Diese Schauspieler werden über Nacht zu Stars
Liv Lisa Fries über ihre Rolle: Die 20er-Jahre liegen mir
Dieses Wochenende startet im Ersten mit “Babylon Berlin” das TV-Ereignis des Jahres – und das wird für die Schauspieler Folgen haben

Ab dem 30. September ist die Krimi-Serie "Babylon Berlin" im Ersten zu sehen. Liv Lisa Fries spielt darin Charlotte Ritter, die Kollegin von Kommissar Gereon Rath. Die Serie zeichnet die politischen Entwicklungen der Weimarer Republik nach. Wie die Hauptrolle in "Babylon Berlin" ihr Leben verändert hat und wie die Dreharbeiten für das Mammutprojekt waren, darüber hat Schauspielerin Liv Lisa Fries mit MDR KULTUR gesprochen.

Was “Babylon Berlin” neben seiner historischen Akkuratesse und den atemberaubenden visuellen Schauwerten so stark macht, ist die Figurengestaltung. Vor allem die drei erwähnten Charaktere Wolter, Rath und Ritter sind mit so viel Facetten ausgestattet, dass einem angesichts von zu viel Eindimensionalität im deutschen Fernsehen hier ausnahmsweise mal nicht bange werden muss.Im Gespräch mit TV SPIELFILM weiß Liv Lisa Fries auf diesen Aspekt hinzuweisen: “Man sieht, dass unter dieser sehr toughen Frau ganz viel Angst und ganz viel Trauer und sehr viel Ungewissheit schlummert.” Es sind die Ambivalenzen und die Vielschichtigkeit, die Charlotte Ritter zu einer interessanten Figur machen. Dazu gehört es im Jahr 1929 in Berlin eben auch, dass sie sich in einem männerdominierten Beruf durchsetzen muss.Mit 27 Jahren hat es Fries geschafft, einen modernen Seriencharakter zu erschaffen, der gleichermaßen Schwächen und Stärken aufweist – so wie sich das heutzutage gehört für eine Produktion von Weltformat. Am Sonntag kommen auch Free-TV-Zuschauer endlich in den Geschmack dieser herausragenden Leistung: Die ersten drei Episoden “Babylon Berlin” laufen ab 20.15 Uhr im Ersten.

Die Zeit der “Goldenen Zwanziger” sei ihr ästhetisch sehr nahe, sagte Schauspielerin Liv Lisa Fries im Gespräch mit MDR KULTUR. Während der Dreharbeiten zu der bislang teuersten deutschen Fernsehproduktion “Babylon Berlin” habe sie ein Auge für die Details bekommen. Sie sei durch Berlin gelaufen und habe immer nach “kleinen Überbleibseln” aus der Zeit der Weimarer Republik gesucht – und gefunden: So gebe es unter der Friedrichstraße, in der U6, noch einen alten Notsignal-Griff.

Am Sonntag startet “Babylon Berlin” im Ersten. Statt “Tatort” heißt es dann: Das Berlin der 20er-Jahre als grelles Sittengemälde, ein Historienpanorama wie wir es noch nie gesehen haben. Die darin eingebettete Kriminalgeschichte wird von der Hauptfigur Gereon Rath (Volker Bruch) vorangetrieben. Doch ohne eine gewisse Charlotte Ritter sähe der aus Köln stammende Kriminalbeamte im hektischen Hauptstadtbetrieb alt aus. Liv Lisa Fries spielt die Berliner Göre, die schnippisch Widerstand leistet, aber mit durchaus cleveren Einfällen Licht in die düsteren Ermittlungen im Berliner Rotlichtmilieu bringt. Schnell mausert sich Charlotte zu einer ernstzunehmenden Beraterin von Kommissar Rath: “Das ist das, was ich an Charlotte so schön finde: Dass sie im guten Sinne ehrgeizig ist. Sie ist nicht karrieristisch, sie würde nicht morden, um nach oben zu kommen, aber sie will was. Sie will aus dem Milieu heraus und sie will das Beste für die Menschen, die ihr irgendwie nahe sind.”, sagt Liv Lisa Fries im Interview mit TV SPIELFILM.

Die Dreharbeiten zu “Babylon Berlin” vergisst Fries wohl nie. Mit dieser Masse an Statisten habe sie noch nie gedreht. Fries erinnert sich, dass der halbe Alexanderplatz gesperrt war, auf der linken Seite habe man sich im Jahr 1929 befunden, auf der rechten Seite im Jahr 2016:

Schnell merkt man, wie sehr Charlotte Ritter – der Seriencharakter – der Schauspielerin Liv Lisa Fries ans Herz gewachsen ist. Die gebürtige Berlinerin gibt gerne das kesse Mädchen, zeigt mit Verve ihr loses Mundwerk und muss auch mehr als ein Jahr nach den Dreharbeiten zur ersten und zweiten Staffel “Babylon Berlin” noch lachen, wenn sie an so manche Textpassage aus dem Drehbuch denkt: “Muss ick dir dit erst inne Stirn kämmen? (sic!)” ist so ein Satz, den Fries einfach nicht vergessen kann, wie sie uns im Interview (siehe Video) verrät.Ihre erste Hauptrolle hatte Liv Lisa Fries 2006 in “Schimanski – Tod in der Siedlung”, wo sie neben Götz George und Ludwig Trepte eine aufmüpfige Jugendliche spielt. Gut zehn Jahre später ist die Konstellation ähnlich: Der von Peter Kurth gespielte Oberkommissar im Sittendezernat Bruno Wolter ist ein gestandener Mann, Volker Bruch als Gereon Rath der aufstrebende Casanova in Polizeiuniform.

Das war einfach unglaublich. Auch dieses Ausmaß zu begreifen, dass diese drei verrückten, klugen Menschen, diese drei Regisseure, sich das ausdenken und umsetzen, und man selbst ein Teil davon ist, das ist eigentlich gar nicht zu fassen.

Fries fügt sich ideal ein, ist die dynamische Großstadtgöre mit Charme und Cleverness. Anfangs mag sie neben den beiden Polizisten wirken, wie ein Schulmädchen beim Praktikum, doch umso länger “Babylon Berlin” dauert und seine Wirkung entfaltet, desto mehr drängt auch Fries Figur in den Vordergrund.

Die drei Regisseure sind Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten. Sie erzählen mit ihrer Serie aus dem Leben und der Arbeit von den Kommissaren Gereon Rath und Charlotte Ritter in den 20er- und frühen 30er-Jahren in Berlin. Volker Kutschers Roman “Der Nasse Fisch” bildet dabei die Vorlage. Das vielfach ausgezeichnete Fernsehprojekt ist ein Co-Projekt der ARD und des Pay-TV-Senders Sky. Auf Sky wurde die Serie bereits ausgestrahlt. Ab dem 30. September ist sie nun in der ARD zu sehen – und verdrängt an diesem Tag sogar den “Tatort” von seinem Sendeplatz 20:15 Uhr. Die weiteren Episoden laufen dann donnerstags um 20:15 Uhr.

Ihren Durchbruch schaffte Liv Lisa Fries bereits 2007 an der Seite von Götz George in “Schimanski – Tod in der Siedlung”, damals war sie gerade mal 17 Jahre alt. Viele Filme folgten, u.a. in “Die Welle” oder in “Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung”. In dem ARD-Drama “Sie hat es verdient” spielte sie eine gewalttätige Jugendliche. Für die Rolle der an Mukoviszidose erkrankten Lea in “Und morgen Mittag bin ich tot” wurde Fries u.a. als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet.

Liv Lisa Fries spielt in der erfolgreichen Serie "Babylon Berlin" eine Hauptrolle. Mit Moderator Knut Elstermann spricht sie darüber, was sich dadurch für sie geändert hat und über ihren Werdegang als Schauspielerin.

Auf Tour mit dem Moka Efti Orchester, das sich eigens für die Serie "Babylon Berlin" gegründet hat. Eine Reportage von Marcel Roth.

Wie kommt der Look der 20er Jahre in "Babylon Berlin" und macht diese Zeit wieder lebendig? Jörg Taszman erklärt, warum die Serie mehr sein will als ein nostalgischer Ausstattungsfilm und dennoch echt aussieht.

Tanzschulen bieten Swingkurse an, DJs bringen mit Electroswing die Party zum Kochen. Warum? Lisa Albrecht über ein Revival.

Am 30. September startet die Serie "Babylon Berlin" in der ARD. Anlass genug, um in die 20er Jahre einzutauchen, Sehnsuchtsjahre, die im Rückblick gern "Tanz auf dem Vulkan" genannt werden. Was macht sie so faszinierend?

Die Serie "Babylon Berlin" setzt visuell neue Maßstäbe und spielt im Berlin der 20er-Jahre. Ab dem 30. September ist sie im Ersten zu sehen. Regisseur Tom Tykwer erklärt, warum diese Zeit alles andere als golden war.

Schriftsteller Volker Kutscher hat mit seinen Romanen die Vorlage zur neuen Krimserie "Babylon Berlin" geliefert. Mit MDR KULTUR ist er im Gespräch über das alte und das neue Berlin und seine Beweggründe beim Schreiben.

Es ist ein bisher einmaliges TV-Projekt: Die ARD und Sky haben gemeinsam eine Serie von internationalem Format gedreht. "Babylon Berlin", eine Gangstergeschichte in den Wirren des Jahres 1929.

Das Grimme-Institut vergibt in diesem Jahr so viele Preise wie noch nie. Unter den Gewinnern sind mehrere Serien: Neben "Babylon Berlin" auch "Dark". Mit der Netflix-Produktion wird erstmals ein Streaming-Format geehrt.

Die Serie "Babylon Berlin" setzt visuell neue Maßstäbe und spielt im Berlin der 20er-Jahre. Ab dem 30. September ist sie im Ersten zu sehen. Regisseur Tom Tykwer erklärt, warum diese Zeit alles andere als golden war.

Schriftsteller Volker Kutscher hat mit seinen Romanen die Vorlage zur neuen Krimserie "Babylon Berlin" geliefert. Mit MDR KULTUR ist er im Gespräch über das alte und das neue Berlin und seine Beweggründe beim Schreiben.

Es ist ein bisher einmaliges TV-Projekt: Die ARD und Sky haben gemeinsam eine Serie von internationalem Format gedreht. "Babylon Berlin", eine Gangstergeschichte in den Wirren des Jahres 1929.

Das Grimme-Institut vergibt in diesem Jahr so viele Preise wie noch nie. Unter den Gewinnern sind mehrere Serien: Neben "Babylon Berlin" auch "Dark". Mit der Netflix-Produktion wird erstmals ein Streaming-Format geehrt.

Am 30. September bringen Radio Bremen, WDR und rbb die Original-Vorlage "Der nasse Fisch" von Volker Kutscher als hochkarätig besetzte Hörspielserie in die ARD Audiothek.

Die teuerste deutsche Serienproduktion, "Babylon Berlin", entführt in die 20er-Jahre und begleitet einen Polizeibeamten bei seinen Ermittlungen. Theresa von MDR SPUTNIK erklärt, was die Serie so gut macht.

Ab Dienstagabend zeigt Arte die neue achtteilige Doku-Serie "Krieg der Träume". Sie erzählt die Geschichte Europas zwischen den Weltkriegen anhand ausgewählter Biografien, die mit den Wirrnissen der Zeit verknüpft sind.

24 Jahre lang ermittelte Derrick in der gleichnamigen TV-Serie. Die Krimi-Reihe war weltweit erfolgreich, machte Horst Tappert zum Star. Heute wirkt sie verstaubt, verrät aber viel über die Zeit ihrer Entstehung.

Er gilt als wichtigster Fernsehpreis der Welt: In Los Angeles sind die Emmys verliehen worden. Mit jeweils neun und acht Awards sind die Serien "Game of Thrones" und "The Marvelous Mrs. Maisel" Gewinner des Abends.

Paula Beer ist als beste Schauspielerin mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet worden. Damit wurde ihre Leistung in der ZDF/Arte-Serie "Bad Banks" gewürdigt. Auch Mitdarsteller Barry Atsma bekam einen Preis.