Augsburg macht Riesenschritt Richtung Klassenerhalt - sportschau.de
Frankfurt – Augsburg 1:0: Bundesliga im Live-Ticker
Drei Punkte zum Einstand: Trainer Martin Schmidt hat beim kriselnden FC Augsburg ein perfektes Debüt und den womöglich vorentscheidenden Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gefeiert.

Die Schwaben gewannen zum Abschluss des 29. Spieltags der Fußball-Bundesliga beim Champions-League-Aspiranten Eintracht Frankfurt mit 3:1 (2:1), der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nun sieben Punkte. U21-Nationalspieler Marco Richter (31.) glich für die Augsburger zunächst die Frankfurter Führung durch Goncalo Paciencia (14.) aus und drehte mit einem präzisen Fernschuss (45.+4) die Partie sogar noch vor der Halbzeit. Für die Entscheidung sorgte Michael Gregoritsch (84.).

Am vergangenen Donnerstag ist es also passiert. Das 2:4 im Hinspiel des Europa-League-Viertelfinales bei Benfica Lissabon war für Frankfurt die erste Pflichtspiel-Niederlage im Jahr 2019. Damit endete nicht nur eine beeindruckende Serie von 15 Spielen in Folge ohne Niederlage, für die Eintracht war es zudem das erste Mal, dass sie in dieser Saison einen Europapokal-Rasen als Verlierer verlassen hat. Zwei Auswärtstore machen dennoch Hoffnung auf ein Weiterkommen. Genau darin liegt aber auch eine Gefahr: Wenn sich bereits jetzt alles und jeder auf das Rückspiel in der kommenden Woche konzentriert, kann gegen vom Abstiegskampf getriebene Augsburger ratzfatz die zweite Niederlage folgen – und die Lissabon-Falle zuschnappen.

“Wir wussten, was auf uns zukommt – das war extrem wichtig”, sagte der zweimalige Torschütze Marco Richter am ARD-Mikrofon, “die Gelbrote Karte gegen Frankfurt hat uns in die Karten gespielt, das sollte aber unsere Leistung nicht schmälern.” Und zu Neu-Trainer Martin Schmidt meinte Richter: “Das war bissl blöd mit dem Wechsel unter der Woche. Aber Martin Schmidt hat uns viel von seiner Philosophie mitgegeben unter Woche und das haben wir ganz gut umgesetzt.”

Mit Blick auf den Frankfurter Kader – eine Startelfnominierung vorausgestzt – sicherlich auf Gacinovic. Der 24 Jahre alte Serbe gibt dem Offensiv-Repertoire seines Trainers Adi Hütter eine weitere Möglichkeit, was vor allem angesichts der Verletzung von Stürmer Haller nur gut sein kann. Zu sehr fehlt mit dem bulligen Franzosen eine zentrale Anspielstation, die insbesondere bei langen und hohen Bällen in die gegnerische Hälfte gerne gesucht wird. Dass den Hessen genau diese Option momentan abgeht, hat man während der Spiele in Lissabon und auch auf Schalke (2:1) gesehen. Gacinovic kann Haller naturgemäß nicht ersetzen, einen neuen Impuls in puncto spielerischer Kreativität dürfte man sich aber allemal erhoffen.

Da spielten die Hessen nach der Gelb-Roten Karte für Gelson Fernandes (47.) schon lange in Unterzahl. Der erste Auswärtssieg des FCA seit dem 27. Oktober war zudem ein Novum: Vor Schmidt hatte nach einem Trainerwechsel in dieser Saison noch kein neuer Coach einen Erfolg im ersten Spiel verbucht. Während Augsburg nach der engagierten Vorstellung den restlichen Wochen optimistisch entgegenblicken darf, erhielten die Königsklassen-Hoffnungen der Eintracht durch die erste Liga-Niederlage in diesem Jahr einen Dämpfer. Zudem misslang die Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League: Am Donnerstag (18.04.19) muss Frankfurt gegen Benfica Lissabon ein 2:4 aufholen muss. “Heute hat vieles nicht gepasst”, sagte Frankfurts Sebastian Rode, “es gab viele Unkonzentriertheiten.”

Audio starten, abbrechen mit Escape Marco Richter: "Dieser Sieg ist extrem wichtig" Sportschau. 14.04.2019. 02:05 Min.. Das Erste. Von Carsten Schellhorn.

Im Vergleich zum desaströsen 0:4 gegen die TSG Hoffenheim, das Ex-Trainer Manuel Baum letztlich den Job gekostet hatte, nahm Schmidt in seiner Startelf vier Veränderungen vor – unter anderem weil Verteidiger Philipp Max krankheitsbedingt fehlte. Dessen Vertreter Konstantinos Stafylidis hatte nach 118 Sekunden auch die erste, wenngleich harmlose Abschlussmöglichkeit der Partie. Für deutlich mehr Gefahr sorgten in der offen geführten Anfangsphase die Versuche des Frankfurters Luka Jovic (4./5.).

Sollte Finnbogason für den FCA auf dem Platz stehen, muss er von der Eintracht-Abwehr gleichzeitig als gefährlichster Gegenspieler eingestuft werden. In bislang 17 Einsätzen kommt der Isländer auf zehn Treffer, womit er die teaminterne Torjägerliste mit großem Abstand vor Dong-won Ji (vier) und Jonathan Schmid (drei) anführt. Ansonsten dürften keine Profis, sondern allen voran Schmidts Veränderungen am Augsburger System im Frankfurter Fokus stehen.

Nach dem sehenswerten Treffer von Paciencia, der den wie in Lissabon verletzt fehlenden Sebastien Haller ersetzte, verlor das auf Augenhöhe geführte Duell allerdings an Attraktivität. Der Ausgleich durch Richter kam ebenso wie die FCA-Führung etwas überraschend. Insgesamt behinderten zahlreiche Fouls und Verletzungspausen den Spielfluss. Offensivaktionen waren vor allem im ersten Durchgang die Seltenheit, Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) hatte mit den häufig diskutierenden Spielern jede Menge Arbeit.

Denn: Seine turbulente Woche will der FCA am Sonntagabend freudig und feiernd abschließen. Das sagt zumindest der neue Coach Martin Schmidt, der am Mittwoch Nachfolger des glücklosen Manuel Baum wurde. Die Feier zu seinem 52. Geburtstag am Freitag verschob der Schweizer erst einmal. Mit Punkten bei den Hessen würde sie dann möglicherweise etwas intensiver ausfallen. Die Vorbereitungszeit und Kennenlernphase für Schmidt war kurz, der Druck ist groß.

Der Platzverweis des souverän wirkenden Unparteiischen gegen Fernandes war vertretbar – und er erschwerte die Bemühungen der Gastgeber, die vor allem mental nicht den frischesten Eindruck machten. Ein Ausdruck dafür waren zahlreiche Abstimmungsfehler, technische Unzulänglichkeiten und zu einfach vertändelte Bälle. Nach einer knappen Stunde hätte Ja-Cheol Koo (58.) die Schwäche der SGE ausnutzen müssen, er verpasste aus kurzer Distanz allerdings den dritten Treffer. Insgesamt waren die Gäste in dieser Phase einer Vorentscheidung dennoch deutlich näher als die Frankfurter dem Ausgleich.

Frankfurt hat die vergangenen sechs Liga-Partien gewonnen und dadurch den Sprung auf einen Champions-League-Platz geschafft. Die Bilanz gegen Augsburg ist trotz der Heimniederlage im Vorjahr ausgeglichen. In der aktuellen Spielzeit holten die Augsburger auswärts gerade mal zwei Siege. Besonders: FCA-Coach konnte als Trainer noch nie in Frankfurt gewinnen. Sowohl mit Mainz als auch mit Wolfsburg kassierte er Niederlagen.

Audio starten, abbrechen mit Escape Sebastian Rode: "Heute hat vieles nicht gepasst" Sportschau. 14.04.2019. 01:31 Min.. Das Erste. Von Carsten Schellhorn.

Die Eintracht legt jetzt den Fokus komplett aufs Europa-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon (18.04., 21.00 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de), wo eine 2:4-Hinspiel-Niederlage wettzumachen ist. Am Wochenende dann beschließt beschließen die Hessen den 30. Spieltag zum spätest möglichen Termin, die Frankfurter spielen Montagabend (22.04., 20.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg, der FC Augsburg hat im Schwabenderby den VfB Stuttgart zu Gast (20.04., 15:30 Uhr).

Trapp – Touré, Hasebe, Hinteregger (26. NDicka) – G. Fernandes, Rode (66. de Guzmán) – da Costa, Kostic – Rebic – Jovic, Paciencia (54. Gacinovic)

Kobel (40. Luthe) – Schmid, Gouweleeuw, R. Khedira, Stafylidis – Baier – Koo (90.+2 Janker), Gregoritsch – Hahn, M. Richter – Finnbogason (83. Schieber)

Der hr-sport verschenkt zwei Tickets für das Europa-League-Rückspiel der Eintracht am Donnerstag gegen Benfica Lissabon. Wie Sie an die Karten kommen, erfahren Sie am Montagabend ab 23.15 Uhr im heimspiel! des hr-fernsehens.

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