei Spielen gesichert. Der Stadionsprecher taufte Weilandt zum Mr. Zuverlässig – Dutt verriet sein Erfolgsgeheimnis im Umgang mit Weilandt.Ich versuche, ihm seinen Freiraum zu lassen und nur ein paar gezielte Hinweise zu geben, sagte Dutt auf der Pressekonferenz nach dem 2:1-Erfolg über Erzgebirge Aue: Er ist harmoniebedürftig, ein sensibler Spieler und braucht nicht zu viele Ansprachen. Im Moment fühle sich Weilandt einfach wohl: Unser System ist wie gemalt für ihn. Auch Weilandt selbst erklärte sein Rezept für seine – schon jetzt – erfolgreichste Saison in seiner gesamten Profikarriere.

Mit Kalig für Testroet wurde es bei Aue mit Wiederanpfiff zumindest nominell noch defensiver. Die Gastgeber attackierten wütend, Hooglands Flanke mutierte zum Torschuss – knapp vorbei (52.). Wenig später zählte Tesches Kopfballtor wegen vorangegangenem Abseits von Hinterseer nicht (53.).

Für die VfL-Fans in dieser Saison ein gewohntes Bild: Tom Weilandt dreht jubelnd nach einem Treffer ab (sieben Saisontore), kreuzt seine Arme und formt seine Hände vermeintlich zum Symbol für die Zahl zwei – das Geheimnis um diesen Torjubel wollte er noch immer nicht lüften. Sein Rezept für seine Leistungsexplosion formulierte er so wie schon beim 1:0-Erfolg gegen Darmstadt, als Weilandt den Sieg mit einem Traumsolo sicherte: Vielleicht spielt das Selbstvertrauen eine Rolle. Ich fühle mich einfach gut, bekomme das Vertrauen und das zahle ich zurück.Nach zwölf Einsätzen in dieser Saison in der Zweiten Liga hat Weilandt bereits sieben Tore erzielt und zwei weitere Treffer vorbereitet – persönliche Bestmarke im Profibereich. Mit dem VfL Bochum geht es für Weilandt am kommenden Spieltag gegen den 1. FC Magdeburg, danach wartet das Duell im eigenen Stadion gegen den FC St. Pauli: Wir schauen nur auf Magdeburg, danach kommen auch ein paar Brocken. Wenn wir den Schwung mitnehmen, dann haben wir eine Chance.  Autor: Christian Hoch

Aues Trainer Daniel Meyer hatte nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Hamburger SV wieder Kapitän Männel nach ausgeheilter Knieverletzung an Bord, der Haas zwischen den Pfosten ablöste. Zudem feierte Krüger seine Premiere im Trikot der Sachsen und verdrängte Nazarov auf die Bank.