Hunderte Fujitsu-Mitarbeiter demonstrieren gegen Ende ihres Werks
Fujitsu: Mitarbeiter demonstrieren gegen Werksschließung
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Auf dem in dieser Woche stattfindenden Fujitsu Forum steht die Neuausrichtung der Strategie im Zuge der digitalen Transformation im Mittelpunkt. Im Hintergrund rumorte es wegen der geplante Schließung des Augsburger Werkes.

Fujitsu-Präsident Tatsuya Tanaka wiederholte auf einer internationalen Pressekonferenz am Rande des Fujitsu-Forums seinen Plan, den Konzern weltweit umfassend umzubauen. Er verfolgt das ausdrückliche Ziel, eine operative Profitmarge von zehn Prozent zu erreichen. Dies strebt der Konzern schon seit Jahren an. Viele Tausend Arbeitsplätze sind dafür in den letzten Jahren vernichtet worden, vor allem in Ländern mit international vergleichsweise hohen Löhnen. In Deutschland waren es zuletzt, vor genau zwei Jahren, rund 600 in Paderborn. Bis 2022 soll nun laut Tanaka die zehnprozentige Profitmarge erreicht werden.

Strategie mit Löchern – Chef-Sprech auf dem Fujitsu-Forum

Selten werden die inneren Widersprüche der digitalen Transformation so deutlich wie auf dem diesjährigen Fujitsu-Forum, das, wie in den vergangenen Jahren, im Münchner ICM auf dem Messegelände Riem stattfand. Dort treffen sich Kunden und Partner aus ganz Europa. Doch diesmal störten Demonstranten in roten Fujitsu-Mützen das Bild vom harmonischen Miteinander der Firmen-, Kunden- und Partnerfamilie, das bei solchen Veranstaltungen gern vermittelt wird.

Der aktuell für Europa, den Nahen Osten, Indien und Afrika verantwortliche Brite Duncan Tait, der sich zukünftig Senior Executive Vice President nennen darf, erklärte in München, die Schließung des Werks in Augsburg sei vor diesem Hintergrund – der Profitmaximierung – zu sehen. Mit Computern made in Germany seien die angestrebten Ziele nicht zu erreichen. Die Werkschefin von Fujitsu in Augsburg, Vera Schneevoigt, ergänzte, dass globale Wettbewerbsverschiebungen den Arbeitsplatzabbau und die Schließung des Augsburger Werks unvermeidlich gemacht hätten.