Erster Berliner Radiosender stoppt Warnungen vor Blitzern - BILD
Auto – Radiosender schafft Blitzermeldungen ab: “Nicht mehr zeitgemäß”
Können Warnungen über Polizei-Blitzer viele Raser stoppen – oder fordern sie im Gegenteil dazu auf, schneller zu fahren, wenn keine Kontrollgefahr mehr besteht?Berlin – Der erste Berliner Radiosender tritt jetzt auf die Bremse. Via Twitter kündigte das öffentlich-rechtliche Programm Radioeins Montag an, ab sofort keine Meldungen mehr über die Standorte mobiler Blitzer zu senden. Der Grund: Die Praxis sei nicht mehr zeitgemäß.Da sind zum Beispiel die konstant hohen Unfallzahlen in Berlin und Brandenburg, deren Ursache oft Raserei ist, ließ Radioeins-Programmchef Robert Skuppin seine Hörer wissen.

Bisher konnten die über eine Hotline-Nummer durchgeben, wo sie zufällig mobile Geschwindigkeitskontrollen entdeckt haben. Zum Teil erhielten die Radiosender auch Standortmeldungen von den zuständigen Polizeistellen.In Brandenburg gibt die Polizeidirektion Nord als einzige noch einmal monatlich die Orte der geplanten Kontrollen vorab bekannt. Sprecherin Ariane Feierbach: Das Herausgeben der Daten soll einen präventiven Charakter haben. Wir erhoffen uns dadurch, eine Beruhigung des Verkehrs und die Verhinderung schwerer Verkehrsunfälle.

Die Polizei Berlin kontrollierte sechs Tage lang den Osterverkehr. Die Bilanz: weit über 18 000 Verstöße wurden registriert!

Mit 1,3 Tonnen Eigengewicht macht der sogenannte Enforcement-Trailer (ET) nun in Berlin Jagd auf Temposünder. Er ist mobil einsetzbar.

Als Argument für die Bekanntgabe gilt, dass Autofahrer so jeden Tag hören, dass die Polizei sehr wohl gegen Raser vorgeht und sie deshalb hoffentlich langsamer fahren. Allerdings handhaben die einzelnen Direktionen in Brandenburg dies unterschiedlich. Um Rasern nicht das Leben zu erleichtern, sind die offiziellen Angaben meist relativ ungenau, zum Beispiel “in Gransee an der B96”. Die Direktion Nord zum Beispiel nenne nur einen Bereich, sagte eine Polizeisprecherin in Potsdam.

► Die Berliner Polizei hat diese Praxis bereits vor 12 Jahren eingestellt. Entschieden hatte dies die damalige Behördenleitung. Bis 2007 hat die Polizei Berlin noch einzelne Standorte an Radiosender herausgegeben. Weil eine Verbesserung der Verkehrssicherheit dadurch nicht erkennbar war, wurde die Herausgabe der Info als kontraproduktiv eingeschätzt, sagt Polizeisprecher Michael Gassen.Die Hauptstadt-Polizei setzt derzeit auf 32 fest installierte Blitzer, darüber hinaus sind insgesamt 21 Radarfahrzeuge und Beamte mit 56 Handlaser-Geräten in ganz Berlin unterwegs. Im vergangenen Jahr konnten so 829 049 Verkehrsverstöße geahndet werden.Andere Radiosender wie BB RADIO und 94,3 rs2 behalten die Blitzer-News bei. Bei uns gibt es keinerlei Überlegungen, den Service abzuschaffen, sagt rs2-Sprecherin Doro Manz. Es sei auch ein Beitrag zur allgemeinen Verkehrssicherheit. Auch über verschiedene Apps können sich Autofahrer weiter über Kontrollstandpunkte in Berlin und Brandenburg informieren.

Das Ganze geht auf den früheren Berliner Polizeipräsidenten Dieter Glietsch zurück: Er hatte in der Pressekonferenz zur Unfallstatistik für das Jahr 2006 nur durch Zufall erfahren von einem Verkehrspolizisten, dass seine Behörde die Standorte einiger mobiler Blitzer veröffentliche. Glietsch hatte noch in der Pressekonferenz verärgert angekündigt, dies einzustellen. Tage später kündigte die Berliner Polizei ganz offiziell an, dass ab 1. März 2007 damit Schluss ist.

Millionen Autofahrer kennen den Moment, in dem der Tritt auf die Bremse nichts mehr bringt das teures Foto längst im Kasten ist. t-online.de erklärt, wo es besonders teuer werden kann und welche Rechte Ihnen zustehen.

Der Sender verabschiede sich, “weil wir dies nicht mehr für zeitgemäß halten”. Vesper nannte aber auch “ganz objektive Gründe”. Die Verkehrsunfallstatistik für Berlin und Brandenburg sei sehr düster, die Zahlen seien in 2018 wieder gestiegen. “Und eine der Hauptunfallursachen ist nun mal Raserei”, sagte Vesper weiter.

Achtung, Blitzer: t-online.de erklärt, wo es besonders teuer werden kann und welche Rechte Ihnen zustehen. (Quelle: t-online.de)

Vor dem Losfahren schauen viele Autofahrer in die aktuellen Blitzermeldungen. Doch wie moralisch sind solche Warnungen? Ein Radiosender aus Berlin-Brandenburg hat sie nun abgeschafft.

Seit Montag gibt es beim RBB-Programm Radioeins keine Blitzermeldungen mehr. In einem Podcast des Senders sagte Nachrichtenchef Jan Vesper: “Die Blitzer sind weg und sie kommen auch nicht wieder.”

Ein Radiosender ohne Blitzermeldungen? Vor einigen Jahren war das undenkbar. Vor jeder langen Autofahrt waren die Verkehrsmeldungen im Radio ein wichtiges Ritual. Dem setzt der Sender Radio Eins in der Region Berlin-Brandenburg nun ein Ende. 

Die Blitzer sind weg und sie kommen auch nicht wieder, sagte Nachrichtenchef Jan Vesper in der Sendung. Wir halten sie für nicht mehr zeitgemäß, für ein Relikt. Zwar hätten die Blitzermeldungen im Radio, die sich aus Angaben der Polizei und Hörerhinweisen zusammensetzen, durchaus einen verkehrspädagogischen Ansatz – sie sollen den Fahrern vermitteln, dass Rasen sich wegen der flächendeckenden Kontrollen nicht lohnt. Doch die Verkehrsunfallstatistik für Brandenburg und Berlin sei zuletzt mit steigenden Unfallzahlen düster gewesen, erklärte Vesper. Überhöhte Geschwindigkeit habe zu den Hauptunfallursachen gezählt. Zudem hätten die Hörer zuletzt weniger Blitzer gemeldet, vielfach sicherlich eine bewusste Entscheidung.

Ab sofort gibt es keine Blitzermeldungen mehr, sagte der Radio-Eins-Nachrichtenchef Jan Vesper am heutigen Montag. Blitzermeldungen im Radio seien aus verschiedenen Gründen nicht mehr zeitgemäß. Dazu gehört auch, dass die Zahl der Unfälle in der Region steigt. Oft sei Raserei dafür verantwortlich. Hinzu kommt, dass Hörer nur noch selten Blitzer melden. “Vielfach ist das sicher auch eine ganz bewusste Entscheidung”, sagte Vesper in der Morgensendung.

Dass Blitzermeldungen keine Gefahr sind, zeigen Aktionen wie der Blitzmarathon der Polizei. In einigen Regionen veröffentlichen die Beamten sogar die Standorte mancher Blitzer. Auch Oberkommissar Rainer Paetsch vom Polizeipräsidium Berlin sagt: “Klar, sowas hat einen verkehrspädagogischen Effekt.”

Ohne die Blitzermeldungen im Radio hätte manch eiliger Autofahrer vermutlich schon seinen Führerschein verloren. Auch radioeins, ein Angebot des öffentlich-rechtlichen rbb, hat seine Hörer vor Radarfallen gewarnt – doch damit ist jetzt Schluss. Wie der Sender am Montag im laufenden Programm bekannt gab, wird in den Servicemeldungen künftig nicht mehr auf Blitzer hingewiesen.

“Wir sehen es grundsätzlich positiv, wenn Fahrzeugführende daran erinnert werden, dass die Polizei ihre Arbeit macht”, sagte Paetsch t-online.de. Die täglichen Verkehrsmeldungen würden Autofahrer sensibilisieren. Er spricht von einem “kurzen Sicherheitsgewinn”.

Hörer des rbb-Senders radioeins können seit Montag nicht mehr mit Warnungen vor Radarfallen rechnen. Der Sender hält sie für ein Relikt und begründet die Entscheidung auch mit den Unfallstatistiken.

Das sagt eine Studie der Deutschen Hochschule der Polizei:Mario Sormes hat 2015 in Sachsen-Anhalt für seine Masterarbeit untersucht, wie sich angekündigte Kontrollen auf die Geschwindigkeit auswirken. Dabei kam heraus: Waren Geschwindigkeitskontrollen angekündigt, waren 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer in einer Tempo-50-Zone mit 53 bis 55 Stundenkilometer unterwegs. War die Kontrolle nicht angekündigt, wurden die meisten mit 57 bis 61 Stundenkilometer geblitzt.

Die Polizei in Berlin veröffentlicht die genauen Blitzerstandorte nicht. Es sei kontraproduktiv, wenn konkrete Kontrollorte, Uhrzeit und die Art der Kontrolle veröffentlicht werden. “Das kann notorische Schnellfahrer davon abhalten, in eine Kontrolle zu kommen”, erklärt er. 

“Unmoralisch” findet Oberkommissar Paetsch die Veröffentlichung von Blitzermeldungen nicht. Aber man müsse sich im Klaren sein, dass es einige Autofahrer gebe, die gerne zu schnell fahren. Sie könnten mithilfe so einer Warnung Kontrollen umgehen. “Wenn uns diese Chance genommen wird, dann ist das schon für die Verkehrssicherheit schlecht.” 

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