Unbekannte werfen Eisenstange auf S-Bahn
Metallzaun im Gleisbett – S-Bahn-Fahrgäste stecken drei Stunden fest
Berlin – In Berlin-Neukölln ist ein Zug der S-Bahnlinie 41 mit einer etwa vier Meter langen Baustellenabsperrung aus Metall in einem Gleis kollidiert. Die Folge: Der Zug wurde so schwer beschädigt, dass er nicht weiterfahren konnte. Rund 60 Passagiere saßen stundenlang fest.

Wie die Bundespolizei Donnerstagnachmittag mitteilte, erkannte der Fahrer der S-Bahn auf der Fahrt zwischen den S-Bahnhöfen Hermannstraße und Berlin-Tempelhof gegen 20 Uhr eine Personengruppe auf der Oderstraßenbrücke.

Kurz bevor die S-Bahn die Unterführung passierte, sah der 58-Jährige, wie die Personen eine Eisenstange von der Brücke fallen ließen. Die Stange kam noch vor der S-Bahn auf den Gleisen auf und wurde dann durch den Zug überrollt.

Wie die Bundespolizei weiter mitteilte, soll ein anderer Zeuge gegenüber den Beamten angegeben haben, dass die Eisenstange bereits seit längerer Zeit in einer Grünanlage lag. Eine Gruppe von circa acht bis neun Jugendlichen soll die Stange dann gemeinsam aufgehoben und von der Brücke aus in die Gleisanlage geworfen haben.

We are inside the train between Hermannstraße and Tempelhof for over 2 hours. Can you please take us out ?

Innerhalb der S-Bahn war beim Aufprall ein lauter Knall zu vernehmen. Es kam zu einem Kurzschluss, wodurch der Zug seine Fahrt nicht mehr selbstständig fortsetzen konnte. Der Verkehr zwischen Hermannstraße und Südkreuz wurde also unterbrochen. ▶︎ Ein Passagier meldeten um kurz nach 22 Uhr – ebenfalls via Twitter – dass er in dem Zug ausharrt. Seit zwei Stunden, wie er schrieb. Und weiter: Könnt ihr uns hier bitte rausholen?

Gegenstände im Gleis zw. #Hermannstra.(Berlin) <> #Berlin-Tempelhof beseitigt. #Streckensperrung zw. #Hermannstr. (S+U), Berlin <> #Berlin Südkreuz aufgehoben. Zugverkehr der Linien S41, S42 wurde wieder aufgenommen S45 fällt aus S46 fährt nur Königs Wusterhausen <> Hermannstraße

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte, dass der beschädigte Zug erst gegen 22.50 – mit Hilfe einer anderen S-Bahn – von der Strecke und in den Bahnhof Tempelhof geschoben werden konnte.

Verletzt wurde niemand. Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein und fahndete im Nahbereich nach den unbekannten Tätern.

Laut den Aussagen des 50-jährigen Zeugen sollen die Jugendlichen ein südländisches Erscheinungsbild gehabt haben. Eine Person soll mit einem weißen Sweatshirt mit schwarzem Aufdruck bekleidet gewesen sein.

▶︎ Zeugen, die sachdienliche Angaben zur Tat oder den unbekannten Personen machen können, werden gebeten, sich bei der Bundespolizei zu melden. Hinweise werden unter der Rufnummer 030 / 2977790 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen genommen. Zudem kann auch die kostenlose Servicenummer der Bundespolizei (0800 / 6 888 000) genutzt werden.

Wegen der Kollision mit einem Metallzaun konnte ein S-Bahn-Zug am Abend seine Fahrt nicht fortsetzen. Erst Stunden später konnte die S41 evakuiert werden.

Unbekannte haben am Mittwochabend einen Metallzaun ins Gleisbett an der Oderstraßenbrücke in Neukölln gelegt oder geworfen. Ein Zug der S41 wurde bei der Kollision mit dem Zaun um kurz nach 20 Uhr so schwer beschädigt, dass er seine Fahrt nicht fortsetzen konnte. Die Fahrgäste mussten etwa zweieinhalb Stunden in den Abteilen ausharren, bis ein Leerzug den defekten Zug in den Bahnhof Tempelhof geschoben hatte.

Um 22.48 Uhr sei die Evakuierung dann abgeschlossen worden, teilte die S-Bahn am Donnerstagmorgen mit.

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen schweren Eingriffs in den Straßenverkehr. Mit sachdienlichen Hinweisen können sich Bürger an die Bundespolizei oder an jede andere Polizeistelle wenden. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. (Tsp)