Was schon zur dritten Staffel von \
Babylon Berlin geht zu Ende: Mit diesen Serien kannst du die Zeit bis zur dritten Staffel perfekt überbrücken
Babylon Berlin, von der Kritik hochgelobt, vielfach preisgekrönt und international erfolgreich, feiert am Sonntag, 30. September 2018, um 20:15 Uhr Premiere im öffentlich rechtlichen Fernsehen.

Gerade lief das Finale der zweiten Staffel von “Babylon Berlin”. Doch die Geschichte rund um Gereon Rath und Charlotte Ritter ist längst nicht auserzählt. Zur dritten Staffel gibt es sogar schon einige Infos.

4,92 Millionen Zuschauer im Schnitt: “Babylon Berlin” überzeugt

Bestätigt wurde eine weitere Staffel von “Babylon Berlin” schon vor der Ausstrahlung im Free-TV. Die Dreharbeiten zu weiteren zehn Folgen haben im Herbst begonnen. Die dritte Season beruht auf dem Roman “Der stumme Tod” von Volker Kutscher. Fest steht auch, dass Volker Bruch und Liv Lisa Fries wieder die Hauptrollen in der Serie übernehmen werden. Sie spielen den Kommissar Gereon Rath und seine Assistentin Charlotte Ritter. Angesetzt sind die nächsten Folgen im Jahr 1930.

Wer aus den Zahlen einen Misserfolg unbedingt herauslesen will, der übersieht eine weitere, wesentliche Rahmenbedingung: Die Zuschauer des Ersten waren bei Babylon Berlin als Zuschauer der Long Tail-Erzählung herausgefordert. Sie sind es in der Gesamtheit gewohnt, dass nach 45 oder 90 Minuten eine Erzählung ihr Ende findet. Das Serienfernsehen im Ersten ist wie im gesamten linearen Sektor entweder – siehe Die Kanzlei – episodisch oder – siehe Tatort – eine Kurzgeschichte. Fertig ist fertig, die Aufmerksamkeit darf runtergefahren werden.An dieser Hürde sind solche TV-Pretiosen Im Angesicht des Verbrechens oder Das Verschwinden noch gescheitert. Das Publikum war spärlich, Erwartung und Gewohnheit verbanden sich mit der Wucht des Bildschirm-Opus nicht zu Neugier und Befriedigung. Und da traut sich die ARD, Babylon Berlin nicht nur in 16 Fortsetzungen ins Programm zu heben, sondern dies um 20 Uhr 15 geschehen zu lassen! Das Risiko ist mehr als belohnt worden, vielleicht, hoffentlich bildet diese Produktion den Missing Link zwischen Fernsehen und Streaming, zwischen TV-Kurzgeschichte und TV-Roman.

Das Finale von Staffel zwei hinterließ jede Menge offene Fragen. Die Zuschauer dürften also schon regelrecht auf eine Fortsetzung hinfiebern. Wann diese allerdings ausgestrahlt werden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Am Ende traf Gereon Rath auf seinen tot geglaubten Bruder Anno (Jens Harzer), den er im Krieg auf dem Schlachtfeld zurückließ. Wie wird es mit den Brüdern weitergehen und wird Helga (Hannah Herzsprung), die Ehefrau von Anno und jetzige Lebensgefährtin von Gereon, wieder zurück zu ihrem Mann gehen?

Pierre Bourdieu hat in seinem Essay Über das Fernsehen die Illusion des Noch nie da gewesen von der Illusion des Alles wie gehabt unterschieden. Die Vertreter der letzteren haben, mit stierem Blick auf Babylon Berlin, stets Parallelen zur Vergangenheit des Mediums gesucht und darüber das Neue in und mit der Serie übersehen. Leichtgewichtige Betrachter haben dabei immer von Ausstrahlungstermin zu Ausstrahlungstermin die Quotenlatte als argumentative Hilfe genommen. Da ging es von 7,83 Millionen zu Beginn auf 3,66 Millionen runter; im Schnitt sind 4,92 Millionen über die 16 ausgestrahlten Folgen herausgekommen. Das ist für eine Fernsehfiktion ein bemerkenswerter Wert, die Durchschnittsquote von BB kann selbst mit dem Longseller im ARD-Serienuniversum, der immer dienstags laufenden Weiße-Salben-Produktion In aller Freundschaft mithalten.

Außerdem: Warum hat Gereon vor Gericht gelogen und den verunglückten Bruno Wolter (Peter Kurth) gedeckt? Was führt der neue Regierungsrat Gottfried Wendt (Benno Fürmann) im Schilde? Und warum hat sich Helga mit dem Unternehmer Alfred Nyssen (Lars Eidinger) zum Abendessen getroffen? Wie entwickelt sich die Beziehung zwischen Gereon und Charlotte, die offenbar Gefühle für ihn hat? In der dritten Staffel gilt es, all das aufzuklären. Laut Romanvorlage sucht Gereon Rath nach einem Serienkiller und ihm droht ein Disziplinarverfahren. 

Auch wenn man zuletzt einige TV-Zuschauer einbüßen musste. In der Mediathek lief “Babylon Berlin” so gut wie noch keine ARD-Serie zuvor. Eigenen Angaben zufolge konnte der Sender rund zehn Millionen Abrufe verbuchen. Die dritte Staffel kann also kommen.

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Den wohl größten Knall-Effekt hat Kriminalkommissar Gereon Rath (Volker Bruch) selbst erlebt. Nachdem er fast auf offener Straße hingerichtet und erst in letzter Sekunde gerettet wird, geht es für ihn im Beisein seines Therapeuten (Jens Harzer) unter Hypnose in die Vergangenheit. Die Schuld, unter der Gereon leidet: Er hat seinen Bruder im Krieg auf dem Schlachtfeld zurückgelassen, obwohl dieser noch am Leben war. In den letzten Minuten der finalen Folge gibt es die große Offenbarung: Der Arzt stellt sich als sein totgeglaubter Bruder Anno Rath heraus.

Die finale Folge der zweiten Staffel "Babylon Berlin" läuft am Donnerstag im Fernsehen. Und neue Folgen lassen noch auf sich warten. Die ARD hat zwar bereits bestätigt, dass es eine dritte Staffel geben wird, und auch, dass die Regisseure und Autoren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries bereits an den Drehbüchern arbeiten – aber der Starttermin steht noch aus.

Ebenso viele Fragen wirft das Schicksal von Greta Overbeck (Leonie Benesch) auf. Das Attentat an August Benda (Matthias Brandt), an dem sie beteiligt war, hat sie ins Gefängnis gebracht. Wird Greta im Knast überleben? Zudem hat sich herausgestellt, das ihr Freund Fritz (Jacob Matschenz) gar nicht als vermeintlicher Kommunist getötet wurde, sondern ein Nationalsozialist ist. Haben gar Gottfried Wendt und Reichspräsident Paul von Hindenburg (Günter Lamprecht) ihre Finger mit im Spiel?

Denn "Babylon Berlin" hatte so viel, was uns gefallen hat: die tolle 20er-Jahre Kulisse, die spannenden Charaktere, die ganze Atmosphäre. Welche Serien könnten das ersetzen? Wir haben sechs herausgesucht, die "Babylon Berlin" gerecht werden – auf ihre eigene Art. 

Gereon Rath ist einer der Guten. Oder nicht? Bei dem Kommissar aus "Babylon Berlin" ist man sich manchmal nicht sicher – ähnlich geht es dem Zuschauer bei Daniel Miller, CIA-Analyst und Hauptfigur in "Berlin Station". Auch wenn "Berlin Station" ein knappes Jahrhundert nach Babylon Berlin spielt, fesseln die Serien aus ähnlichen Gründen: ein Ermittler, mit dem man eigentlich sympathisieren will, dessen Charakter der Zuschauer letztlich aber nicht vollständig durchblickt – und genau deshalb nicht aufhören kann, ihm bei seiner Spurensuche zu folgen. Ein Verbrechen, das es aufzuklären gilt, koste es, was es wolle – in Berlin zu einer Zeit, in der Politik und Gesellschaft nach rechts rücken.

Gemeinsam mit Gereon hat Charlotte zudem herausgefunden, dass das umstrittene Gold als Zugwaggon getarnt war. Werden sie dahinter kommen, wer das Gold bekommen hat und was es damit auf sich hat? Werden sie die mysteriöse Swetlana Sorokina (Severija Janusauskaite) zur Rede stellen? Wie ist der Armenier (Misel Maticevic) in das Ganze verwickelt? Warum hat er Charlotte am Leben gelassen? Und warum hat sie Gereon verheimlicht, dass sie von ihm entführt wurde?

Wer aus diesen Gründen "Babylon Berlin geschaut hat, den wird auch "Berlin Station" begeistern. 

Außerdem hat Gereon vor Gericht gelogen und der Aussage des toten Bruno Wolter (Peter Kurth) zugestimmt, dass die Kommunisten das Feuer auf sie eröffnet haben. Diese Lüge hat Gereon fast das Leben gekostet. Wird es weitere Mordversuche geben? Warum hat Gereon Wolter nicht widersprochen? Steckt der neue Regierungsrat Gottfried Wendt (Benno Fürmann) dahinter? Er hat immerhin Treue unter seinen Leuten eingefordert.

1920, Atlantic City. Enoch "Nucky" Thompson hat, was alle wollen: Alkohol. Und Macht. Denn in den Vereinigten Staaten greift die Prohibition um sich, Alkohol ist verboten – und wird trotzdem munter weiter ausgeschenkt. Nucky hat Gangster und korrupte Politiker um sich geschart und kontrolliert so nach und nach immer größere Teile des städtischen Lebens. 

Will Anno Rache an seinem Bruder nehmen? Wie wird seine Witwe bzw. Ehefrau Helga (Hannah Herzsprung) auf seine Wiederauferstehung von den Toten bzw. Rückkehr reagieren? Was bedeutet das Ganze für die Liebelei zwischen Helga und Gereon? Und warum hat sich Helga auf das Abendessen mit dem schmierigen Alfred Nyssen (Lars Eidinger) eingelassen? Was führt er im Schilde?

"Boardwalk Empire" ist erstens der perfekte Ersatz für "Babylon Berlin", weil es die Stimmung der 20er transportiert – bis in die kleinsten Details von Kleidung, Musik und Tanz. Und zweitens, weil auch hier die Geschichte der Verflechtung von Verbrechen und Politik erzählt wird – sogar nach historischem Vorbild: Die Figur von Nucky Thompson basiert auf Enoch L. Johnson. 

Charlotte Richter (Liv Lisa Fries) darf nun an der Seite von Rath als Kriminalassistentin arbeiten. Nachdem er sie jedoch vor dem Ertrinken rettet, wird man das Gefühl nicht los, dass Charlotte plötzlich auch andere Gefühle für ihren Kollegen entwickelt. Wird sich Gereon ihr zuwenden, wo sein Bruder nun wieder da ist?

Wer also an "Babylon Berlin" die historischen Anspielungen, die gewaltigen Bilder, den Soundtrack der 20er Jahre und die Kriminalgeschichte besonders mochte, findet in "Boardwalk Empire" einen würdigen Nachfolger.

Achtung, die folgenden Passagen enhalten jede Menge Plot-Details und massive Spoiler aus den Staffeln eins und zwei von “Babylon Berlin”. Wer die Serie noch nicht kennt, lieber nicht weiterlesen.

Aber während die Charaktere in Berlin zu großen Teilen den Anspruch an sich selbst haben, moralisch zu handeln, kann man das über Nucky und Kollegen wirklich nicht sagen. Da erinnert "Boardwalk Empire" dann eher an "House of Cards".

Es bleibt auf jeden Fall spannend, was in den zehn neuen Folgen geboten ist. Der Stoff dürfte den Regisseuren und Autoren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries nicht ausgehen.

Wer für knapp eine Stunde dem Alltag entffliehen will, trifft mit "Downton Abbey" die einzig richtige Entscheidung. Die mehrfach preisgekrönte Serie behandelt in sechs Staffeln das Schicksal einer britischen Adelsfamilie und ihres Personals, sowie wichtige historische Ereignisse. Beispielsweise den Untergang der "Titanic", den Ersten Weltkrieg und die Einführung des Frauenwahlrechts.

Die Serie ist für "Babylon Berlin"-Fans interessant, weil sie im Jahr 1912 anfängt und im Jahr 1925 endet – sie zeigt quasi die Vorgeschichte von Gereon Rath und Kollegen, wenn auch aus britischer Perspektive. Und wie schon bei "Babylon Berlin" merkt der Zuschauer, wie sich das gesellschaftliche Klima langsam aber sicher verändert. 

Downton Abbey erhielt 2011 sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, weil die Serie die von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie des Jahres war (BBC America). Mit einer hochkarätigen Besetzung, bestehend aus Schauspielerinnen und Schauspielern wie Maggie Smith, Hugh Bonneville, Michelle Dockery und Elizabeth McGovern, wird sie dem Weltrekord auf jeden Fall gerecht.

Gereon Rath und Charlotte Ritter aus "Babylon Berlin" haben euch gefallen? Ihr mögt krasse Ermittler-Duos? Dann schaut euch mal "True Detective" an. 

Von der Serie gibt es bislang zwei Staffeln, eine dritte ist bereits abgekündigt (Ha! Auch wie bei "Babylon Berlin"!). Jede Staffel erzählt eine abgeschlossene Geschichte, in der jeweils ein Fall gelöst wird. Ganz ehrlich: Die erste Staffel ist um Längen besser als die zweite. Aber die erste Staffel ist dafür auch ein absolutes Muss für Fans von Detektiv-Geschichten. 

In der ersten Staffel müssen zwei Polizisten, der Familienmensch Marty Hart (Woody Harrelson) und der geheimnisumwitterte Rust Cohle (Matthew McConaughey), in Louisana einen Serienmörder fassen. Die Grausamkeit und Zurschaustellung seiner Morde erinnern ein bisschen an die Serie "Hannibal". 

Die beiden Ermittler könnten kaum unterschiedlicher sein – und das macht ihre Dialoge so spannend. Auf jeden Fall keine Serie, die so nebenbei dahinplätschert. Gut zuhören und genießen. 

Arbeiter, die die Revolution vorbereiten, kommunistenjagende Polizisten und Veteranen, die traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehren: Das beschreibt nicht nur Berlin, sondern auch das graue, verrauchte England im Jahr 1919 ziemlich gut. Auf den Straßen des tristen, industriellen Birminghams findet sich die Shelby Family wieder.

Thomas Shelby (Cillian Murphy) macht mit seiner Familie das, was fast jeder zu der Zeit will: Geld. Das aber nicht unbedingt auf legalem Wege. Die Shelbys manipulieren Pferdewetten – bis sie beschließen, sich selbst ein Imperium aufzubauen. Dabei werden sie von Kommunisten, dem zornigen Inspector Chester Campbell (Sam Neill) und anderen Mafiabossen, gespielt von Tom Hardy oder Adrien Brody, bekämpft. Die Miniserie verleiht ein gutes Gefühl für das Leben der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg und vermittelt nebenher einen Eindruck, der aufgeheizten, politischen Lage in England. Die Beschreibung kommt einem doch nach "Babylon Berlin" irgendwie bekannt vor, oder?

"Babylon Berlin" ist vorbei – und du sehnst dich nach einer spannenden Serie, die aber nicht gleich 12 Staffeln hat und dich ein Jahr auf das Sofa fesselt?

Auch hier geht es um Verschwörungstheorien, Verbrechen und Politik – allerdings sehr viel schneller und moderner erzählt. 

Die Handlung: Wir folgen dem Kriegsveteranen und Polizisten David Budd. Er verhindert einen Selbstmordanschlag in einem Zug und steigt danach zum Personenschützer der Innenministerin Großbritanniens auf. Die arbeitet gerade an einem umstrittenen Sicherheitsgesetz. Es folgen: Intrigen, Sex, Action. Der starke Mann schützt die schwache Frau? Nein, es ist natürlich viel komplizierter. 

Die Grundidee ist nicht all zu originell, aber das macht nichts. Die Hauptfiguren wirken nicht platt. Die Serie ist voller Plot-Twists. Das Ergebnis: In Großbritannien war keine Serie in den vergangenen zehn Jahren erfolgreicher. 

Von "Bodyguard" gibt es sechs Folgen, die jeweils rund 40 Minuten dauern. Man guckt sie am besten am Stück an einem Samstagnachmittag – und dann ist man schnell über den Verlust von "Babylon Berlin" hinweg.

Am 7. Dezember kommt mit “Dogs of Berlin” die zweite deutsche Netflix-Serie raus. Schon jetzt können wir den Trailer sehen.

Dazu gibt es Musik von Haftbefehl und Schüsse aus der Maschinenpistole – “Dogs of Berlin” setzt also ganz offensichtlich auf Action.