St. Pauli stellt Strafanzeige gegen Polizei Bielefeld - kicker
FC St. Pauli erstattet Anzeige gegen Polizei wegen Vorgehen gegen Fans
Der FC St. Pauli hat nach einem juristischen Gutachten eine Strafanzeige gegen die Einsatzleitung der Polizei Bielefeld gestellt. Hintergrund sind die Vorfälle rund um die Auswärtspartie der Kiez-Kicker am 4. November 2018 bei der Arminia.

Bereits unmittelbar nach der Partie, die der FCSP mit 2:1 für sich entscheiden konnte, hatten der Verein sowie der Fanladen St. Pauli das Vorgehen der Polizei in Bielefeld gegenüber den Fans der Braun-Weißen scharf kritisiert. Daraufhin beauftragte St. Pauli eine Anwaltskanzlei, die Ereignisse zu prüfen, um auf dieser Grundlage zu entscheiden, ob das Verhalten der Polizei als rechtswidrig eingeordnet werden kann.

Während der Anreise zum Spiel war es in einem Zugwaggon zu Zusammenstößen zwischen St.-Pauli-Anhängern und mitreisenden Polizisten gekommen. Nach Angaben der Bundespolizei hatten Fans im Zug Einsatzkräfte provoziert und geschubst. Als im Bahnhof Melle die Personalien der Täter festgestellt werden sollten, sei die Situation eskaliert. “Es kam zu einer Solidarisierung mit den Tätern”, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei damals. Beamte seien beleidigt, bedroht und auch mit Fahnenstangen attackiert worden. Von Fanseite wurde diese Schilderung als “Realsatire” bezeichnet.

Anhand der Ergebnisse des mittlerweile vorliegenden juristischen Gutachtens hat sich der FC St. Pauli nun entschlossen, Anzeige gegen die polizeiliche Einsatzleitung zu stellen. “Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, den wir so nicht akzeptieren können” erklärte Präsident Oke Göttlich. “Mit der Maßnahme wollen wir auch gemeinsam mit dem Fanladen ein klares Zeichen für Fußballfans setzen, die bei Auswärtsfahrten durch polizeiliche Maßnahmen ohne ersichtlichen Grund daran gehindert werden, ihre Mannschaft zu unterstützen. Dennoch wollen wir unsere Fans ermutigen, weiter so zahlreich auswärts mitzufahren wie bisher”, führte Göttlich weiter aus.

Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat Strafanzeige gegen die Einsatzleitung der Polizei Bielefeld gestellt. Hintergrund sind die Vorkommnisse rund um das Auswärtsspiel der Hamburger am 4. November 2018 bei Arminia Bielefeld. Nach der Auswertung der Aussagen betroffener Fans ist sich die Clubführung um Präsident Oke Göttlich sicher, “dass die Einsatzleitung der Polizei ohne rechtliche Grundlage rund 250 St.-Pauli-Fans mehrere Stunden im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme am Bielefelder Bahnhof eingekesselt hat”.

Nach Ansicht der Klubverantwortlichen seien vor der Partie rund 250 St.-Pauli-Fans “ohne ersichtlichen Grund” am Bielefelder Bahnhof nach einer Maßnahme der Bielefelder Polizei mehrere Stunden eingekesselt worden. Anschließend sollen Personen, deren Personalien bereits am Bielefelder Bahnhof festgestellt worden waren, in einem zweiten “Kessel” erneut kontrolliert und ohne ersichtlichen Grund am Besuch des Spiels gehindert worden sein. Dadurch blieben etliche Plätze im Fanblock St. Paulis auf der Alm leer. Erst nach 19 Uhr durften die bis dato festgehaltenen Anhänger die Rückreise antreten. “Es war für die Verantwortlichen des FC St. Pauli nicht ersichtlich, dass die Maßnahmen durch eine Rechtsgrundlage gedeckt waren”, heißt es dazu auf der Website der Kiez-Kicker.

Der FC St. Pauli hatte nach den Vorkommnissen eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Ereignisse juristisch zu prüfen. Wie der Verein mitteilte, sei auf Grundlage des anwaltlichen Gutachtens, für das über 80 Gedächtnisprotokolle betroffener Fans ausgewertet wurden, nun Strafanzeige erstattet worden. “Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, den wir so nicht akzeptieren können”, erklärte Göttlich.

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Am 4. November 2018 siegte der FC St. Pauli 2:1 in Bielefeld. In Erinnerung aber blieb die Partie wegen anderer Vorfälle. Und die wirken bis heute nach.

Für einen Tag ist der FC St. Pauli Tabellenführer in der Zweiten Liga. Die Hamburger siegten 2:1 in Bielefeld. Auf der Anreise kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizisten. mehr

Hintergrund: Rund 250 Hamburger Fans wurden damals bei der Zug-Anreise zum Spiel von der Bundespolizei festgehalten, weil u.a. Beamte angegriffen worden sein sollen. Nun teilte der Verein mit: Auf Grundlage des anwaltlichen Gutachtens, für das über 80 Gedächtnisprotokolle betroffener Fans ausgewertet worden sind, hat der FC St. Pauli Strafanzeige gegen die polizeiliche Einsatzleitung erstattet.

Begründung: Ohne rechtliche Grundlage seien die Fans stundenlang am Bielefelder Bahnhof eingekesselt worden und am Besuch des Spiels gehindert worden.

St. Paulis Präsident Oke Göttlich: Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, die wir so nicht akzeptieren können.