Eine Berliner Schule im Ausnahmezustand
Schwarze Kasse: Schulleiterin entdeckt Tresor mit Bargeld
Seit zwei Jahren gibt es offene Konflikte an der einst hoch gelobten Johanna-Eck-Schule in Berlin-Tempelhof. Es geht um viel Geld und angeblichen Rassismus.

An der Tempelhofer Johanna-Eck-Sekundarschule wird seit fast zwei Jahren ein Stück aufgeführt: Es lautet: Wie schaffe ich es, einen Konflikt nicht zu lösen, sondern immer weiter zu verschärfen. Der letzte Akt scheint in weiter Ferne.

Die Geschichte, die erzählt werden muss, weil die gegnerischen Protagonisten ihre jeweilige Sicht der Dinge nicht mehr für sich behalten wollen, handelt von einem Haufen Bargeld, einer neuen Schulleiterin und Rassismusvorwürfen. Brisant ist das Ganze zusätzlich, weil es sich an einer der angesehensten Schulen der Stadt abspielt, denn die Johanna-Eck-Schule ist nicht nur viel gelobt und ausgezeichnet, sondern hat auch eine besondere Vorgeschichte: Der harte Kern des Kollegiums stammt noch aus der Werner-Stephan-Hauptschule, die bekannt war für ihre exzellente Arbeit – so exzellent, dass ihr Leiter Siegfried Arnz vor über zehn Jahren in die Senatsverwaltung für Bildung geholt wurde. Unter Arnz, der inzwischen pensioniert ist, und seinen Mitstreitern wurde die Werner-Stephan-Schule zur ersten Schule Berlins, die sich Schule ohne Rassismus nennen durfte.

beste sozialistische Tradition! Wir brauchen mehr Lehrer? Machen wir mehr Eingangs- und Inklusionsklassen, schreiben kann man ja viel, wenn niemand prüft! Und weil alle zufrieden sind, wird sich nie jemand beschweren und damit eine Prüfung auslösen. Sogar eine "schwarze Kasse" für dringende Anschaffungen ist drin – und dann kommt so eine superanständige Rektorin und macht das schöne Spiel auf Kosten der anderen kaputt. Kein Wunder, dass das Kollegium protestiert – müssen sie doch jetzt so schlecht arbeiten wie alle anderen auch!

Zwar wurde die Stephan-Schule im Rahmen der Sekundarschulreform mit einer Realschule fusioniert und heißt seitdem Johanna-Eck-Schule, aber die Prämissen blieben unverändert, was sich vor allem in der erfolgreichen Arbeit mit Migranten und Geflüchteten niederschlug. Auch Arnz Nachfolgerin Hannelore Weimar stammte noch aus dem alten Team. Als Weimar vor zwei Jahren in den Ruhestand ging, folgte ihr Mengü Özhan-Erhardt, die einen sehr guten Draht in die Bildungsverwaltung haben soll. Kurz nach Dienstantritt fand sie im Sekretariat einen Tresor mit einem hohen Bargeldbetrag – die Rede ist von 13.000 Euro. Zwar wurde schnell klar, dass sich hier niemand persönlich bereichern wollte. Vielmehr handelte es sich um Geld, das von Eltern für Bücher eingesammelt, aber nicht ausgegeben worden war. Allerdings ist unbestritten, dass es gegen Vorschriften verstößt, wenn eine Schule derartig hohe Summen gewissermaßen hortet. Weimars Stellvertreterin, die ihren Posten zunächst auch unter Özhan-Erhardt innehatte, wurde inzwischen versetzt. In der Sache wird dem Vernehmen nach disziplinarrechtlich ermittelt.

Mit dem Auffinden des Geldes und der Versetzung der Stellvertreterin war es allerdings nicht getan, denn der besagte harte Kern des alten Kollegiums fand es absurd, dass in der Folge von schwarzen Kassen die Rede war. Wir hatten den Eindruck, dass die Sache mit dem Geld, von dem wir Anderen nichts wussten, instrumentalisiert wurde, um uns in Misskredit zu bringen, berichtet einer der Lehrer. Aber es gab noch mehr Vorwürfe gegen die ehemalige Schulleitung: So seien mehr Schüler für den Religionsunterricht angemeldet worden, als es überhaupt Schüler an der Schule gab: Die dadurch zusätzlich verfügbaren Lehrerstunden seien in die Schulstation geflossen.

Es muss gelogen und betrogen werden, falsche Zahlen gemeldet und dann klappts auch mit den Fördergeldern. 2 Lehrer pro Klasse, nicht schlecht. Und das alles fällt nun weg weil eine Schulleiterin zu tief nachgebohrt hat? Kein Wunder dass die Lehrer sauer sind, bestimmt sind bald wieder einige arbeitslos. So unglaublich es klingt, aber scheinbar ging es der Schule und den Schülern mit dem korrupten und verlogenen System besser als jetzt. da stimmt doch einiges mit den Vorschriften nicht.

Was aber die Atmosphäre an der Schule mehr belastete als die Vorwürfe, war die Art und Weise, wie die neue Schulleiterin mit den aufgedeckten Missständen umgegangen sei, heißt es. Bereits Anfang 2017 war das Verhältnis so zerrüttet, dass ein erster Schlichtungsversuch ergebnislos verlief, wie die Berliner Zeitung berichtet. Aber das war nicht alles: Die Antidiskriminierungsbeauftragte der Bildungsverwaltung, Saraya Gomis, erschien im Sommer 2017 in der Schule. Der Grund: Özhan-Erhardt sei wegen ihrer türkischen Wurzeln von Kollegen diskriminiert worden.

Durch Zufall habe die Sektretärin der neuen Schulleiterin einen Tresor hinter einem Blumenbild entdeckt, berichtet die Berliner Zeitung. Der Inhalt: Briefumschläge, die mit Schülernamen beschriftet waren. Jeweils mindestens 60 Euro steckten in den Umschlägen, insgesamt 20.000 Euro. Dem Bericht zufolge war das Geld von den Schülern für Schulbücher abgegeben worden, wurde dafür jedoch nie verwendet.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt platzte auch den Kollegen der Kragen, die sich bis dahin eher neutral verhalten hatten: Die im Kollegium vorhandenen Probleme haben nichts mit dem Migrationshintergrund von Frau Özhan-Erhard zu tun, betont Reiner Haag, einer der angesehensten und langjährigsten Lehrer der Schule.

Absurd sei der Diskriminierungsvorwurf, sagen auch andere Mitarbeiter der Schule, die die Vorgänge kennen. Ihr Ärger wurde noch größer, als ihnen Saraya Gomis keine konkreten Beispiele für die angeblich diskrimimierenden Äußerungen gegen Özhan-Erhardt nennen wollte. Eine Lehrerin steigerte sich in das Gefühl, zu Unrecht beschuldigt zu werden, derart hinein, dass sie ein Plakat malte: “Affentheater statt Unterricht” war da zu lesen. Zudem soll sie mit ihren Schüler ein übles Antidiskriminierungsspiel gespielt haben, bei dem Gomis namentlich auftauchte.

Aber das ist noch nicht alles: Die Sprecherin der Bildungsverwaltung, Beate Stoffers, berichtete dem Tagesspiegel am Sonntag, dass Gomis beim Betreten der Schule von oben aus dem Treppenhaus bespuckt worden sein soll. Sie bestätigte auch einen Bericht der BZ, wonach jemand Affengeräusche gemacht und getrampelt habe, als Gomis erschien. Die betreffende Person sei aber weggehuscht und daher nicht zu erkennen gewesen, hieß es weiter. In der Folge tauchte ein neuer Vorwurf auf, nämlich der, dass Gomis selbst, deren Vater aus dem Senegal stammt, an der Schule rassistisch beleidigt worden sei.

Was hat eine Antidiskriminierungsbeauftragte unter diesen Umständen in der Schule zu suchen? Das Geld im Tresor verwirklicht den Straftatbestand des Betruges und / oder der Unterschlagung, von dem strafrechtlich relevanten Mobbing ganz zu schweigen. Hier muss ein Staatsanwalt handeln, aber dann könnten ja noch mehr Dinge ans Licht kommen, die einen verunsichern …

Auch das weisen die Lehrer weit von sich: Meine Kollegen und ich wehren uns entschieden gegen die Rassismusvorwürfe. Niemand von uns hat Affengeräusche gemacht, gespukt oder mit den Füßen getrampelt, beharrt Haag. Niemand im Kollegium sei so primitiv. Er kritisiert, dass die Bildungsverwaltung zu spät einen Vermittler eingesetzt habe – ein Vorwurf, über den der Tagesspiegel bereits im Juli berichtet hatte. Statt zu schlichten, sei das Kollegium in Sippenhaft genommen und die Situation verschärft worden – zum Schaden der Schule und aller Beteiligten. Auch der langjährige Personalrat Norbert Gundacker, der bis zum Sommer an der Schule arbeitete, betont, dass es in all den Jahren keinen Funken Diskriminierung gegeben habe. Daher ist das Geschehen für ihn höchst unerklärlich.

Vor zwei Jahren hat die neue Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt ihre Stelle an der Johanna-Eck-Schule in Berlin-Marienfelde angetreten. Damals hatte die Schule einen hervorragenden Ruf, hatte sogar einen Preis für Soziales Lernen gewonnen. Doch hinter der schönen Fassade stimmte so einiges nicht.

Mit Affengebrüll und einer Tiermaske soll eine Lehrkraft der Anti-Diskriminierungs-Beauftragten entgegengetreten sein. Die Berliner Schulbehörde ermittelt – auch zu weiteren bizarren Vorfällen an der Schule.

Große Summen Bargeld in einem Geheimtresor, Mord-Spiele im Ethikunterricht, Affengebrüll als die schwarze Anti-Mobbing-Beauftragte erscheint: An der Johanna-Eck-Schule in Berlin-Marienfelde sollen sich ungeheure Ereignisse zugetragen haben – im Lehrerkollegium.

“Wir stecken mitten in den Ermittlungen”, sagt Beate Stoffers, Sprecherin der Schulbehörde dem SPIEGEL. Nach bisherigen Erkenntnissen treffe das, was “B.Z.” und “Bild” über die Vorgänge an der Schule am Freitag berichteten, zu. Als die neue Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt vor zwei Jahren an die Schule wechselte, brachte sie demnach bizarre Vorfälle ans Licht – und wurde dafür angefeindet.

Hinter einem Blumenbild gab es einen Geheimtresor und die Anti-Rassismus-Beauftragte wurde mit Affengebrüll verhöhnt – von einer Lehrkraft. Berichte über die einstige Vorzeigeschule Johanna-Eck in Berlin-Marienfelde haben groteskte Abgründe zutage gefördert.

Große Summen Bargeld: Per Zufall habe die Sekretärin hinter einem Blumenbild einen Tresor entdeckt, schreibt die “B.Z.”. Darin seien Briefumschläge mit Schülernamen gewesen, in denen jeweils mindestens 60 Euro steckten. Dem Bericht zufolge handelte es sich offensichtlich um Geld für Schulbücher, das dafür jedoch nie verwendet wurde. Insgesamt: 20.000 Euro.

Als die Schulleiterin ihre Stellvertreterin danach fragte, habe die ihr gesagt, dass sie das Geld nicht anrühren solle, das seien Projektgelder. Später sei auch noch ein Konto über 13.000 Euro gefunden worden.

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Gefälschte Statistiken: Obwohl die Schule nur gut 400 Schüler hat, wurden den Kirchen mehr als 450 Teilnehmer am Religionsunterricht gemeldet, heißt es in dem Bericht. Demnach meldete die Schule für die Ausstattung mit Personal auch fünf statt drei Willkommensklassen mit Flüchtlingskindern. Letztlich hätten damit vor jeder Klasse zwei Lehrer gestanden. So gut sind wenige Berliner Schulen ausgestattet.

normalem Menschenverstand ist das Ganze nicht mehr zu verstehen. Ein Gehirn müßte schon total auf Rot-Grün umgekrempelt werden, um hier überhaupt noch irgend etwas Sinnvolles zu erkennen.

Mobbing und übelste Diskriminierung: Als die Schulleiterin Özhan-Erhardt die Schulbehörde über die Vorgänge informierte, hätten einzelne Kollegen angefangen, sie zu mobben, heißt es in der “Bild”. Wer so hohe Absätze trage, könne nicht kompetent sein. Es sei so schlimm geworden, dass andere Lehrkräfte aus dem Kollegium die Anti-Diskriminierungs-Beauftragte des Senats, Saraya Gomis, informiert hätten, bestätigt Stoffers.

Derartig Bekloppte werden also auf unsere Kinder losgelassen. Haben Lehrer eigentlich Narrenfreiheit? Hoffentlich kann die Schulleiterin in Mariendorf aufräumen. Schöne Vorbilder sind das.

Gomis soll an der Schule dann selbst rassistisch beleidigt worden sein. Eine Lehrerin soll gegen den Besuch der Frau, die afrikanische Wurzeln hat, mit Tiermaske und Affengebrüll protestiert haben. Während Gomis redete, soll mit den Füßen getrampelt worden sein. Dafür gebe es Bestätigungen, sagte Stoffers.

Affengebrüll,aber sich Schule ohne Rassismus und mit Couragenennen. Tausende Euro Bargeld,falsche Zahlen und wer weiß was nicht noch alles. Berlin, Rotrotrün, besser nicht nachahmen.

Weiterer Vorwurf: Die Lehrkraft soll ein diskriminierendes Spiel für den Ethikunterricht entworfen haben. Darin komme eine schwarze Frau namens Gomis auf ein Schiff und erteile den Auftrag, eine Lehrerin zu erhängen. Dafür bekämen die Schüler Extrapunkte, heißt es in der “B.Z.”.

“All diese Vorgänge werden derzeit umfassend untersucht”, sagt Stoffers. Teilweise lägen sie bereits eine Weile zurück. Genauere zeitliche Angaben wollte die Sprecherin nicht machen. Die entsprechende Lehrkraft sei inzwischen jedenfalls nicht mehr an der Johanna-Eck-Schule. Die Vorwürfe beträfen einzelne Personen, aber nicht das ganze Kollegium, betont Stoffers.

Özhan-Erhardt war für eine Stellungnahme am Freitagvormittag nicht zu erreichen. In der “Bild”-Zeitung wird sie so zitiert: “Die Vergangenheit können wir nicht verändern, aber die Zukunft. Inzwischen fühle ich mich durch viele Kollegen unterstützt. Außerdem ist auch früher gute Arbeit geleistet worden.”