Ruhr-Universität Bochum : Zwei Exzellenzcluster bewilligt
Hochschulen in München – Millionen für die Spitzenforschung
Freuen sich über den Erfolg: Der Prorektor für Forschung und Innovation, Andreas Zimmer (von links), Hochschulrektor Michael Hoch, Bonns OB Ashok Sridharan und IHK-Präsident Stefan Hagen beim Pressegespräch der Uni.

Bonn. Vertreter der Hochschule, der Stadt und der Wirtschaft haben die Entscheidung, dass an der Bonner Uni sechs Exzellenzcluster mit Millionenbeträgen gefördert werden, als spürbaren Katalysator zur Entwicklung Bonns als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort bewertet. Unirektor Michael Hoch rechnet mit rund 1000 neuen Stellen.

Neue Spitzenforscher und Nachwuchskräfte, neue Studienfächer, neue Labore und Büros, aber auch neue Ideen und Produkte für die wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Region – geht es nach der Einschätzung aller Beteiligten, dann wird die Entscheidung zur Exzellenzstrategie mit sechs geförderten Forschungsclustern ein spürbarer Katalysator zur Entwicklung Bonns als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Dieses Bild malten am Tag danach Vertreter der Hochschulleitung, der betroffenen Cluster und auch der Bonner Wirtschaft bei einer Pressekonferenz im Rektoratsgebäude.

Die Uni Hamburg erhält den Zuschlag für vier Exzellenzcluster und kann die Spitzenforschung vorantreiben. Was das jetzt bedeutet.

Von einem unfassbaren Erfolg sprach IHK-Präsident Stefan Hagen. Für die heimischen Unternehmen sei die Entscheidung ein gigantischer Gewinn, da die schlauesten Köpfe auch in Zeiten des Fachkräftemangels oft am Ort ihres Studiums blieben. Die Hochschule habe damit einen unbezahlbaren Baustein geliefert, um die Wissenschaftsregion Aachen-Bonn-Köln (manche sprechen schon von der ABC-Schiene) weiterzuentwickeln.

Wissenschaftskolleg Nun setzt Hamburg auf Wissenschaftler aus aller Welt Anzeige Entsprechend begeistert zeigte sich auch Universitätspräsident Prof. Dieter Lenzen, der die Verkündung gemeinsam mit vielen Mitwirkenden am Nachmittag vor einer großen Videoleinwand verfolgt hatte: Ich freue mich außerordentlich, dass sowohl die Wissenschaftsgemeinschaft als auch die Politik die große Qualität der Forschung an der Universität Hamburg würdigen! Die Förderung ermöglicht es uns, in den kommenden sieben Jahren intensiv und auf Spitzenniveau an vier enorm relevanten Themenkomplexen zu forschen. Mein Dank gilt allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und auch den Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung, die viel Zeit und Herzensblut in die aufwendige Antragstellung gesteckt und Großartiges geleistet haben. Die Politik der Hansestadt sei außerordentlich wissenschaftsfreundlich geworden, betonte der Universitätspräsident.

Einen erheblichen internationalen Image-Gewinn für Bonn und seine Universität sieht auch die Sprecherin des bundesweit künftig einzigen wirtschaftswissenschaftlichen Exzellenz-clusters, Isabel Schnabel. Die Wirtschaftsweise der Bundesregierung war eigens aus Frankfurt angereist. Schnabel will die Clusterstruktur nutzen, um neue Netzwerke auch in die Öffentlichkeit und die Wirtschaft zu knüpfen – und fuhr dazu gleich weiter zu einem Termin bei Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

Der besondere Erfolg unserer Universität im Rahmen der bundesweiten Exzellenzförderung ist ein Meilenstein für die Wissenschaft und Forschung in Hamburg. In den kommenden sieben Jahren werden Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus grundlegende Fragen der Gravitation und Wechselwirkung der Materie, der Kulturgeschichte der Menschheit und des Klimawandels erforschen. Hieraus werden sich viele neue Erkenntnisse und Impulse für zahlreiche wissenschaftliche Felder ergeben, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher direkt nach Bekanntwerden der Ergebnisse, die er mit Konfetti und einem Gläschen Sekt mitgefeiert hatte. Der Senat hat sich das Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Exzellenz an den Hochschulen zu fördern und wird die Universität Hamburg auf ihrem Kurs weiter unterstützen, so Tschentscher weiter.

Der wirtschaftliche Effekt für Bonn und die Region lasse sich zwar schwer abschätzen, werde aber erheblich positiv zu Buche schlagen, glaubt Schnabel. Wie hoch die Förderung konkret ausfällt, konnte Hochschulrektor Michael Hoch noch nicht beziffern. Da die Kommission mit 57 deutlich mehr Projekte für förderwürdig hielt als die angepeilten 40 bis 45 könnte auch die Fördersumme für die einzelnen Cluster geringer ausfallen als angedacht. Vorgesehen sind zwischen drei und zehn Millionen Euro pro Cluster und Jahr.

Trotzdem rechnet die Hochschule insgesamt mit Hunderten neuen Stellen, die mit den Fördergeldern geschaffen werden können. Im Hausdorff-Zentrum für Mathemathik konnte das Personal durch die Förderung der letzten beiden Zyklen von rund 100 auf 400 Mitarbeiter verstärkt werden, berichtete Cluster-Sprecher Karl-Theodor Sturm. Auf die vier neuen Cluster hochgerechnet, könnten an der Uni damit gut 1000 zusätzliche Stellen ausgeschrieben werden. Unter anderem hat das Land für jedes gewonnene Cluster zusätzlich dauerhaft zwei neue Professuren versprochen.

Entsprechend begeistert zeigte sich auch Universitätspräsident Prof. Dieter Lenzen, der die Verkündung gemeinsam mit vielen Mitwirkenden am Nachmittag vor einer großen Videoleinwand verfolgt hatte: Ich freue mich außerordentlich, dass sowohl die Wissenschaftsgemeinschaft als auch die Politik die große Qualität der Forschung an der Universität Hamburg würdigen! Die Förderung ermöglicht es uns, in den kommenden sieben Jahren intensiv und auf Spitzenniveau an vier enorm relevanten Themenkomplexen zu forschen. Mein Dank gilt allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und auch den Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung, die viel Zeit und Herzensblut in die aufwendige Antragstellung gesteckt und Großartiges geleistet haben. Die Politik der Hansestadt sei außerordentlich wissenschaftsfreundlich geworden, betonte der Universitätspräsident.

Zwar könne die Hochschule bei Weitem nicht die Spitzengehälter amerikanischer Elite-Universitäten von rund 400 000 US-Dollar zahlen. Als starkes Zentrum der Spitzenforschung werde sie aber international nun deutlich attraktiver, glaubte Sturm. Gunther Hartmann, der zu den Sprechern des ebenfalls wieder erfolgreichen immunologischen Forschungsverbundes gehört, erinnerte auch an die Folgeeffekte. So seien aus dem Cluster in der ersten Förderperiode bereits zwei wirtschaftlich erfolgreiche Start-ups entstanden. Zudem könne jeder zusätzliche Forscher weitere Drittmittel für den Haushalt der Universität einwerben.

Bei aller Freude über den außergewöhnlichen Erfolg sieht Andreas Zimmer, Prorektor für Forschung und Innovation, auch das Land nun stärker in der Verpflichtung. Mit den neuen Forschungsfeldern wird der Bedarf an neuen Räumen für Büros, Labore und Versuchsflächen erheblich wachsen. Man erhoffe sich nun aus Düsseldorf zeitnah deutliche Unterstützung für die vorhandene Wunschliste. Zu einer Spitzenuniversität passe kein marodes Hauptgebäude, das nur mit ständigen Brandwachen genutzt werden könne.

Es ist die Stunde der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für ihre Themen brennen und alles gegeben haben. Ich gratuliere ihnen und der Universität zu dieser Ausnahmeleistung, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Der Wettbewerb sei in dieser Runde besonders groß gewesen, die Konkurrenz durchweg exzellent aufgestellt. Dass wir es geschafft haben, vier der begehrten Clusterförderungen für Hamburg gewinnen zu können, ist den klugen Köpfen zu verdanken, den überlegten strategischen Entscheidungen der Universitätsleitung und der Unterstützung des Hamburger Senats. Von dieser Entscheidung werden nicht nur einige Bereiche, sondern die Universität und der Wissenschaftsstandort als Ganzes profitieren – diesen Rückenwind nehmen wir nun mit für die Bewerbung um den Titel Exzellenzuniversität.

Apropos Spitze: Den Schwung der jüngsten Entscheidung will die Hochschulleitung ab Montag nutzen, um mit allen Fakultäten die nächste Hürde anzugehen. Ausgerechnet in der Karnevalszeit 2019 wird die international besetzte Expertenjury erwartet, um die Würdigkeit der Bonner Hochschule als künftige Exzellenz-Universität zu begutachten. Von 17 möglichen Kandidaten haben zehn eine Chance auf den prestigeträchtigen und finanziell ebenfalls lukrativen Titel.

Exzellenzcluster sind disziplinübergreifende Verbünde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die gemeinsam an besonders relevanten Themenkomplexen forschen. Von ursprünglich fünf Clusterprojekten war Hamburg aufgefordert worden, für vier einen Vollantrag einzureichen. Und alle vier wurden angenommen: Je ein Cluster aus der Klimaforschung (Climate, Climatic Change, and Society (CliCCS)), der Photonen- und Nanowissenschaften (Advanced Imaging of Matter: Structure, Dynamics and Control on the Atomic Scale), der Mathematik, Teilchenphysik, Astrophysik und Kosmologie: (Quantum Universe) und der Manuskriptforschung (Understanding Written Artefacts: Material, Interaction and Transmission in Manuscript Cultures).

Michael Hoch machte dazu eine klare Ansage: Wir müssen Exzellenz-Universität werden, damit Spitzenforschung bei uns dauerhaft finanziert werden kann.

Die Nervosität ist zuletzt deutlich zu spüren gewesen an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität (TU) München. Über ein Jahr lang haben sich Forscher beider Unis auf diesen Tag vorbereitet, nun wird sich bei den meisten Erleichterung breit machen. Denn jetzt steht fest: Auch in der neuen “Exzellenzstrategie” von Bund und Ländern fließen viele Millionen Euro in die Spitzenforschung nach München.

Eine Kommission aus Politikern und Wissenschaftlern hat am Donnerstag bekanntgegeben, welche 57 Projekte ab 2019 als “Exzellenzcluster” gefördert werden. 88 Projekte waren vorgeschlagen worden. Die Münchner hatten sich mit insgesamt sechs Themen beworben, vier davon hatten sie gemeinsam beantragt, dazu jede Universität noch eines allein. Erfolg hatten sie lediglich im Verbund. Dafür werden nun alle gemeinsamen Projekte gefördert. In Bayern waren zudem die Universitäten Bayreuth und Würzburg mit je einem weiteren Projekt erfolgreich, Würzburg gemeinsam mit der TU Dresden.

LMU und TU zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Der Erfolg belege “die hervorragende Arbeit und das unermüdliche Engagement unserer Wissenschaftler”, sagte LMU-Präsident Bernd Huber. “Wir sind sehr glücklich”, erklärte auch TU-Präsident Wolfgang Herrmann. “Es hat sich gezeigt: Wo wir in München zusammenhalten, sind wir zu 100 Prozent erfolgreich.” Es wäre zwar schön gewesen, wären auch die beiden anderen Münchner Anträge bewilligt worden, aber man könne eben nicht alles haben, sagte Herrmann. “Die viele Arbeit hat sich gelohnt.”

Jedes der ausgewählten Projekte wird nun vorerst sieben Jahre lang mit jährlich drei bis zehn Millionen Euro bezuschusst, danach wird es evaluiert und im besten Fall weiter gefördert. Zudem haben LMU und TU jetzt die Chance, als “Exzellenzuniversitäten” gefördert zu werden. Dafür mussten sie im Verbund mindestens drei Cluster einwerben; das ist ihnen gelungen. Als “Exzellenzuniversität” bekämen sie zehn bis 15 Millionen Euro pro Jahr, solange sie hervorragende Forschungsergebnisse vorweisen und genügend Exzellenzcluster unterhalten. Bis Dezember dürfen sie ihre Bewerbungen beim Wissenschaftsrat einreichen. Im Juli 2019 wird entschieden.

Die “Exzellenzstrategie” ist das Nachfolgeprogramm der bisherigen Exzellenzinitiative, insgesamt gibt es 533 Millionen Euro Fördergelder. Drei Viertel bezahlt der Bund, den Rest das jeweilige Bundesland. Zu den erfolgreichen Clustern von TU und LMU gehört das Projekt “SyNergy”, das Ursachen neurologischer Erkrankungen wie Demenz oder Multipler Sklerose erforscht. Vorangetrieben wird zudem der Cluster “Origins”. Hier beschäftigen sich Bio-, Astro- und Teilchenphysiker mit Entstehung und Struktur des Universums. Geld gibt es auch für “e-conversion”, ein Projekt zur Erforschung der Grundlagen für effizientere Energieanwendungen und Materialien. Gefördert wird auch das “Münchner Zentrum für Quanten-Wissenschaften und -Technologie”. Hier forschen Naturwissenschaftler und Informatiker am Aufbau der Welt und wollen so das Fundament für eine Quanten-Technologie legen.