Bürger wählen Städteregionsrat
Bürger wählen Städteregionsrat Aachen
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Jutta Geese und Michael Grobusch ber mit fortschreitender Auszählung in den insgesamt 417 Stimmbezirken wird immer deutlicher, dass es für eine absolute Mehrheit in diesem ersten Wahlgang nicht reichen wird.

39,2 Prozent der Stimmen stehen für den Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier zu Buche, als Helmut Etschenberg bereits zwei Stunden noch Schließung der Wahllokale das vorläufige Endergebnis verkündet. Das ist weit entfernt von der absoluten Mehrheit, der es bedarf, um zum 1. Januar 2019 neuer Städteregionsrat zu werden. Das Rennen um die Etschenberg-Nachfolge wird somit erst am 18. November entschieden. Dann muss sich Grüttemeier, der dank seines Erfolges nun als Favorit gilt, in der Stichwahl noch einmal mit Daniela Jansen messen.

Die Sozialdemokratin erreicht an diesem Sonntag 27,8 Prozent und Platz 2. Dabei muss sie sich in neun der zehn Kommunen, die zur Städteregion gehören, geschlagen geben. Nur in Alsdorf hat Daniela Jansen am Ende mit 35,1 Prozent (Grüttemeier 34,47) die Nase vorne. In ihrer Heimatstadt Aachen hingegen rangiert sie sogar nur auf Platz 3. Hier verbucht Oliver Krischer, der es in der Summe auf 21,2 Prozent und den dritten Rang bringt, mit 29,5 Prozent fast schon eine kleine Sensation. Zumindest als Überraschung kann auch das Abschneiden von Tim Grüttemeier gewertet werden, dessen Bekanntheitsgrad in Aachen noch vor einigen Monaten nicht sonderlich groß war. Zwar erzielt der 38-Jährige mit 33,1 sein prozentual insgesamt schwächstes Ergebnis. Doch selbst mit diesem liegt er vor der gesamten Konkurrenz.

Ich bin mit dem Abschneiden sehr zufrieden. Ich habe in neun von zehn Kommunen gewonnen, und in Alsdorf war es sehr knapp, erklärt Tim Grüttmeier, der im prall gefüllten Mediensaal des Städteregionshauses mit lautem Beifall empfangen wird, in einer ersten Reaktion gegenüber unserer Zeitung. Besonders gefreut habe er sich über das deutliche Votum der Stolberger, die es ihm offenbar mehrheitlich nicht übel genommen haben, dass er nur vier Jahre nach seiner Wahl zum Bürgermeister für das Amt des Städteregionsrates kandidiert. Jetzt gilt es, zwei weitere Wochen Vollgas zu geben und den Menschen zu vermitteln, dass es wichtig ist, sich an der Stichwahl zu beteiligen.

Auch Daniela Jansen bewertet das eigene Abschneiden positiv: Ich bin sehr froh, dass ich so weit gekommen bin und das Vertrauen von vielen Menschen erhalten habe. Sie werde das Ergebnis nun im Detail analysieren. Und dann entscheiden wir, wo wir in den kommenden zwei Wochen schwerpunktmäßig die Menschen noch überzeugen müssen, mich zu wählen. Dass die Grünen in der Stadt Aachen so gut abgeschnitten haben, ist für Jansen wenig überraschend. In großen Städten sind die immer sehr stark.

Jansen und Grüttemeier müssen in die Stichwahl Die Interpretation von Oliver Krischer fällt erwartungsgemäß anders aus. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Düren lobt das beste Ergebnis, dass die Grünen jemals in der Städteregion erzielt haben, und gerät beim Blick auf Aachen geradezu ins Schwärmen: Dass wir dort überhaupt und dann sogar mit dieser Deutlichkeit vor der SPD liegen, ist herausragend und ein unglaublicher Erfolg.

Von Vergleichbarem kann Albert Borchardt an diesem Abend nur träumen. 3,3 Prozent liegen deutlich hinter den Erwartungen des Linken-Kandidaten, der im Vorfeld der Wahl sehr offen und optimistisch erklärt hatte, sich sogar Hoffnungen auf die Teilnahme an der Stichwahl zu machen. Seiner Kandidatur kann er nach eigener Aussage trotzdem viel Positives abgewinnen. Zum Beispiel das: Ich habe es geschafft, dass sich auch die anderen Kandidaten seit Wochen intensiv mit Schwerpunktthemen der Linken wie Umweltschutz und Sozialpolitik auseinandersetzen. Das ist unterm Strich ein größerer und nachhaltigerer Erfolg, als wenn ich die doppelte oder dreifache Stimmenzahl erreicht hätte.

Kommentar: Grüttemeier ist Favorit bei der Stichwahl Auch Marcel Foré (ÖDP) sieht sein Wahlziel erreicht: Das war mehr als ein Prozent. Außerdem haben wir unseren Bekanntheitsgrad deutlich erhöht. Das ist wichtig, um den positiven Trend fortzusetzen und bei den Kommunalwahlen 2020 in möglichst viele Stadt- und Gemeinderäte einzuziehen.

Ähnliches dürfte auch der AfD vorschweben. Deren Kandidat Markus Matzerath zeigt sich jedenfalls mit den erreichten 6,8 Prozent grundsätzlich zufrieden. Aber: Man muss das differenziert sehen, sagt er. Wir existieren erst seit fünf Jahren und haben weder die finanzielle noch die personelle Ausstattung wie die anderen Parteien.

Bei der Stichwahl am Sonntag, 18. November, sind wiederum alle rund 440.000 Wahlberechtigten in den zehn Kommunen der Städteregion aufgerufen, ihre Stimme abzugeben..

Eine neue Wahlbenachrichtigung wird jedoch nicht verschickt. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr hat, kann trotzdem wählen, muss dann aber seinen Personalausweis vorlegen.

Die Wahllokale werden wie am 4. November von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Auch Briefwahl ist wieder möglich. Die Unterlagen sind bei der jeweiligen Kommune erhältlich.

Zur Wahl stehen in zwei Wochen nur noch zwei Kandidaten: der Stolberger Tim Grüttemeier (CDU) und die Aachenerin Daniela Jansen (SPD).

Markant niedrig ist bei diesem ersten von nunmehr zwei Wahlgängen die Resonanz in der Bevölkerung. Die Beteiligung liegt bei lediglich 35,5 Prozent, fast zwei Drittel der gut 440.000 Stimmberechtigten haben sich nicht an der Wahl beteiligt. Helmut Etschenberg bringt das aber nicht aus der Ruhe: Ich habe immer gesagt: Bei einer Einzelwahl und weil die Städteregion noch nicht bei den Menschen angekommen ist, sind 30 bis 35 Prozent Beteiligung akzeptabel.

Dennoch wünscht sich der Städteregionsrat, der am 31. Dezember aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Amt ausscheiden wird, für den 18. November eine höhere Beteiligung. Schließlich ist es von großer Bedeutung, wer meine Nachfolge übernimmt und damit die Verantwortung für dieses Haus mit 2200 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 700 Millionen Euro tragen wird.

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39,2 Prozent der Stimmen stehen für den Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier zu Buche, als Helmut Etschenberg bereits zwei Stunden noch Schließung der Wahllokale das vorläufige Endergebnis verkündet. Das ist weit entfernt von der absoluten Mehrheit, der es bedarf, um zum 1. Januar 2019 neuer Städteregionsrat zu werden. Das Rennen um die Etschenberg-Nachfolge wird somit erst am 18. November entschieden. Dann muss sich Grüttemeier, der dank seines Erfolges nun als Favorit gilt, in der Stichwahl noch einmal mit Daniela Jansen messen.

Die Sozialdemokratin erreicht an diesem Sonntag 27,8 Prozent und Platz 2. Dabei muss sie sich in neun der zehn Kommunen, die zur Städteregion gehören, geschlagen geben. Nur in Alsdorf hat Daniela Jansen am Ende mit 35,1 Prozent (Grüttemeier 34,47) die Nase vorne. In ihrer Heimatstadt Aachen hingegen rangiert sie sogar nur auf Platz 3. Hier verbucht Oliver Krischer, der es in der Summe auf 21,2 Prozent und den dritten Rang bringt, mit 29,5 Prozent fast schon eine kleine Sensation. Zumindest als Überraschung kann auch das Abschneiden von Tim Grüttemeier gewertet werden, dessen Bekanntheitsgrad in Aachen noch vor einigen Monaten nicht sonderlich groß war. Zwar erzielt der 38-Jährige mit 33,1 sein prozentual insgesamt schwächstes Ergebnis. Doch selbst mit diesem liegt er vor der gesamten Konkurrenz.

Ich bin mit dem Abschneiden sehr zufrieden. Ich habe in neun von zehn Kommunen gewonnen, und in Alsdorf war es sehr knapp, erklärt Tim Grüttmeier, der im prall gefüllten Mediensaal des Städteregionshauses mit lautem Beifall empfangen wird, in einer ersten Reaktion gegenüber unserer Zeitung. Besonders gefreut habe er sich über das deutliche Votum der Stolberger, die es ihm offenbar mehrheitlich nicht übel genommen haben, dass er nur vier Jahre nach seiner Wahl zum Bürgermeister für das Amt des Städteregionsrates kandidiert. Jetzt gilt es, zwei weitere Wochen Vollgas zu geben und den Menschen zu vermitteln, dass es wichtig ist, sich an der Stichwahl zu beteiligen.

Auch Daniela Jansen bewertet das eigene Abschneiden positiv: Ich bin sehr froh, dass ich so weit gekommen bin und das Vertrauen von vielen Menschen erhalten habe. Sie werde das Ergebnis nun im Detail analysieren. Und dann entscheiden wir, wo wir in den kommenden zwei Wochen schwerpunktmäßig die Menschen noch überzeugen müssen, mich zu wählen. Dass die Grünen in der Stadt Aachen so gut abgeschnitten haben, ist für Jansen wenig überraschend. In großen Städten sind die immer sehr stark.

Jansen und Grüttemeier müssen in die Stichwahl Die Interpretation von Oliver Krischer fällt erwartungsgemäß anders aus. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Düren lobt das beste Ergebnis, dass die Grünen jemals in der Städteregion erzielt haben, und gerät beim Blick auf Aachen geradezu ins Schwärmen: Dass wir dort überhaupt und dann sogar mit dieser Deutlichkeit vor der SPD liegen, ist herausragend und ein unglaublicher Erfolg.

Von Vergleichbarem kann Albert Borchardt an diesem Abend nur träumen. 3,3 Prozent liegen deutlich hinter den Erwartungen des Linken-Kandidaten, der im Vorfeld der Wahl sehr offen und optimistisch erklärt hatte, sich sogar Hoffnungen auf die Teilnahme an der Stichwahl zu machen. Seiner Kandidatur kann er nach eigener Aussage trotzdem viel Positives abgewinnen. Zum Beispiel das: Ich habe es geschafft, dass sich auch die anderen Kandidaten seit Wochen intensiv mit Schwerpunktthemen der Linken wie Umweltschutz und Sozialpolitik auseinandersetzen. Das ist unterm Strich ein größerer und nachhaltigerer Erfolg, als wenn ich die doppelte oder dreifache Stimmenzahl erreicht hätte.

Kommentar: Grüttemeier ist Favorit bei der Stichwahl Auch Marcel Foré (ÖDP) sieht sein Wahlziel erreicht: Das war mehr als ein Prozent. Außerdem haben wir unseren Bekanntheitsgrad deutlich erhöht. Das ist wichtig, um den positiven Trend fortzusetzen und bei den Kommunalwahlen 2020 in möglichst viele Stadt- und Gemeinderäte einzuziehen.

Ähnliches dürfte auch der AfD vorschweben. Deren Kandidat Markus Matzerath zeigt sich jedenfalls mit den erreichten 6,8 Prozent grundsätzlich zufrieden. Aber: Man muss das differenziert sehen, sagt er. Wir existieren erst seit fünf Jahren und haben weder die finanzielle noch die personelle Ausstattung wie die anderen Parteien.

Bei der Stichwahl am Sonntag, 18. November, sind wiederum alle rund 440.000 Wahlberechtigten in den zehn Kommunen der Städteregion aufgerufen, ihre Stimme abzugeben..

Eine neue Wahlbenachrichtigung wird jedoch nicht verschickt. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr hat, kann trotzdem wählen, muss dann aber seinen Personalausweis vorlegen.

Die Wahllokale werden wie am 4. November von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Auch Briefwahl ist wieder möglich. Die Unterlagen sind bei der jeweiligen Kommune erhältlich.

Zur Wahl stehen in zwei Wochen nur noch zwei Kandidaten: der Stolberger Tim Grüttemeier (CDU) und die Aachenerin Daniela Jansen (SPD).

Markant niedrig ist bei diesem ersten von nunmehr zwei Wahlgängen die Resonanz in der Bevölkerung. Die Beteiligung liegt bei lediglich 35,5 Prozent, fast zwei Drittel der gut 440.000 Stimmberechtigten haben sich nicht an der Wahl beteiligt. Helmut Etschenberg bringt das aber nicht aus der Ruhe: Ich habe immer gesagt: Bei einer Einzelwahl und weil die Städteregion noch nicht bei den Menschen angekommen ist, sind 30 bis 35 Prozent Beteiligung akzeptabel.

Dennoch wünscht sich der Städteregionsrat, der am 31. Dezember aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Amt ausscheiden wird, für den 18. November eine höhere Beteiligung. Schließlich ist es von großer Bedeutung, wer meine Nachfolge übernimmt und damit die Verantwortung für dieses Haus mit 2200 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 700 Millionen Euro tragen wird.