UN-Generalsekretär Guterres mit Aachener Karlspreis geehrt - WDR Nachrichten
Karlspreis für Guterres: “Großer Europäer und Weltbürger”
Video starten, abbrechen mit Escape Internationaler Karlspreis zu Aachen 2019. WDR . 30.05.2019. 01:18:13 Std.. WDR.

UN-Generalsekretär António Guterres hat am Donnerstag (30.05.2019) den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen erhalten. Das Karlspreis-Direktorium würdigte damit Guterres Einsatz für eine Neubelebung der multilateralen Zusammenarbeit auf Grundlage der Werte der EU. Spaniens König Felipe VI. lobte Guterres in seiner Laudatio als “großen Europäer und Weltbürger”.

Guterres bedankte sich auf Deutsch für den Preis. Anschließend wechselte er ins Englische und sprach über seine politische Vergangenheit. Er habe den wahren Wert der Freiheit kennen gelernt. “Ich sah die Wunden von Vertreibung und Entwurzelung”, sagte Guterres rückblickend auf seine Zeit als UN-Flüchtlingskommissar.

Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstagmorgen (30.05.2019) im Aachener Dom mit einem Gottesdienst.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite gehörten zu den Gästen.

An der Zeremonie nahmen auch frühere Karlspreisträger teil, wie z.B. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2006) und der langjährige Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz (2015).

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, im Gespräch mit der Präsidentin von Litauen, Dalia Grybauskaite.

António Guterres wird vom Leiter des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden, und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp beglückwünscht.

Menschen würden zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen. Die Ungleichheit nehme zu, Hass werde geschürt über die sozialen Medien, so Guterres. Dies sei ein Schlag ins Gesicht der Aufklärung.

Guterres sagte weiter, als Generalsekretät der Vereinten Nationen habe er die Notwendigkeit eines starken und geeinten Europas noch nie so stark gespürt wie jetzt. Die Vereinigten Staaten von Europa müssten als starke Säule des Multilateralismus zusammenhalten, wenn ein neuer Kalter Krieg verhindert werden solle. Die EU sei ein einzigartiges Experiment, so Guterres. Jetzt sei es an der Zeit, wieder Vertrauen herzustellen.

Ein wichtiges Thema in seiner Rede war die Klimapolitik. Guterres lobte das Energiekonzept der Bundesregierung. Deutschland will bis 2050 klimaneutral werden. Dieses Ziel sei zu erreichen, so Guterres, allerdings sei dazu eine neue Klimapolitik nötig. Der Preisträger befürworte eine Umweltsteuer.

Die Feierlichkeiten begannen am Morgen mit einem Gottesdienst im Aachener Dom. Bischof Helmut Dieser lobte den Preisträger. Als früherer Ministerpräsident von Portugal habe dieser sein Land “demokratisiert und in Europa verankert”. Zudem habe Guterres als UN-Flüchtlingskommissar die “anwachsende Dramatik der weltweiten Flüchtlings- und Migrationsprobleme immer neu in die internationale Politik eingebracht” und nach würdevollen Lösungen gesucht.

Karlspreis: UN-Generalsekretär António Guterres in Aachen | mehr António Guterres erhält Aachener Karlspreis | mehr Neuer Abschnitt Stand: 30.05.2019, 12:45

Er wurde für seinen Einsatz für Toleranz, Frieden und Demokratie geehrt: UN-Generalsekretär Guterres hat den diesjährigen Karlspreis erhalten. In seiner Dankesrede forderte er ein starkes und geeintes Europa.

UN-Generalsekretär António Guterres ist mit dem diesjährigen Karlspreis ausgezeichnet worden. Der frühere portugiesische Ministerpräsident wurde für sein Eintreten für europäische Werte wie Pluralismus, Toleranz, Frieden, Freiheit und Demokratie geehrt.

Guterres trage maßgebliche Verantwortung für die beiden großen Friedensprojekte Europäische Union und Vereinte Nationen, hieß es bei der Verleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Für seine “großartige Arbeit als Europäer” und seine “Haltung zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und des so dringend notwendigen Multilateralismus” habe Guterres Respekt und Unterstützung verdient, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Gemeinsam muss Europa die großen Herausforderungen angehen, sagte Spaniens König Felipe VI. in seiner Laudatio.

Der spanische König Felipe VI. würdigte Guterres als “großen Europäer und Weltbürger” mit einem weiten Horizont. Um die großen Herausforderungen der Menschheit wie die Situation von Flüchtlingen und den Klimawandel anzugehen, müsse Europa gemeinsam handeln, sagte Felipe in seiner Laudatio. Guterres zeige, dass die Suche nach immer engeren Einheit zwischen Völkern und Staaten Europas und das Wohl der Menschheit zusammengehörten.

Guterres forderte in seiner Dankesrede mehr Einsatz Europas für die Weltgemeinschaft. “Als Generalsekretär habe ich die Notwendigkeit eines geeinten und starken Europas nie so klar und deutlich gespürt wie jetzt”, sagte der 70-Jährige. Ein starkes und geeintes Europa sei nur möglich, wenn es seine Herausforderungen meistere. Nach seinen Worten muss Europa auch Vertrauen wiederherstellen – “Vertrauen zwischen den Menschen und den politischen Institutionen”.

Der Aachener Karlspreis wird seit 1950 an Menschen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Er gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Guterres ist der 61. Träger des undotierten Preises. Zu den früheren Preisträgern gehören der französische Präsident Emmanuel Macron, Papst Franziskus, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.