Bielefeld bereitet sich auf Nazi-Aufmarsch am Wochenende vor
Bielefeld ist tolerant und weltoffen: Stadt bereitet sich auf Naziaufmarsch vor
Bielefeld – Wird es am kommenden Wochenende zum größten Polizeieinsatz des Jahres in Bielefeld kommen? Zumindest die Polizei selbst rechnet damit, weil am Samstag, den 10. November, mehrere hundert Gratulanten der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck erwartet werden.

Zwei Tage vor diesem besagten Samstag feiert die derzeit in der JVA Brackwede inhaftierte Haverbeck nämlich ihren 90. Geburtstag.

Neonazis aus ganz Deutschland nehmen dies zum Anlass, um an einem Marsch durch Bielefeld teilzunehmen.

Aller Voraussicht nach werden ihnen aber zahlreiche Bürger gegenüberstehen und mehrere Antifa-Aktivisten versuchen, sie an ihrem Marsch zu hindern.

Daher ist die Polizei im Vorfeld schon auf die große Herausforderung vorbereitet worden. Wie sie allerdings tatsächlich vorgehen wird, will sie am Dienstag mitteilen.

Aber nicht nur die Polizei, sondern auch die Kaufleute planen bereits ihr Vorgehen am Samstag. So sollen an bestimmten Orten in der Altstadt Banner aufgehängt werden, auf den steht: “Kein Platz für Faschismus, Rassismus, Extremismus!”.

Zudem ruft der Bielefelder Integrationsrat alle Migranten und Vereine auf, gegen die Neonazis ein Zeichen zu setzen und für ein tolerantes und weltoffenes Bielefeld zu demonstrieren.

Bielefeld. Am Wochenende rechnet die Polizei mit dem größten Einsatz des Jahres in Bielefeld. Wie berichtet werden am Samstag, 10. November, rechtsradikale Gratulanten der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck erwartet, die derzeit in der Justizvollzugsanstalt Brackwede einsitzt. Gerechnet wird mit mehreren Hundert Neonazis, die Haverbecks Geburtstag zum Anlass nahmen, einen Marsch durch die Bielefelder Innenstadt zu organisieren. Hier werden sie auf vermutlich hunderte Antifa-Aktivisten treffen die eben jenen Marsch verhindern wollen. Größter Einsatz des Jahres Eine große Herausforderung für die Polizei, die in einem Pressegespräch am Dienstag über ihr Vorgehen informieren wird. Die Kaufleute der Bielefelder Altstadt positionieren sich klar gegen den für Samstag geplanten Nazi-Aufmarsch in Bielefeld. Sie wollen am Donnerstag an markanten Orten in der Altstadt große Banner mit der Aufschrift “Kein Platz für Faschismus, Rassismus, Extremismus!” aufhängen. Auch der Bielefelder Integrationsrat schwört die Bielefelder ein: Er ruft alle Migrantinnen und Migranten, Vereine und Gruppen auf, gegen den Aufmarsch der Neonazis ein Zeichen zu setzen und sich den Demonstrationen für ein tolerantes und weltoffenes Bielefeld anzuschließen.Warnung vor der “Normalisierung rechter Aussagen” “Der Integrationsrat positioniert sich entschieden gegen antimuslimischen Rassismus, gegen Antisemitismus und Antiziganismus und gegen jegliche Art von Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht, Hautfarbe oder Weltanschauung”, heißt es in einer Mitteilung des Integrationsrates. Zudem warnt das Gremium eindringlich vor der “Normalisierung rechter Aussagen”. Erklärungsmuster wie „ethnische Andersartigkeit” und Szenarien von „Kulturkampf”, „Belastungsgrenzen” und von Bedrohungen im Kontext von Zuwanderung, wie etwa „Migration ist die Mutter aller Probleme”, seien heute beinahe selbstverständlich in der öffentlichen Auseinandersetzung. Rechte Straftäter könnten sich, dadurch ermutigt, leicht als Vollstrecker des „Volkswillens” legitimiert fühlen. Deshalb appelliert der Integrationsrat: „Am 10. November muss deutlich gezeigt werden, dass wir alle aus der Geschichte gelernt haben und die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Mehrheit der Gesellschaft lehnt Rassismus ab, sie will ein friedliches und tolerantes Zusammenleben im Alltag. Es darf nicht länger hingenommen werden, dass rechte Meinungen und Parolen in Politik und Öffentlichkeit den Ton angeben.”