Neue Westfälische (Bielefeld): Schließung des größten Möbelhauses in OWL ...
Finke schließt in Paderborn: Was heißt das für den SCP?
Harter Schlag für die Mitarbeiter des Möbelhauses Finke: Nach der Übernahme durch Höffner soll das Stammhaus in Paderborn abgerissen werden. In Kassel soll vorerst alles beim Alten bleiben.

Aktualisiert am 6. November um 16 Uhr – Nach der Übernahme der Möbelhaus-Gruppe Finke durch Höffner soll das Stammhaus in Paderborn Mitte 2019 geschlossen werden. Die riesige Verkaufsfläche von 42.000 Quadratmetern wird dann endgültig verschwinden: Das Möbelhaus wird abgerissen. Ein halbes Jahr später wird auch die Verwaltung in Paderborn aufgelöst. Betroffen sind 340 der insgesamt 1600 Mitarbeiter der Gruppe.

Zugleich erklärte das Unternehmen gestern zu den übrigen drei Standorten: „Die Filialen in Münster, Hamm und Kassel sowie die Logistik in Paderborn sollen erhalten und künftig aus der Zentral-Verwaltung in Berlin geführt werden“, teilte Höffner-Inhaber Kurt Krieger mit. Gemeint ist die Finke-Filiale in Fuldabrück bei Kassel. Das heißt also: Finke im Landkreis Kassel bleibt erst einmal so erhalten, wie es die Kunden kennen. Zur „Preisrebell“-Filiale in Kassel machte das Unternehmen auf Nachfrage bisher keine Angaben.

Auch an den übrigen Standorten seien „umfangreiche Maßnahmen“ nötig: „Finke hat deutlich zu hohe Kosten und ist auch deshalb nicht wettbewerbsfähig“, so das harte Urteil Kriegers. Deshalb werden in den verbleibenden Häusern ähnlich wie in Paderborn Sozialpläne für die „nötigen Anpassungen“ erarbeitet. Genaueres teilte das Unternehmen nicht mit. Gewerkschaft und Betriebsrat zeigten sich überrascht. "Davon hat bei der Übernahme keiner gesprochen", sagte eine Verdi-Sprecherin und nannte das Vorgehen "mies".

Ziel, so heißt es in der Erklärung, sei es, Finke dauerhaft aus der Verlustzone zu holen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Alternativen zu seinem Kurs sieht Krieger nicht: „Finke verliert jeden Tag Geld. Und der Wettbewerb wird immer härter. Schon lange macht das Unternehmen operative Verluste, die seinen Bestand ernsthaft gefährden. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit und sind nicht mehr zu ändern.“ Dennoch versicherte Krieger, dass er das Unternehmen retten wolle. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete Finke zuletzt rund 300 Millionen Euro Umsatz.

Höffner beschäftigt 6000 Mitarbeiter, der Umsatz des Unternehmens beträgt über zwei Milliarden Euro. Mit 19 Einrichtungszentren und sechs Zentrallagern gehört Höffner zu den Großen der Branche. Es ist gemeinsam mit Boss und Kraft Teil der Kurt Kriegers KHG Gruppe in Berlin. 

Finke und Höffner waren bisher Kooperationspartner gewesen und pflegten eine Einkaufspartnerschaft. Mit der Übernahme will Höffner die eigene Gruppe stärken. 

Finke beschäftigt insgesamt 1600 Mitarbeiter, der Umsatz liegt bei rund 300 Millionen Euro. Gegründet wurde das Unternehmen 1959 in Paderborn von Franz Finke, dem Vater des jetzigen Besitzers Wilfried Finke, der die Geschäftsleitung 1978 übernahm. 

Das zweite Finke-Möbelhaus wurde 1993 in Erfurt eröffnet. 1995 entstand ein drittes in Kassel. Mittlerweile gehören zu Finke sieben Einrichtungshäuser, sieben Wohndiscounter sowie ein Küchenfachmarkt. 

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Paderborn. Schon seit der Übernahme der Finke-Gruppe durch Krieger-Höffner läuten beim SC Paderborn die Alarmglocken: Zum Saisonende 2018/19 läuft auch der Vertrag als „Platin-Sponsor” über Werbeflächen für Finke aus. Ob Höffner in die Fußstapfen treten würde, war bislang nur eine vage Hoffnung. „Gespräche darüber sollte es noch geben”, so SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger. Sollte sich kein Anschluss-Sponsoring ergeben, würde das ein großes Loch ins Budget reißen. Zusätzliche Parkplätze für Stadion-Besucher seien aber nicht nötig, trat er Spekulationen entgegen, die Möbelhaus-Fläche umzunutzen.